{"id":1110,"date":"2020-04-20T20:20:49","date_gmt":"2020-04-20T20:20:49","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/04\/20\/ein-feste-burg-ekd\/"},"modified":"2020-04-20T20:20:51","modified_gmt":"2020-04-20T20:20:51","slug":"ein-feste-burg-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/04\/20\/ein-feste-burg-ekd\/","title":{"rendered":"Ein feste Burg \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Martin Luther war ein \u00fcberaus eifriger Liederschreiber, der auch seine Stimmungen in Lieder umsetzte. Das zeigen zum Beispiel die folgenden Titel. Leicht und beschwingt kommt dieser daher: <em>\u201eNun freut euch liebe Christen gmein und lasst uns fr\u00f6hlich springen&#8230;\u201c<\/em> Oder sp\u00e4ter, als er von Zweifeln zerfressen war: <em>\u201eAus tiefster Not schrei ich zu dir, mein Gott erh\u00f6r mein Rufen.\u201c<\/em> Oder sein wohl bekanntestes Lied, das ihm Trost und Zuversicht gab:<em> \u201eEin feste Burg ist unser Gott\u201c.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Wann das Lied entstanden ist, dar\u00fcber gibt es, soweit ich wei\u00df, keinen sicheren Nachweis. Mir scheint jedoch am plausibelsten, dass Luther dieses Glaubens- und Trostlied 1527 beim Herannahen der Pest dichtete.<br \/>Seuchen bestimmten Deutschland (auch) zu Beginn der Neuzeit und die Angst vor einem j\u00e4hen Tod zog sich durch alle Schichten der Gesellschaft, bis hinauf zum Kaiser Maximilian I. Von ihm hei\u00dft es, er habe in den letzten sieben Jahren seines Lebens auf seinen Reisen stets einen Sarg mitf\u00fchren lassen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=\"\">\n<p>Auf seinen Reisen durch Deutschland hat die Pest mehrmals auch Luthers Weg gekreuzt. Im Juli 1527 tritt sie wieder einmal in Wittenberg auf. Im Sp\u00e4therbst 1527 l\u00e4sst das Sterben nach. Ende November schreibt Luther aus Wittenberg an seinen Freund Justus Jonas: \u201eIch m\u00f6chte Dich zu baldm\u00f6glichster R\u00fcckkehr einladen; die Pest ist milder; die Leute fangen wieder an zu heiraten und so sorglos zu leben, wie au\u00dfer der Pestzeit.\u201c Wenig sp\u00e4ter sterben in Luthers Haus f\u00fcnf Schweine \u2013 \u201eder Herr sch\u00fctzte uns und sandte die Pest unter meine Schweine\u201c, schreibt Luther, der nicht wissen konnte, dass Schweine f\u00fcr die Pest wenig empf\u00e4nglich sind.<\/p>\n<p>Nur ein Jahr sp\u00e4ter erscheint das Lied \u201eEin feste Burg\u201c mit der ebenfalls von Luther stammenden Melodie im \u201eWittenbergischen Gesangbuch\u201c. Es wird sofort popul\u00e4r und ist bis heute eines der bekanntesten evangelischen Kirchenlieder. Das Bild von Gott als unserer festen Burg fand Luther im Psalm 46 \u201eGott ist unsere Zuflucht und St\u00e4rke\u201c. Dort hei\u00dft es im Kehrreim: \u201eDer Herr der Heerscharen ist mit uns, eine Burg ist uns der Gott Jakobs.\u201c<\/p>\n<p>Goethe hat dieses Lied Luthers als zwar derb, aber treffend und durchschlagend charakterisiert. Es ist also bestens geeignet, wenn wir heute angesichts des Coronavirus um Mut und Zuversicht ringen:\u00a0<\/p>\n<p><em>Ein feste Burg ist unser Gott,<br \/>ein gute Wehr und Waffen.<br \/>Er hilft uns frei aus aller Not,<br \/>die uns jetzt hat betroffen.<br \/>Der alt b\u00f6se Feind<br \/>mit Ernst er\u2019s jetzt meint,<br \/>gro\u00df Macht und viel List<br \/>sein grausam R\u00fcstung ist,<br \/>auf Erd ist nicht seinsgleichen.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit unsrer Macht ist nichts getan,<br \/>wir sind gar bald verloren;<br \/>es streit\u2019 f\u00fcr uns der rechte Mann,<br \/>den Gott hat selbst erkoren.<br \/>Fragst du, wer der ist?<br \/>Er hei\u00dft Jesus Christ,<br \/>der Herr Zebaoth,<br \/>und ist kein andrer Gott,<br \/>das Feld muss er behalten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align:right\">Rolf Becker<br \/>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martin Luther war ein \u00fcberaus eifriger Liederschreiber, der auch seine Stimmungen in Lieder umsetzte. 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