{"id":1908,"date":"2020-08-29T11:03:19","date_gmt":"2020-08-29T11:03:19","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/08\/29\/ich-weiss-dass-fuer-veraenderungen-viele-kleine-schritte-noetig-sind-ekd\/"},"modified":"2020-08-29T11:03:21","modified_gmt":"2020-08-29T11:03:21","slug":"ich-weiss-dass-fuer-veraenderungen-viele-kleine-schritte-noetig-sind-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/08\/29\/ich-weiss-dass-fuer-veraenderungen-viele-kleine-schritte-noetig-sind-ekd\/","title":{"rendered":"\u201eIch wei\u00df, dass f\u00fcr Ver\u00e4nderungen viele kleine Schritte n\u00f6tig sind\u201c \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Bei ihrer Wahl zur Synoden\u00e4ses konnte sich G\u00f6ring-Eckardt, die sich als Gr\u00fcnen-Politikerin einen Namen gemacht hatte, gegen das CSU-Schwergewicht G\u00fcnter Beckstein durchsetzen. \u201eEinmal habe Beckstein, der ihr Stellvertreter wurde, sogar f\u00fcr sie sprechen m\u00fcssen. \u201eIch hatte meine Stimme verloren, und er musste meine Rede vortragen. Er sagte dann gelegentlich: \u201aKatrin G\u00f6ring-Eckardt meint \u2026\u201c \u00a0Das passierte ja in der Politik nicht so oft\u201c, sagt sie am\u00fcsiert, setzt dann aber gleich hinzu, \u201edas hat uns aber eher zusammengeschwei\u00dft.\u201c<\/p>\n<h3>Zwei Frauen repr\u00e4sentieren die Kirche<\/h3>\n<p>Als gl\u00fccklichen Zufall betrachtet die ehemalige Synodenpr\u00e4ses, dass sie in ihrer vierj\u00e4hrigen Amtszeit mit zwei verschiedenen EKD-Ratsvorsitzenden zusammenarbeiten konnte, mit Margot K\u00e4\u00dfmann und Nikolaus Schneider. \u201eBeide waren auch sehr politische und zugleich fromme Menschen. Und meine ersten Monate im Amt waren ja auch noch von Wolfgang Huber gepr\u00e4gt, der mit dem Impulspapier \u201aKirche der Freiheit\u2019 den Ansto\u00df zur \u201aKirche im Aufbruch\u2018 gegeben hat, ein Wagnis zu gro\u00dfer Ver\u00e4nderung.\u201c<\/p>\n<p>Gerade aber der Umstand, dass 2009 die evangelische Kirche gleichzeitig von zwei Frauen repr\u00e4sentiert wurde, habe ihr Sicherheit gegeben: \u201eWir pr\u00e4gen unsere Kirche besonders.\u201c Und als Pr\u00e4ses der Synode noch einmal: \u201eWir k\u00f6nnten schlie\u00dflich mit unserem Votum noch einmal alle Entscheidungen stoppen.\u201c \u00a0Das Selbstbewusstsein der Synode zu st\u00e4rken, das war ihr besonderes Anliegen wie f\u00fcr ihre Nachfolgerin Irmgard Schwaetzer. Dazu geh\u00f6rte es auch, die Synode selbst,\u00a0in ihrer Arbeitsweise zu ver\u00e4ndern. Die Einf\u00fchrung des Pr\u00e4sesberichtes geh\u00f6rte dazu, aber auch Weltcaf\u00e9s statt nur Plenarsitzungen, und dass auf diese Weise auch Synodale zu Wort kamen, dich sich nicht immer automatisch ans Mikrofon dr\u00e4ngen.<\/p>\n<h3>Unterschiedliche Positionen als Vielfalt der Kirche darstellen<\/h3>\n<p>Katrin G\u00f6ring-Eckardt ist der EKD dankbar, dass ihr \u2013 \u201eals Nicht-Theologin und Frau\u201c \u2013 die Ansprache an Papstes Benedikt bei seinem Besuch 2011 in Erfurt \u00fcbertragen wurde. Sie habe dabei bewusst die Anrede \u201eBruder Benedikt\u201c gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Mit dem Papstbesuch, der \u201esicher kein \u00f6kumenischer Aufbruch\u201c war, h\u00e4tten viele gro\u00dfe Hoffnungen auf