- Kirchenpräsidentin Wüst dankt für langjähriges Engagement
- BeFo gewährleistet systematische Beteiligung von Betroffenen
- Nachfolge wird von Betroffenen geregelt. Solange bleibt Janz im Amt
Hannover (4. Februar 2026). Die Sprecherin der kirchlichen Beauftragten im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Diakonie, Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, bedauert den angekündigten Rückzug von Nancy Janz aus dem Beteiligungsforum und dankt ihr für ihr langjähriges und prägendes Engagement für Betroffene sexualisierter Gewalt.
„Nancy Janz hat das Beteiligungsforum geprägt, von Anfang an und entscheidend. Sie hat die Konzeption mitentwickelt und hat als Sprecherin der Betroffenengruppe eine besondere Verantwortung übernommen, die auch mit persönlicher Belastung verbunden war. Vor diesem großen Engagement habe ich höchsten Respekt und ich danke ihr persönlich für die offene, ehrliche und konstruktive Zusammenarbeit als Sprecherinnen!“
Kirchenpräsidentin Wüst würdigt zugleich die Arbeit des Beteiligungsforums insgesamt. In den vergangenen Jahren habe sich das Forum zu einem zentralen Ort der strukturierten Beteiligung Betroffener innerhalb der EKD entwickelt. Es habe maßgeblich dazu beigetragen, Perspektiven von Betroffenen systematisch in kirchliche Entscheidungsprozesse einzubringen, Standards weiterzuentwickeln und den Kulturwandel im Umgang mit sexualisierter Gewalt in Kirche und Diakonie voranzubringen.
Zugleich nimmt Kirchenpräsidentin Wüst die von Nancy Janz geäußerte Kritik sehr ernst: „Nancy Janz und ich haben intensiv über Ihre kritischen Anfragen an Tempo und Einheitlichkeit der Umsetzung von Maßnahmen durch die Landeskirchen gesprochen. Und ich verstehe ihre Kritik, sehe aber auch, genau wie Nancy Janz, welchen großen Wandel wir in den vergangenen Jahren angestoßen haben. Dass Betroffene dennoch mehr Tempo einfordern, nehmen wir sehr ernst und verstehen dies als klaren Auftrag, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.“
Mit Blick auf die weitere Arbeit im Beteiligungsforum betont Kirchenpräsidentin Wüst den gemeinsamen Anspruch an Transparenz und Dialog:
„Im Beteiligungsforum werden wir, auch zusammen mit Nancy Janz, offen über ihren angekündigten Rückzug, ihre Beweggründe und mögliche Schlussfolgerungen für die Weiterentwicklung der Struktur des Beteiligungsforums sprechen. Das ist unser gemeinsamer Grundansatz: Wir reden miteinander, halten Spannungen aus und arbeiten kontinuierlich daran, Strukturen stetig zu verbessern.“
Die Nachfolge im Sprecher*innenamt wird nun innerhalb der Gruppe der Betroffenen im Beteiligungsforum geregelt. Bis dahin wird Janz ihr Amt weiter ausüben. „Wir respektieren die Entscheidungen der Betroffenengruppe und warten die Findung einer Nachfolge im Sprecher*innenamt ab“, so Kirchenpräsidentin Wüst.
Weitere Informationen zum Beteiligungsforum und der Aufarbeitung und Prävention Sexualisierter Gewalt finden Sie unter:
Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt der EKD
Im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt werden alle Fragen, die sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie betreffen, von Betroffenenvertreter*innen und kirchlichen sowie diakonischen Beauftragten bearbeitet. Die Mitglieder des Beteiligungsforums bringen ihre Fragestellungen und Themen in das Forum ein. Ebenso werden Anfragen aus den Gremien der EKD und Diakonie in das Beteiligungsforum getragen. Das Beteiligungsforum erarbeitet dazu konkrete Beschlussvorschläge. Für einen Beschlussvorschlag ist sowohl eine Mehrheit in der Betroffenenvertretung als auch unter den kirchlichen und diakonischen Beauftragten notwendig. Die abgestimmten Beschlussvorschläge werden dann in den Rat der EKD, die Kirchenkonferenz oder die Synode eingebracht, wo sie endgültig beschlossen werden. So ist gewährleistet, dass jede kirchenpolitische Entscheidung zum Umgang mit sexualisierter Gewalt unter Partizipation Betroffener erfolgt.
Ansprechpersonen für Betroffene sexualisierter Gewalt:
Betroffene von sexualisierter Gewalt im Raum der evangelischen Kirche und der Diakonie können sich an die „Zentrale Anlaufstelle.help“ sowie an die landeskirchlichen Ansprechpersonen für Betroffene sexualisierter Gewalt wenden.
www.Anlaufstelle.help
www.ekd.de/Ansprechpartner-fuer-Missbrauchsopfer-23994.htm
Das bundesweite Hilfe-Portal/Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch ist ein Angebot der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs:
https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/hilfe-telefon / 0800 22 55 530
Rund um die Uhr kann man sich ratsuchend und in Krisen an die TelefonSeelsorge wenden:
Per Telefon: 0800 / 111 0 111, 0800 / 111 0 222 oder 116 123
Per Mail und Chat: www.telefonseelsorge.de
Pressestelle der EKD
Carsten Splitt
