{"id":1905,"date":"2020-08-29T02:34:04","date_gmt":"2020-08-29T02:34:04","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/08\/29\/die-grosse-buehne-zu-bespielen-hatten-wir-im-osten-ja-nicht-gelernt-ekd\/"},"modified":"2020-08-29T02:34:06","modified_gmt":"2020-08-29T02:34:06","slug":"die-grosse-buehne-zu-bespielen-hatten-wir-im-osten-ja-nicht-gelernt-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/08\/29\/die-grosse-buehne-zu-bespielen-hatten-wir-im-osten-ja-nicht-gelernt-ekd\/","title":{"rendered":"\u201eDie gro\u00dfe B\u00fchne zu bespielen hatten wir im Osten ja nicht gelernt\u201c \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Auch die Schwerpunktthemen der einzelnen Synoden versuchten Antworten zu geben auf die dr\u00e4ngenden Fragen der Menschen. \u201eMal ging es um die Selbstvergewisserung der Kirche \u2013 wer sind wir, wo kommen wir her, wie k\u00f6nnen wir heute das Evangelium zu den Menschen bringen? Dann griffen wir die Themen auf, die der Gesellschaft auf den N\u00e4geln brannten\u201c, sagt Rinke und erinnert an das Thema \u201eArmut und Reichtum\u201c: \u201eZu den einzelnen Themen gab es Vorschl\u00e4ge aus der Mitte der Synode und aus dem Pr\u00e4sidium. Letzlich fasste die Synode dazu einen Beschluss. Mir war dabei immer wichtig, dass Glaube und Gesellschaft nicht losgel\u00f6st voneinander betrachtet werden.\u201c<\/p>\n<p>Keine Illusionen macht sich Rinke \u00fcber den Nachhall der Kundgebungen und Papiere, die von der Synode erarbeitet wurden. Sie h\u00e4tten zwar viel Zustimmung oder auch vehemente Kritik bekommen \u201eund die Adressaten haben sie sicher auch aufmerksam gelesen\u201c, ist die ehemalige Synodenpr\u00e4ses aus Nordhausen (Th\u00fcringen) sicher, \u201eaber ich h\u00e4tte mir mehr Resonanz in den Landeskirchen und Gemeinden gew\u00fcnscht.\u201c Der Spagat zwischen EKD-Leitung und den Kirchengemeinden vor Ort sei strukturell bedingt wahrscheinlich einfach zu gro\u00df.<\/p>\n<h3>Erneuerung der Kirche<\/h3>\n<p>Eine zentrale Aufgabe w\u00e4hrend ihrer Amtszeit sei die Erneuerung der Kirche gewesen. Da stand am Anfang die Notwendigkeit einer strukturellen Erneuerung. Das sogenannte Verbindungsmodell, also die Zusammenf\u00fchrung der lutherischen und unierten Kirchen unter dem Dach der EKD war ein wichtiges Ziel im Bem\u00fchen um Deutlichkeit und Verstehbarkeit unserer Kirche. Erst dadurch wurde eine Konzentration der Kr\u00e4fte m\u00f6glich, um den Auftrag der Kirche auch in Zukunft zu erf\u00fcllen. Das war ein z\u00e4her und trockener Proze\u00df. \u201eDa ging es unter anderem auch darum, ob die EKD \u00fcberhaupt eine richtige Kirche sein soll, oder nur ein verwaltungstechnischer Dachverband\u201c, sagt Rinke. \u201eIch habe in den Monaten der Diskussion viel Trennendes und auch Rivalit\u00e4ten erlebt. Die oft beschworene Geschwisterlichkeit wurde mehr als einmal auf die Probe gestellt.<\/p>\n<p>Dass es schlie\u00dflich dennoch gelungen ist \u2013 genau zum 60. Jahrestag der EKD-Gr\u00fcndung \u2013 das \u201eKirchengesetz zur \u00c4nderung der Grundordnung und zur Ratifizierung der Vertr\u00e4ge der EKD mit der VELKD und der UEK\u201c endg\u00fcltig zu fixieren und zu unterzeichnen, war aller M\u00fche wert. Ich war ja viel herumgereist, um bei den Pr\u00e4sidien der Landeskirchen mit vertrauensbildenden Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Vorschlag des hannoverschen Landeskirchenamtspr\u00e4sidenten Eckhart von Vietinghoff zu werben.