{"id":1272,"date":"2020-05-12T19:15:48","date_gmt":"2020-05-12T19:15:48","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/05\/12\/wie-sich-in-der-pandemie-eine-instagram-gemeinde-gebildet-hat-ekd\/"},"modified":"2020-05-12T19:15:50","modified_gmt":"2020-05-12T19:15:50","slug":"wie-sich-in-der-pandemie-eine-instagram-gemeinde-gebildet-hat-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/05\/12\/wie-sich-in-der-pandemie-eine-instagram-gemeinde-gebildet-hat-ekd\/","title":{"rendered":"Wie sich in der Pandemie eine Instagram-Gemeinde gebildet hat \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>M\u00fcnchen (epd). Der M\u00fcnchner Pfarrer Steve Kennedy Henkel (31) begann wegen der Corona-Pandemie auf seinem Instagram-Account, jede Woche eine Andacht einzustellen. An Gr\u00fcndonnerstag feierte er mit seinen Followern ein Gin-Tonic-Agapemahl, um an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen J\u00fcngern zu erinnern. An Ostern initiierte er einen Flashmob und sang mit ein paar Leuten den traditionellen Osterhymnus <span style=\"line-height:115%\">\u201e<\/span>Christ ist erstanden<span style=\"line-height:115%\">\u201c<\/span>. Nach acht Wochen stellt sich ihm nun die Frage, wie er neben seinem Hauptberuf als Pfarrer f\u00fcr Nachwuchsgewinnung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern auf Instagram weiter betet, predigt und Seelsorge anbietet.<\/p>\n<p><em>Seit acht Wochen stellst du jedes Wochenende einen kleinen Gottesdienst mit kurzer Predigt, F\u00fcrbitten, Vaterunser und Segen auf Instagram. Wie soll es weitergehen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Steve Kennedy Henkel: <\/strong>Die Frage habe ich meinen Followern gestellt und die Antwort war eindeutig: In irgendeiner Form soll es weitergehen. Es hat sich tats\u00e4chlich in den vergangenen Wochen seit Beginn der Pandemie so etwas wie eine Instagram-Gemeinde gebildet. Sie besteht zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Menschen, mit denen ich nur \u00fcber Instagram in Kontakt bin, und sie feiert digital. Das ist eine neue Form und etwas anderes als ein normaler Gemeindegottesdienst am Sonntag in der Kirche per Livestream nur ohne Menschen. Ich glaube, dass die Krise auch eine Zeit f\u00fcr Innovationen bedeutet. Diese neue Form der digitalen Gemeinde kann eine Innovation sein. Da ist <span style=\"line-height:115%\">\u2013<\/span> aus der Not heraus <span style=\"line-height:115%\">\u2013<\/span> etwas Nachhaltiges entstanden.<\/p>\n<p><em>Inwiefern funktioniert deine Instagram-Gemeinde anders als eine klassische Ortsgemeinde?<\/em><\/p>\n<p><strong>Henkel:<\/strong> Mehr als bei analogen Gemeinden ist sie auf den Pfarrer zentriert. Die Menschen, die sich meine Inhalte ansehen und mir schreiben, machen das, weil das, was ich von meinem Leben teile, ihnen sympathisch ist oder sie interessiert. Irgendwie kennen sie mich und wir stehen in einer Beziehung. Menschen schreiben mir, wenn die Mutter im Sterben liegt oder jemand im Krankenhaus ist. Wenn man auch teilen w\u00fcrde, was nicht gut ist, w\u00fcrde sich niemand damit so allein f\u00fchlen, denn es geht uns ja allen mal so. Cool w\u00e4re, wenn Instagram auch ein bisschen was von einer Selbsthilfegruppe bek\u00e4me, wo nicht alle immer so tun m\u00fcssen, als w\u00e4ren sie High-Performer.<\/p>\n<p><em>Wie kannst du deinen Hauptberuf und deine Arbeit auf Instagram unter einen Hut kriegen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Henkel:<\/strong> Nat\u00fcrlich ist Instagram eher mein Hobby, als Teil meiner t\u00e4glichen Arbeit als Pfarrer f\u00fcr Nachwuchsgewinnung und dem Dienst in der Gemeinde. Dar\u00fcber denke ich gerade nach und habe noch keine <span style=\"line-height:115%\">\u201e<\/span>L\u00f6sung<span style=\"line-height:115%\">\u201c<\/span> gefunden. Ich merke zum Beispiel, dass ich bei Seelsorge \u00fcber Instagram an Grenzen komme. Im Chat fehlt mir oft die physische Pr\u00e4senz. Ich biete dann auch ein Telefonat an oder, gerade wenn es datenschutztechnisch schwierig ist, wechsele ich zu E-Mails. Manchmal muss ich dann aber auch sagen, dass ich jemanden nicht begleiten kann, weil ich ihm nicht die Zeit und Aufmerksamkeit schenken kann, die angemessen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align:right\">Interview: Franziska Hein (epd)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnchen (epd). 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