mehr Gemeinsamkeiten in der \u00d6kumene verbunden, waren dann aber entt\u00e4uscht. \u00a0\u201eIn kleiner Runde im Kapitelsaal war der Papst viel offener als sp\u00e4ter im \u00f6ffentlichen Gottesdienst\u201c, verr\u00e4t G\u00f6ring-Eckardt. F\u00fcr ihr selbstbewusstes Auftreten gegen\u00fcber Benedikt (\u201eauf Augenh\u00f6he\u201c) habe es aber auch und vor allem von katholischen Frauen viele positive R\u00fcckmeldungen gegeben. Bis heute ist G\u00f6ring-Eckardt \u00fcberzeugt: \u201eWir k\u00f6nnen es uns nicht leisten, dar\u00fcber zu reden, wie wir uns auseinanderdividieren. Wir m\u00fcssen vielmehr unsere unterschiedlichen Positionen als Vielfalt der Kirche darstellen.\u201c<\/p>\n<h3>\u201eEs gibt auch Dinge, die offen blieben\u201c<\/h3>\n<p>Gegenwind versp\u00fcrte G\u00f6ring-Eckardt eher schon mal aus ihrer eigenen Kirche, vor allem, wenn sie ihre politischen \u00dcberzeugungen, etwa zur gleichgeschlechtlichen Ehe vortrug. \u201eDennoch habe ich auch den Kontakt zur evangelikalen Bewegung gesucht. Und es war selbstverst\u00e4ndlich, dass sie fester Bestandteil des Kirchentags und der Gesamtkirche sind.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Katrin G\u00f6ring-Eckardt vertritt die \u00dcberzeugung, Synodenarbeit d\u00fcrfe nicht nur auf die j\u00e4hrlichen Tagungen beschr\u00e4nkt betrachtet werden. Zahlreiche Sitzungen in Aussch\u00fcssen und im Pr\u00e4sidium entgingen zwar der \u00d6ffentlichkeit, machten aber den Gro\u00dfteil der Arbeit aus. Gerade in diesem Zusammenhang sei sie ihrem damaligen theologischen Stellvertreter Klaus Eberl besonders dankbar: \u201eEr wusste immer weiter, wie es weitergeht, wenn formale, rechtliche oder theologische Probleme zu kl\u00e4ren waren.\u201c Und Elke K\u00f6nig habe im Pr\u00e4sidium immer noch einmal mit dem besonderen Blick einer Ostdeutschen auf die Beschl\u00fcsse geschaut. \u201eTrotz aller Unterschiede konnten wir uns im Pr\u00e4sidium ganz wunderbar aufeinander verlassen\u201c, zieht sie ein Res\u00fcmee ihrer Amtszeit. Kritisch erg\u00e4nzt sie: \u201eEs gibt auch Dinge, die offen blieben oder nur halb erreicht wurden. Dass die EKD ihre Art zu tagen oder ihre Einkaufsmacht nutzt, um \u00f6kologisch und fair zu tagen und zu arbeiten, ist jedenfalls nicht vollst\u00e4ndig erreicht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align:right\">Michael Eberstein \/ EKD<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei ihrer Wahl zur Synoden\u00e4ses konnte sich G\u00f6ring-Eckardt, die sich als Gr\u00fcnen-Politikerin einen Namen gemacht hatte, gegen das CSU-Schwergewicht G\u00fcnter<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1909,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1908"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1908"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1908\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1910,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1908\/revisions\/1910"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1909"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1908"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1908"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1908"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}