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Zusammenhalt braucht Beziehungen: Studie sieht Religion als soziale Ressource – EKD


Stiftung rät Politik zu Bürgerräten und Bürgerdialogen

Muslimische Gläubige lagen den Angaben zufolge mit 46 Punkten unter dem Durchschnitt. Bei stärker religiösen Muslimen stiegen die Werte jedoch bei sozialen Beziehungen und Gemeinwohlorientierung ähnlich wie bei Christen an. Anders als bei diesen fällt der Wert für die Verbundenheit mit dem Gemeinwesen bei hochreligiösen Muslimen aber deutlich ab. Die Autoren der Studie sehen Erklärungen dafür in einer „begrenzten öffentlichen Anerkennung“ für Muslime, mangelnder Repräsentation und „häufig negativ“ geführten öffentlichen Debatten.

Andreas Pinkwart vom Vorstand der Bertelsmann Stiftung erklärte, der gesellschaftliche Zusammenhalt habe sich in den vergangenen Jahren verbessert. Zugleich bleibe das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern „deutlich belastet“. Politik und Verwaltung sollten die Bevölkerung früher und wirksamer an Entscheidungen beteiligen, etwa durch Bürgerräte oder Bürgerdialoge, teilte die Stiftung mit. Soziale Orte wie Nachbarschaftszentren, Bibliotheken, Schulen, Kultur- und Jugendzentren, Sportvereine sowie religiöse Gemeinden gelte es „dauerhaft zu sichern“.

Für die Erhebung hat das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft im März 5.231 Menschen ab 18 Jahren online befragt. Für den Zeitvergleich wurden Daten der Studie „Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt“ aus den Jahren 2017, 2020 und 2023 verwendet. Der Religionsmonitor führt diese Forschung zum sozialen Miteinander fort und erweitert sie um religiöse Aspekte.

Von Thomas Krüger (epd)