{"id":1899,"date":"2020-08-28T18:24:58","date_gmt":"2020-08-28T18:24:58","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/08\/28\/wir-brauchten-eine-neue-besinnung-auf-den-kern-unseres-auftrags-ekd\/"},"modified":"2020-08-28T18:25:00","modified_gmt":"2020-08-28T18:25:00","slug":"wir-brauchten-eine-neue-besinnung-auf-den-kern-unseres-auftrags-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/08\/28\/wir-brauchten-eine-neue-besinnung-auf-den-kern-unseres-auftrags-ekd\/","title":{"rendered":"\u201eWir brauchten eine neue Besinnung auf den Kern unseres Auftrags\u201c \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Zu Hubers Amtsantritt stand die Kirche vor einem neuen Zeitalter religi\u00f6ser und auch konfessioneller Pluralit\u00e4t. Dies kam im Titel des Impulspapiers \u201eKirche der Freiheit\u201c (2006) zum Ausdruck. \u201eDas sollte auf keinen Fall ein fertiger Reformfahrplan sein, kein \u201aBlueprint\u2018\u201c, erl\u00e4utert der damalige Ratsvorsitzende. Vielmehr sollte es den Verantwortlichen in den Landeskirchen, in Gemeinden und Initiativen Impulse zur Weiterentwicklung eigener Reformideen geben. Anfangs sei das nicht \u00fcberall so angekommen, \u201eerst mit dem Zukunftskongress 2007 in Wittenberg konnten wir die Vertreter der Landeskirchen, der kirchlichen Regionen und Gemeinden verst\u00e4rkt in die Diskussion \u00fcber die \u201aKirche der Freiheit\u2018 einbinden.\u201c Auf der Ebene der EKD wurde eine parit\u00e4tisch besetzte Steuerungsgruppe gebildet.<\/p>\n<p>Eine Zwischenbilanz wurde bei der Zukunftswerkstatt im September 2009 in Kassel gezogen, die zeigen sollte, dass eine \u201eKirche im Aufbruch\u201c m\u00f6glich ist. \u201eDamals ist es uns gelungen, eine Galerie der guten Ideen vorzustellen und beispielhafte Projekte hervorzuheben.\u201c Die Beschreibung dessen, was schon im Gange war, wurde (auch mit digitalen Mitteln) erfolgreich \u201evermarktet\u201c \u2013 eine Abkehr von der \u00fcblichen protestantischen Zur\u00fcckhaltung. So zieht Huber eine positive Bilanz dieser jahrelangen Arbeit: \u201e45.000 gedruckte Exemplare des Impulspapiers und \u00fcber 400.000 Downloads sprechen eine klare Sprache.\u201c<\/p>\n<h3>Engagement f\u00fcr die Bildungsarbeit<\/h3>\n<p>Ein wenig Entt\u00e4uschung klingt in der Beobachtung mit, dass um das Jahr 2012 die Vorbereitungen auf das Reformationsjubil\u00e4um 2017 die Weiterarbeit an dem Reformprozess \u00fcberlagerten. \u201eSo konnte der Eindruck vom Scheitern oder Erliegen des Prozesses aufkommen. Doch inzwischen steht allen vor Augen, dass Ver\u00e4nderungen unausweichlich sind: Erneut tritt eine dramatische Zuspitzung der Kirchenaustritte und der damit zu erwartenden Kirchensteuer-Ausf\u00e4lle vor Augen. Ich hoffe, dass das, was mit den elf Leits\u00e4tzen f\u00fcr eine aufgeschlossene Kirche begonnen hat, aufgenommen wird und nicht Resignation, sondern Aufbruchsstimmung aufkommt.\u201c<\/p>\n<p>Gro\u00dfes Engagement hat Huber w\u00e4hrend seiner Amtszeit als Ratsvorsitzender der Bildungsarbeit gewidmet; das Ringen um die Entwicklung und Sicherung des Religionsunterrichts (nicht nur in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern) geh\u00f6rt dazu. \u201eSchon als Bischof von Berlin und Brandenburg hatte ich mich festgelegt, die kirchliche Bildungsarbeit in ihren drei S\u00e4ulen zu st\u00e4rken. Da war die Bildungsarbeit in den Gemeinden in der Tradition der Christenlehre, dann die Verantwortung f\u00fcr den Religionsunterricht und schlie\u00dflich die Schaffung evangelischer Schulen.\u201c Die EKD habe dieses Konzept in vielf\u00e4ltigen Formen vertieft, unter anderem durch wichtige Grundsatzpapiere und die aktive Unterst\u00fctzung des Verfahrens vor dem Bundesverfassungsgerichts zum brandenburgischen Unterrichtsfach LER. Freude bereite ihm zudem, dass mit der evangelischen Schulstiftung eine Dachorganisation gegr\u00fcndet wurde, die den Schulen zum Austausch und als ihre politische Vertretung diene.<\/p>\n<p>Bischof Huber war schon vor seinem Amtsantritt als Ratsvorsitzender intensiv mit Ethik-Fragen besch\u00e4ftigt \u2013 etwa seit 2001 als Vertreter der EKD im Nationalen Ethikrat. \u201eBio-ethische Fragen besch\u00e4ftigten den Rat der EKD, aber auch die Kirchenkonferenz in jeder Sitzung. Und wir haben \u2013 auch in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche \u2013 in wichtigen Themen die weitere Entwicklung mitgepr\u00e4gt\u201c Als Beispiel nennt Huber die Forschung an menschlichen Embryonen: \u201eWir haben mit dem \u00a0\u2013 durchaus umstrittenen \u2013 \u00a0Eintreten f\u00fcr eine einmalige Verschiebung des Stichtags zu einem tragf\u00e4higen Kompromiss zwischen dem ethisch Vertretbaren und dem pragmatisch Notwendigen beigetragen.\u201c<\/p>\n<h3>Bem\u00fchen um eine engere Verbindung der gliedkirchlichen Zusammenschl\u00fcsse<\/h3>\n<p>Ohnehin habe der Rat der EKD immer wieder f\u00fcr Beitr\u00e4ge zur \u00f6ffentlichen Diskussion mit Langzeitwirkung gesorgt, sagt Huber. Er z\u00e4hlt dazu die Friedensdenkschrift \u201eAus Gottes Frieden leben \u2013 f\u00fcr gerechten Frieden sorgen\u201c (2007), die bis heute \u201eein ma\u00dfgeblicher Bezugspunkt\u201c sei, ebenso wie die Denkschrift \u00fcber \u201eGerechte Teilhabe\u201c (2006) sowie die Denkschrift \u00fcber \u201eUnternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive\u201c (2008). Auf die damalige Weltwirtschafts- und Finanzkrise \u00a0reagierte der Rat der EKD mit einer pointierten Stellungnahme (\u201eWie ein Riss in einer hohen Mauer\u201c, 2009). Mit einem pers\u00f6nlichen Appell habe er als Ratsvorsitzender auf die Dringlichkeit der Klimaverantwortung hingewiesen (\u201eEs ist nicht zu sp\u00e4t f\u00fcr eine Antwort auf den Klimawandel\u201c, 2007).<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Hubers Amtsantritt stand die Kirche vor einem neuen Zeitalter religi\u00f6ser und auch konfessioneller Pluralit\u00e4t. 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