- Kirchen rufen zur Beteiligung an der 51. Interkulturellen Woche unter dem Motto „Dafür!“ auf
- Auftakt ist am 27. September in Leipzig; bundesweit laden Veranstaltungen dazu ein, gelebtes Miteinander konkret zu erfahren
- Angesichts gesellschaftlicher Spannungen betonen die Kirchen: Jetzt gilt es, Haltung zu zeigen, Demokratie zu stärken und Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten
Hannover (6. Mai 2026). Mit einem klaren Zeichen für Hoffnung, Zusammenhalt und Menschenwürde rufen die Kirchen zur Beteiligung an der 51. Interkulturellen Woche auf. Die Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie findet vom 27. September bis 4. Oktober statt. Der bundesweite Auftakt wird am 27. September 2026 in der Thomaskirche in Leipzig begangen. Die Interkulturelle Woche steht wie im vergangenen Jahr unter dem Leitthema „Dafür!“. Zu ihr laden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, die Vorsitzende des Rates der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, in einem Gemeinsamen Wort ein, das heute (6. Mai 2026) veröffentlicht worden ist.
Unter dem Motto „Dafür!“ lädt die Interkulturelle Woche dazu ein, Zusammenleben konkret zu erfahren: bei Veranstaltungen, Gottesdiensten, Gesprächen, Kultur- und Bildungsangeboten in ganz Deutschland. Gerade in einer Zeit, die von Kriegen, gesellschaftlicher Unsicherheit und wachsenden Zukunftsängsten geprägt ist – und in einem Jahr, in dem auch die Landtags- und Kommunalwahlen besondere Aufmerksamkeit auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt lenken. „Wir sind dafür, der Angst und Spaltung klar zu widerstehen. Wir sind dafür, in Mitmenschlichkeit zusammenzuleben – im persönlichen Lebensumfeld, in unserem Land und mit der weltweiten Menschheitsfamilie“, betonen Bischöfin Kirsten Fehrs, Bischof Heiner Wilmer und Metropolit Augoustinos. Das Motto sei Ausdruck einer Hoffnung, die aus dem Glauben wachse – aus dem Vertrauen auf Gottes Zusage: „Sei stark und mutig! Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst“ (Josua 1,9).
Mit Blick auf die prognostizierten Zustimmungswerte für völkisch-nationalistische Kräfte bei den diesjährigen Wahlen warnen die Kirchen vor einer Schwächung demokratischer Strukturen, dem Verlust von Solidarität und einer zunehmenden Ausgrenzung von Menschen: „Gerade jetzt gilt es, klar Haltung zu zeigen, Menschenwürde zu schützen und sich nicht bange machen zu lassen. Christlicher Glaube heißt, an der Seite der Schwachen und Schutzsuchenden zu stehen – unabhängig davon, woher sie kommen oder warum sie fliehen mussten.“
Auch mit Blick auf die europäische Asylpolitik machen die Kirchen deutlich: Wer Schutz sucht, braucht faire Verfahren, sichere Orte und menschenwürdige Aufnahmebedingungen. Das gilt besonders für Kinder und Familien. „Unser entschiedenes ‚Dafür!‘ ist ein Bekenntnis zu Frieden, Respekt und echter Begegnung. Niemand hat das Recht, sich über einen anderen Menschen zu erheben“, betonen die drei Geistlichen.
Mit Blick auf die Interkulturelle Woche vom 27. September bis 4. Oktober 2026 danken die Kirchen den vielen Engagierten vor Ort. Seit mehr als 50 Jahren setzen sie sich im Rahmen der IKW – und nicht nur dort – in Städten, Kommunen und Kirchengemeinden dafür ein, dass Integration gelingt und gesellschaftlicher Zusammenhalt wächst – hoffnungsvoll, mutig und stark.
Hintergrund: Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der EKD und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantinnen- und Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. In über 760 Städten und Gemeinden gibt es rund 6.000 Veranstaltungen. Der Zeitraum für die Interkulturelle Woche 2026 ist der 27. September bis 4. Oktober. Der nationale „Tag des Flüchtlings“, dieses Jahr am 2. Oktober, ist Bestandteil der Interkulturellen Woche.
Hinweise: Für die Vorbereitung der Interkulturellen Woche hat der Ökumenische Vorbereitungsausschuss eine Reihe von Materialien (Aktionsumschlag, Plakate, Postkarten und Flyer) erstellt, die unter www.interkulturellewoche.de bestellt werden können. Dort finden Sie auch weitere Informationen zu der Initiative.
Pressestelle der EKD
Annika Lukas