{"id":1737,"date":"2020-07-31T09:09:33","date_gmt":"2020-07-31T09:09:33","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/07\/31\/gemeinsame-erklaerung-zum-hiroshima-tag-2020-ekd\/"},"modified":"2020-07-31T09:09:36","modified_gmt":"2020-07-31T09:09:36","slug":"gemeinsame-erklaerung-zum-hiroshima-tag-2020-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/07\/31\/gemeinsame-erklaerung-zum-hiroshima-tag-2020-ekd\/","title":{"rendered":"Gemeinsame Erkl\u00e4rung zum Hiroshima-Tag 2020 \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Am 6. August vor 75 Jahren ver\u00e4nderte ein Bombenabwurf eine ganze Epoche. Dieser Einsatz der Atombombe(n) hatte fatale Folgen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung von Hiroshima und Nagasaki. Nukleare Kampff\u00fchrung und Abschreckung sind jedoch keine Gespenster der Geschichte. Es existieren weltweit immer noch 16.000 Atomsprengk\u00f6pfe und in der Gegenwart gewinnen sie wieder zunehmend an strategischer Bedeutung. Diese besorgniserregende Entwicklung kann uns katholische und evangelische Geschwister nicht unber\u00fchrt lassen.\u00a0<\/p>\n<p>Heute begehen wir dem Gedenktag des Atombombenabwurfs \u00fcber Hiroshima. An diesem Tag sind unsere Gedanken vor allem bei den ungez\u00e4hlten zivilen Opfern. Sie haben ihr Leben in einem aussichtslosen Krieg gelassen und das atomare Inferno erlitten. \u00a0<\/p>\n<p>Der Blick in die Vergangenheit ist uns Mahnung f\u00fcr die Gegenwart und Zukunft. Aktuell m\u00fcssen wir eine fatale Deregulierung internationaler Nuklearwaffenabkommen und R\u00fcstungspolitik erleben. Eingebettet in die globale Krise der Diplomatie r\u00fcckt hierdurch die Gefahr atomarer Gewalteskalation in greifbare N\u00e4he. Gen\u00e4hrt wird diese Sorge durch das Bestreben, vorhandene nukleare Waffensysteme zu modernisieren, um ihre Einsatzf\u00e4higkeit zu erhalten oder an ver\u00e4nderte Bedrohungsszenarien anzupassen. Auch \u201eneue\u201c Gef\u00e4hrdungslagen \u2013 Cyberwar, Terrorismus, Handelskriege etc. \u2013 stellen die strategische Bedeutung dieser Waffensysteme fundamental infrage.\u00a0<\/p>\n<p>Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche begleiteten die Entwicklung nuklearer Waffen \u00e4u\u00dferst kritisch. Zwar wurde der Wert der Abschreckung in der Vergangenheit durchaus anerkannt, doch als Massenvernichtungswaffe war und ist ihr Einsatz ethisch nicht zu rechtfertigen. In j\u00fcngeren Zeiten mehren sich Stimmen in den beiden Kirchen, dass sowohl der Einsatz von Nuklearwaffen als auch die nukleare Abschreckungsstrategie als Mittel der politischen Interessendurchsetzung unverantwortlich sind. So formuliert Papst Franziskus am 24. November 2019 am Friedensdenkmal in Hiroshima: \u201eAus tiefer \u00dcberzeugung m\u00f6chte ich bekr\u00e4ftigen, dass der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken heute mehr denn je ein Verbrechen ist, nicht nur gegen den Menschen und seine W\u00fcrde, sondern auch gegen jede Zukunftsm\u00f6glichkeit\u00a0in unserem gemeinsamen Haus. Der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken ist unmoralisch, wie ebenso der Besitz von Atomwaffen unmoralisch ist [\u2026]. Und die Friedensdenkschrift der EKD betont schon 2007, dass die \u201eDrohung mit Nuklearwaffen nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung\u201c betrachtet werden kann. Das politische Ziel muss daher ein Global Zero bleiben: eine Welt ohne Atomwaffen.\u00a0<\/p>\n<p>Als Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax und als Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland schlie\u00dfen wir uns dieser begr\u00fcndeten Haltung ausdr\u00fccklich an. Im Andenken an die Todesopfer des 6. August 1945 fordern wir heute gemeinsam die politisch Verantwortlichen dazu auf, ernsthafte und zielorientierte Schritte in eine nuklearwaffenfreie Welt zu gehen. Hierzu bedarf es der (Wieder-)Aufnahme vertrauensvoller Dialoge und des politischen Willens zur Ver\u00e4nderung. Ein erstes und eindr\u00fcckliches Zeichen sollte die Annahme und Ratifizierung des Atomwaffenverbotsvertrags der UNO \u2013 auch durch Deutschland \u2013 sein.\u00a0<\/p>\n<p>31. Juli 2020\u00a0<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 6. August vor 75 Jahren ver\u00e4nderte ein Bombenabwurf eine ganze Epoche. 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