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Darum ist Fasten so gut für Körper und Seele – EKD


Birgt das Fasten auch Risiken?

von Winterfeld: Es ist für den Körper natürlich eine Herausforderung! Wir sagen deshalb am Anfang immer, dass man mit seinem Arzt, seiner Ärztin abklären soll, ob man körperlich dazu in der Lage ist, das durchzuziehen. Eine Frau beispielsweise hatte gesundheitliche Probleme und hat dann auf Anraten ihres Arztes während dieser Zeit nur auf Zucker verzichtet.

Und gibt es Nebenwirkungen für die Seele?

von Winterfeld: Ich glaube, man ist in dieser Zeit etwas schutzloser und sensibler. Wenn wichtige Entscheidungen anstehen, sollte man sie auch nicht unbedingt treffen, während man fastet, weil man dann anders empfindet und anders fühlt.

Kann nicht Fasten genau dafür gut sein, klarer zu sehen und seine Ziele besser zu erkennen?

von Winterfeld: Ja, aber die Regel bei intensiven Fasten- und überhaupt Meditationsübungen ist: Die Entscheidung trifft man hinterher. Man tritt danach noch mal einen Schritt zurück, um die Erfahrung, die man im Fasten gemacht hat, einzuordnen und zu bewerten.

Wie begleiten Sie die Fastenden seelsorgerisch?

von Winterfeld: Wir haben immer einen Gruppenaustausch. Dabei gehen wir natürlich auf das ein, was die Menschen sagen. Wenn irgendetwas hochkommt, das nicht so einfach zu bewältigen ist, stehen wir auch für Einzelgespräche zur Verfügung, oder man kann uns telefonisch kontaktieren. Das passiert aber nicht so oft. Ich glaube, das Gruppengeschehen ist oft schon ausreichend, um die Menschen zu begleiten.

Was für Rückmeldungen haben Sie bekommen?

von Winterfeld: Die Menschen fanden es wohltuend, dass wir bei den Treffen auch Meditations- und Körperübungen machen. Die meisten haben das Fasten als sehr positive Erfahrung für sich entdeckt – oder kannten es schon und haben es dann wiederentdeckt. Ich kann mich aber auch an eine junge Frau erinnern, die sagte: Ich merke, Nahrungsverzicht ist gar nichts für mich, ich möchte stattdessen mehr auf Medien verzichten. Es war wirklich gut, die unterschiedlichen Fastenarten nebeneinander zu haben – Essen oder nur Zucker oder nur Handy – und sich darüber auszutauschen.