{"id":1143,"date":"2020-04-24T12:58:57","date_gmt":"2020-04-24T12:58:57","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/04\/24\/segensworte-aus-dem-laptop-ekd\/"},"modified":"2020-04-24T12:58:59","modified_gmt":"2020-04-24T12:58:59","slug":"segensworte-aus-dem-laptop-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/04\/24\/segensworte-aus-dem-laptop-ekd\/","title":{"rendered":"Segensworte aus dem Laptop \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>Braunschweig (epd). Konfirmationen sind wichtige Momente des Erwachsenwerdens: Hinter dem Pfarrer schreiten die Jugendlichen durch das Kirchenschiff, die Gemeinde erhebt sich. Omas und Opas blicken stolz auf ihre Enkel, und Orgelmusik erf\u00fcllt den Raum. So war es bis zum vergangenen Jahr, als in Niedersachsen und Bremen an den Sonntagen nach Ostern rund 26.000 Jugendliche eingesegnet wurden. In Zeiten der Corona-Pandemie ist aber alles anders: Alle Gottesdienste sind abgesagt, und nur wenige Besucher d\u00fcrfen f\u00fcr einen stillen Moment die Kirchen aufsuchen. Die evangelische Br\u00fccke-Gemeinde in Braunschweig hat trotzdem einen Weg gefunden, Jugendlichen die Konfirmation zu erm\u00f6glichen: per Video-Schalte ins heimische Wohnzimmer.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ladina Polzin ist am Samstag der langersehnte Tag ihrer Konfirmation. Dann wird sich die 13-J\u00e4hrige ein neues Kleid anziehen und sich mit einem Liedblatt in der Hand vor den aufgeklappten Laptop ihrer Eltern setzen. Auf dem Monitor wird dann gro\u00df im Bild Pfarrer Sebastian Fitzke (45) erscheinen. Die Diakonin, die Teamer, der Kirchenvorstand und neun ihrer rund 30 Mitkonfirmanden werden sich dann in kleinen Fenstern auf dem Monitor rund um den Pfarrer herumgruppieren. Bis zu 50 Laptops k\u00f6nnen sich zuschalten.<\/p>\n<p>Auf dem gedeckten und blumengeschm\u00fcckten Tisch wird Mutter Jennifer ein Kreuz aufstellen, das der Pfarrer der Familie zugeschickt hat &#8211; die Familie wird zur Gemeinde und die Stube zum Andachtsraum. \u201eIch h\u00e4tte meine Konfirmation wirklich lieber in der Kirche gefeiert\u201c, sagt Ladina. Aber niemand wisse, wann das in der Corona-Krise wieder m\u00f6glich sei.<\/p>\n<p>Der Pfarrer habe auch eine Verschiebung angeboten, in den Sp\u00e4tsommer oder Herbst oder n\u00e4chstes Jahr, erg\u00e4nzt Jennifer Polzin. \u201eDie Entscheidung wollten wir Ladina nicht abnehmen.\u201c Aber andererseits sei es doch auch toll, wenn die Kirche mit der Zeit gehe &#8211; und eine gro\u00dfe Feier k\u00f6nne ja auch sp\u00e4ter nachgeholt werden.<\/p>\n<p>Pfarrer Fitzke wird am Samstag im schwarzen Talar vor seinen Laptop zu sehen sein. \u201eIch hoffe, dass die Verbindung in der St.-Georg-Kirche h\u00e4lt, sonst werde ich aus meinem Arbeitszimmer den Gottesdienst feiern.\u201c\u00a0Im Grunde sei es jedoch gar nicht sein Segen, der wichtig sei, sagt er. \u201eSondern wir bitten Gott um den Segen.\u201c<\/p>\n<p>Die Videokonferenz soll dabei gar nicht anders verlaufen als ein normaler, feierlicher Konfirmationsgottesdienst. \u201eWir beten, singen, ich werde eine Predigt halten, und jede Familie hat ihren Segenstext bekommen.\u201c Denn der Pfarrer spricht zwar den Segen aus dem Bildschirm mit &#8211; das Handauflegen bei den Konfirmanden geschieht jedoch vor Ort durch Eltern, Geschwistern oder Gro\u00dfeltern.<\/p>\n<p>Dieser Augenblick sei bei der neuen Form der Feier wom\u00f6glich noch eindr\u00fccklicher als sonst, sagt der Pfarrer. \u201eBei einer Konfirmation in der Kirche stehen wir vorne im Altar ja doch etwas entr\u00fcckt von der Gemeinde. Hier werden sich alle in den Wohnzimmern ganz nah sein, auch wenn wir am Bildschirm gleichzeitig fern sind.\u201c<\/p>\n<p>Ganz \u00e4hnlich sieht das auch der braunschweigische Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer: \u201eDer Bekenntnisakt ist m\u00f6glicherweise noch gr\u00f6\u00dfer, als wenn das im Gemurmel einer gro\u00dfen Gruppe untergeht.\u201c\u00a0Das braunschweigische Konfirmationsgesetz kennt keine Online-Konfirmationen. Dennoch m\u00fcsse Kirche in der gegenw\u00e4rtigen Situation kreative L\u00f6sungen suchen, sagt Hofer. Und da sei vieles denkbar, wenn die Beteiligten zustimmen. \u201eDass der Segen in der Familie weitergegeben wird, finde ich eine gelungene Idee des m\u00fcndigen Christseins.\u201c\u00a0Es sei allerdings schade, dass kein wirkliches Abendmahl m\u00f6glich sei. Das solle zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt nachgeholt werden.<\/p>\n<p>Auf nachgeholte Feiern hoffen auch viele Restaurants und Gastst\u00e4tten. Normalerweise sind Konfirmationen f\u00fcr sie ein eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft. Die Polzins haben die Essenslieferung wie viele andere allerdings storniert. Sie werden nach der Konfirmation am Laptop ein St\u00fcckchen selbst gebackene Torte essen. Bei sch\u00f6nem Wetter auch drau\u00dfen im Garten. Ihr Konfirmationsspruch aus der Bibel passt besonders gut in die aktuelle Situation, findet Ladina: \u201eLass dich nicht vom B\u00f6sen \u00fcberwinden, sondern \u00fcberwinde das B\u00f6se mit Gutem.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align:right\"><em>Gunnar M\u00fcller<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Braunschweig (epd). 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