{"id":1990,"date":"2020-09-11T04:57:33","date_gmt":"2020-09-11T04:57:33","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/09\/11\/europa-muss-jetzt-helfen-ekd\/"},"modified":"2020-09-11T04:57:35","modified_gmt":"2020-09-11T04:57:35","slug":"europa-muss-jetzt-helfen-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/09\/11\/europa-muss-jetzt-helfen-ekd\/","title":{"rendered":"Europa muss jetzt helfen \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Auch gegen\u00fcber der \u201ePassauer Neuen Presse\u201c mahnte Bedford-Strohm eine rasche europ\u00e4ische L\u00f6sung an. Falls dies nicht m\u00f6glich sei, \u201emuss Deutschland mit den L\u00e4ndern, die dazu bereit sind, vorangehen\u201c, sagte er. Europa habe es vers\u00e4umt, sich auf einen gemeinsamen Weg in der Fl\u00fcchtlingspolitik zu verst\u00e4ndigen.<\/p>\n<h3>Rekowski: \u201eJetzt ist Schluss. Jetzt ist Zeit zu handeln.\u201c<\/h3>\n<p>Manfred Rekowski, Vorsitzender der Kammer f\u00fcr MIgration und INtegration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),\u00a0forderte, nach dem Brand in Moria ein Zeichen f\u00fcr eine europ\u00e4ische Aufnahme Gefl\u00fcchteter zu setzen. Ein abgestimmtes europ\u00e4isches Handeln bei der Aufnahme von Gefl\u00fcchteten sei \u201edringend notwendig, ja \u00fcberf\u00e4llig\u201c, sagte der Pr\u00e4ses der Evangelischen Kirche im Rheinland dem Evangelischen Pressedienst (epd).<\/p>\n<p>Im WDR-Radio forderte Rekowski die Europ\u00e4ische Union und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zu einem Kurswechsel in der Fl\u00fcchtlingspolitik auf. Der EU sei es trotz vielfacher Warnungen, auch aus den Kirchen, nicht gelungen, \u201edie Eskalation der menschenunw\u00fcrdigen Situation in dem Lager zu verhindern\u201c, sagte er in seiner Morgenandacht bei WDR2: \u201eJetzt ist Schluss. Jetzt ist Zeit zu handeln.\u201c<\/p>\n<p>Rekowski verwies auch auf den Appell der leitenden Geistlichen evangelischer Landeskirchen \u201eWir erwarten vom Bundesminister des Innern, sich den Angeboten von Bundesl\u00e4ndern und Kommunen, Gefl\u00fcchtete aus den griechischen Lagern aufzunehmen, nicht l\u00e4nger zu widersetzen\u201c, zitierte er aus der gemeinsamen Position. Die deutsche EU-Ratspr\u00e4sidentschaft m\u00fcsse umgehend eine europ\u00e4ische L\u00f6sung f\u00fcr die Verteilung der Schutzsuchenden auf aufnahmebereite L\u00e4nder finden.<\/p>\n<p>\u201eVersucht die Kirche hier Politik zu machen, wenn sie sich so deutlich zu Wort meldet? Sollte sie nicht lieber bei ihren Leisten bleiben?\u201c, griff Rekowski m\u00f6gliche Kritik an der Positionierung der Kirchen auf. \u201eF\u00fcr mich ist klar: Wir d\u00fcrfen keinen Menschen aufgeben. Wir d\u00fcrfen niemanden sich selbst \u00fcberlassen. Wir sind Lobbyisten der Menschlichkeit\u201c, betonte er.<\/p>\n<h3>Heimbucher:\u00a0\u201eEuropa hat hier versagt\u201c<\/h3>\n<p>Der hannoversche evangelische Landesbischof Ralf Meister appellierte an die Bundesregierung, den Menschen im Lager Moria zu helfen. \u201eWir w\u00fcrden als evangelische Kirche alle M\u00f6glichkeiten vollst\u00e4ndig unterst\u00fctzen, dass man diesen Menschen einen menschenw\u00fcrdigen Aufenthaltsort gibt, und dann im Rahmen der Asylgesetze dar\u00fcber ber\u00e4t und beschlie\u00dft, wo sie letztlich bleiben k\u00f6nnen\u201c, sagte er am Mittwoch in Hannover. Meister sprach von einer \u201eabsoluten Katastrophe\u201c, die allerdings erwartbar gewesen sei.<\/p>\n<p>Auch der evangelisch-reformierte Kirchenpr\u00e4sident Martin Heimbucher forderte die Bundesregierung auf, aktive Hilfe zu leisten. \u201eDas seit Monaten hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllte Moria erf\u00fcllt schon lange nicht einmal humanit\u00e4re Mindeststandards\u201c, sagte er am Mittwoch im nieders\u00e4chsischen Leer: \u201eEuropa hat hier versagt. Wir m\u00fcssen uns f\u00fcr unsere Hartherzigkeit sch\u00e4men.\u201c<\/p>\n<h3>Kardinal Woelki: \u201eDaran wird sich die Menschlichkeit Europas messen lassen m\u00fcssen\u201c<\/h3>\n<p>Der K\u00f6lner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, erkl\u00e4rte auf Twitter: \u201eWir d\u00fcrfen die Augen nicht l\u00e4nger vor dem Leid unserer Mitmenschen verschlie\u00dfen. Ihnen jetzt zu helfen und sie aufzunehmen ist unsere Pflicht \u2013\u00a0und daran wird sich die Menschlichkeit Europas messen lassen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Die katholische Laienbewegung Sant&#8217;Egidio erkl\u00e4rte am Mittwoch, wenn \u201eEuropa noch auf der H\u00f6he seiner Traditionen von Zivilisation und Menschlichkeit sein will, muss es sich in einem Akt von kollektiver Verantwortung um dieses Problem k\u00fcmmern.\u201c Die Gemeinschaft rief alle L\u00e4nder der Europ\u00e4ischen Union auf, unverz\u00fcglich die Fl\u00fcchtlinge aufzunehmen, die beim Brand im Lager Moria alles verloren haben: \u201eEs sind Asylbewerber, die seit Monaten oder teilweise seit Jahren unter extrem prek\u00e4ren Umst\u00e4nden leben, nachdem sie lange und sehr gef\u00e4hrliche Reisen auf der Flucht vor Krieg oder unertr\u00e4glichen Zust\u00e4nden zur\u00fcckgelegt haben; die gro\u00dfe Mehrheit stammt aus Afghanistan.\u201c Es seien \u00fcberwiegend Familien. Insgesamt handele es sich um ungef\u00e4hr 13.000 Personen und davon 40 Prozent Minderj\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Der katholische Fl\u00fcchtlingsbischof Stefan He\u00dfe sagte: \u201eIn die Betroffenheit \u00fcber das Elend der Schutzsuchenden mischt sich die Best\u00fcrzung \u00fcber das politische Versagen.\u201c Man m\u00fcsse es wohl so offen sagen: \u201eEs handelt sich um eine Katastrophe mit Ansage\u201c, erkl\u00e4rte der Vorsitzende der Migrationskommission und Sonderbeauftragte f\u00fcr Fl\u00fcchtlingsfragen der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch gegen\u00fcber der \u201ePassauer Neuen Presse\u201c mahnte Bedford-Strohm eine rasche europ\u00e4ische L\u00f6sung an. 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