\u201c<\/p>\n<p>Der Prozess zur Erarbeitung des EKD-Impulspapiers \u201eKirche der Freiheit\u201c (2006) sieht Barbara Rinke als weiteren wichtigen Schritt zur Erneuerung der Kirche. \u201eDie Arbeit mit dem Papier hat eine Aufbruchstimmung vermittelt, aber es traten auch Differenzen und \u00c4ngste deutlich zutage. Regionale Gremien und Kirchengemeinden f\u00fchlten sich zun\u00e4chst nicht mitgenommen und sorgten sich vor allem im Osten, da\u00df sich dahinter ein weiterer Abbau verbergen k\u00f6nnte. Eine andere Bef\u00fcrchtung war die, da\u00df zu viel zentralisiert werden sollte.\u201c Der Zukunftskongress in Wittenberg (2007) war ein wichtiger Meilenstein. Das Schauen auf die von Gott geschenkte Freiheit und mit dieser Zuversicht unsere Kirche zu erneuern, bedeutete eben auch allen Sorgen und \u00c4ngsten zum Trotz die notwendigen Ver\u00e4nderungen voranzubringen.<\/p>\n<h3>\u201eDie Rinke f\u00e4hrt zum Papst\u201c<\/h3>\n<p>Mit Spannung habe sie die Bem\u00fchungen des damaligen EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber aufgenommenen, eine \u201e\u00d6kumene der Profile\u201c zu entwickeln. Manche \u00c4u\u00dferung aus der katholischen Kirche oder vom Papst seien schon als provozierend empfunden worden, etwa die Meinung, dass die evangelische Kirche gar keine richtige Kirche, nur christliche Gemeinschaft sei. Dennoch kann Barbara Rinke auf zwei pers\u00f6nliche Begegnungen mit P\u00e4psten zur\u00fcckblicken. Auf Papst Johannes Paul II traf sie schon 1996 in Paderborn, im offiziellen Auftrag der EKD. Zum Gottesdienst, den sie mit einer Lesung mitgestalten durfte, musste sie aber den Hintereingang benutzen, ebenso wie die Vertreterin der katholischen Frauen. \u201eDa mu\u00dfte ich erst einmal tief durchatmen\u201c. Im Gespr\u00e4ch wirkte Johannes Paul dann doch sehr viel offener und sympathischer.<\/p>\n<p>Seinen Nachfolger Benedikt traf Barbara Rinke beim Weltjugendtag 2005 in K\u00f6ln. \u201eDie Vorbereitungen dazu hatten Rat und Kirchenamt getroffen. Sie m\u00fcssen wohl sehr detailliert und schwierig gewesen sein\u201c, erinnert sich die damalige Synodenpr\u00e4ses. In ihrer Heimatstadt Nordhausen habe sich schnell herumgesprochen: \u201eDie Rinke f\u00e4hrt zum Papst.\u201c Daraufhin sei sie von einer katholischen Ratsfrau gebeten worden, einen Rosenkranz mitzunehmen und Benedikt um einen Segen daf\u00fcr zu bitten. Den wollte sie ihrem Sohn schenken, der katholische Theologie studieren wollte. \u201eTats\u00e4chlich hatte ich beim Gruppenempfang die M\u00f6glichkeit, Benedikt diesen Wunsch vorzutragen und er hat den Rosenkranz gesegnet.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u201eWir wollten keine Sonderbehandlung\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich unterlag auch die Synodenarbeit einer st\u00e4ndigen \u00dcberpr\u00fcfung. Was kann eingespart werden an Zeit, an Ressourcen? Brauchen wir neue Formate?<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch die Schwerpunktthemen der einzelnen Synoden versuchten Antworten zu geben auf die dr\u00e4ngenden Fragen der Menschen. \u201eMal ging es um<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1906,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1905"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1905"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1905\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1907,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1905\/revisions\/1907"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1906"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1905"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1905"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}