{"id":1519,"date":"2020-06-12T17:38:18","date_gmt":"2020-06-12T17:38:18","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/06\/12\/auf-der-grundlage-der-bibel-und-der-klaren-vernunft-ueber-den-glauben-streiten-ekd\/"},"modified":"2020-06-12T17:38:20","modified_gmt":"2020-06-12T17:38:20","slug":"auf-der-grundlage-der-bibel-und-der-klaren-vernunft-ueber-den-glauben-streiten-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/06\/12\/auf-der-grundlage-der-bibel-und-der-klaren-vernunft-ueber-den-glauben-streiten-ekd\/","title":{"rendered":"Auf der Grundlage der Bibel und der klaren Vernunft \u00fcber den Glauben streiten \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<div class=\"article--meta article--meta__border clearfix\">\n<p>                                    <time datetime=\"12.06.2020 15:00\" class=\"article--time\">12.06.2020<\/time><strong class=\"article--type primus--overline\">Pressemitteilung<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.velkd.de\/\" class=\"article--source\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><\/p>\n<picture class=\"article--source-image image\"><source srcset=\"\/ekd_de\/ds_img\/assets\/velkd.jpg\"><!--<source srcset=\"\/ekd_de\/ds_img\/assets\/velkd_rdax_141x141.jpg 1x, \/ekd_de\/ds_img\/assets\/velkd_rdax_282x282.jpg 2x, \/ekd_de\/ds_img\/assets\/velkd.jpg 3x\">--><\/source><\/picture><\/a><\/p><\/div>\n<h2 class=\"article--sub-headline primus--sub-headline\">Catholica-Beauftragter der VELKD zum 500. Jahrestag der Bulle Exsurge Domine<\/h2>\n<\/p><\/div>\n<div id=\"\">\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">Am 15. Juni 2020 j\u00e4hrt sich der Jahrestag der Bannandrohungsbulle Exsurge Domine (\u201eErhebe dich, Herr!\u201c) gegen Martin Luther zum 500. Mal. Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (B\u00fcckeburg) bezeichnet dies als \u201eWendepunkt in der Reformationsgeschichte\u201c. Aus einem \u201eStreit um den Glauben\u201c sei auch eine \u201eAuseinandersetzung um Macht und Autorit\u00e4t\u201c geworden. Das Statement des Catholica-Beauftragten im Wortlaut:<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">\u201eAm 15. Juni 1520 ver\u00f6ffentlichte Papst Leo X. seine Bulle Exsurge Domine. In ihr drohte er damit, Martin Luther aus der Kirche auszuschlie\u00dfen, wenn dieser eine bestimmte Reihe seiner zuvor ver\u00f6ffentlichten Thesen nicht widerruft. Die Bulle ist u.a. eine Reaktion auf die 95 Thesen gewesen, mit denen Luther Missst\u00e4nde in der Kirche seiner Zeit kritisiert hatte.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">Ohne Zweifel kann die Bannandrohungsbulle vom 15. Juni 1520 als ein Wendepunkt in der Reformationsgeschichte und in der pers\u00f6nlichen Entwicklung Luthers angesehen werden. F\u00fcr Luther wurde an dieser Stelle deutlich, dass sein Anliegen, sich \u00fcber zentrale Einsichten des Glaubens und der Theologie zu verst\u00e4ndigen und von da aus die dringend n\u00f6tige Reform der Kirche zu erreichen, von der r\u00f6mischen Seite nicht aufgenommen werden sollte. Die T\u00fcr f\u00fcr eine Verst\u00e4ndigung war von diesem Zeitpunkt an verschlossen. Bis heute l\u00f6st es Bewunderung aus, dass Martin Luther sich dem Druck nicht gebeugt hat. Auf die Androhung von Sanktionen reagierte er, indem er seine \u00dcberzeugungen und den christlichen Glauben klar und mit verst\u00e4ndlichen Worten dargelegt hat. In kurzer Zeit sind die reformatorischen Hauptschriften \u201eVon der Freiheit eines Christenmenschen\u201c, Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche\u201c und \u201eAn den christlichen Adel deutscher Nationen\u201c entstanden. Weit \u00fcber den Bereich der lutherischen Kirchen hinaus werden sie heute als gemeinsamer Schatz und Quelle der Theologie gew\u00fcrdigt. Im Dezember 1520 hat Luther die Bannandrohungsbulle mitsamt dem Gesetzesbuch der r\u00f6mischen Kirche \u00f6ffentlich verbrannt. Darauf reagierte die r\u00f6mische Kirche im Januar 1521 mit dem Bann.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">Die heutige Perspektive erlaubt es, einen neuen Blick auf die Ereignisse von 1520 zu werfen. L\u00e4ngst haben katholische Theologen und Amtstr\u00e4ger im Handeln der Kirche der damaligen Zeit einen Fehler erkannt. Die konstruktive Auseinandersetzung katholischer Theologen wie Peter Manns und Otto Hermann Pesch mit Luther hat wesentlich zur \u00f6kumenischen Verst\u00e4ndigung beigetragen und dabei neue Zug\u00e4nge er\u00f6ffnet. Es kann als Tragik des Reformationsgeschehens angesehen werden, dass sich der Konflikt zwischen Luther und der Papstkirche von 1520 an auf die Frage nach der Autorit\u00e4t in der Kirche zuspitzte und damit letztlich auch zu einer Machtfrage wurde. Luthers Anliegen, gem\u00e4\u00df der Heiligen Schrift und der klaren Vernunft dar\u00fcber zu streiten, was f\u00fcr den christlichen Glauben als wahr und richtig gelten soll, ist dadurch allzu oft in den Hintergrund getreten.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">Die \u00f6kumenische Bewegung hat in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts diesen Faden wieder aufgenommen. Das gemeinsame Reformationsgedenken von Lutheranern und Katholiken 2017 in Lund, das unter dem Motto \u201eVom Konflikt zur Gemeinschaft\u201c stand, ist ein vorl\u00e4ufiger H\u00f6hepunkt auf diesem Weg gewesen. Genauso ist das gemeinsame Gedenken der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD im April 2017 in Hildesheim zu nennen. Dass der P\u00e4pstliche Rat f\u00fcr die Einheit der Christen gemeinsam mit dem Lutherischen Weltbund am 25. Juni 2021 in Rom mit einem \u00f6kumenischen Gottesdienst des Kirchenbanns gedenken m\u00f6chte, zeigt, dass dieser Weg noch lange nicht an seinem Ende angekommen ist. In einer Zeit, in der unsere Kirchen gleicherma\u00dfen vor gro\u00dfen Herausforderungen stehen, werden wir gemeinsam auf diesem Weg weiter vorangehen.\u201c<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">Hannover, 12. Juni 2020<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">Pressestelle der VELKD<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt; margin-left:0cm; margin-right:0cm; margin-top:0cm\">Gundolf Holfert<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.06.2020Pressemitteilung Catholica-Beauftragter der VELKD zum 500. 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