{"id":2317,"date":"2020-10-28T16:09:34","date_gmt":"2020-10-28T16:09:34","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/10\/28\/wir-sollten-dem-volk-wieder-aufs-maul-schauen-ekd\/"},"modified":"2020-10-28T16:09:36","modified_gmt":"2020-10-28T16:09:36","slug":"wir-sollten-dem-volk-wieder-aufs-maul-schauen-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/10\/28\/wir-sollten-dem-volk-wieder-aufs-maul-schauen-ekd\/","title":{"rendered":"\u201eWir sollten dem Volk wieder aufs Maul schauen!\u201c \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p><em>Welche Vision haben Sie denn von der k\u00fcnftigen Kirche?<\/em><\/p>\n<p><strong>Klee: <\/strong>Ich w\u00fcnsche mir eine Kirche, in der gro\u00dfe Freiheit herrscht. In der sich Menschen trauen, das Christentum zu leben, unabh\u00e4ngig davon, ob sie eine theologische Ausbildung gemacht haben oder nicht. Ich w\u00fcnsche ich mir, dass wir mutig werden, Dinge neu zu denken, ganz anders als bisher. Da hat dann das christliche Caf\u00e9 die gleiche Bedeutung wie der sonnt\u00e4gliche Gottesdienst.<\/p>\n<p><em>Manchmal scheint es, als seien Ehrenamtliche eine L\u00f6sung f\u00fcr alles.<\/em><\/p>\n<p><strong>Klee:<\/strong> Die Arbeitsbelastung w\u00e4chst, infolge der Strukturwandelprozesse fehlen viele Hauptamtliche, Vakanzen m\u00fcssen Kolleginnen und Kollegen abfangen. Die Ehrenamtlichen haben gro\u00dfe Motivation, sie sp\u00fcren die L\u00fccke, die entsteht, und springen hinein. Dazu brauchen sie Begleitung, Bef\u00e4higung und Ermutigung. Aber: Auch die Ehrenamtlichen bringen verschiedene Vorstellungen mit, die teilweise sehr klassisch traditionell sind. Da entstehen mitunter Spannungen zu den Pfarrerinnen und Pfarrern. Haupt- und Ehrenamtliche sollten gemeinsam auf den Weg gehen und zeigen, was Kirche ist: Gemeinschaft aller Gl\u00e4ubigen. Und: In Zukunft werden wir noch st\u00e4rker darauf achten m\u00fcssen, Ehrenamtliche gut zu f\u00f6rdern und nicht zu \u00fcberfordern.<\/p>\n<p><em>Sie wirken im \u201eAtelier Sprache\u201c mit, einem Arbeitszweig des Theologischen Zentrums Braunschweig\u00a0Was machen Sie da?<\/em><\/p>\n<p><strong>Kee:<\/strong> Schon seit fast 20 Jahren gehen wir gemeinsam auf die Suche nach einer angemessenen Predigtsprache. Die theologische Ausbildung und das Studium sind ja eher wissenschaftlich. Das ist auch gut, denn eine fundierte Auseinandersetzung mit der Bibel ist wichtig. Aber: Das f\u00fchrt eher zu einer wissenschaftlich orientierten Sprache. Die Herausforderung besteht darin, wieder mehr auf M\u00fcndlichkeit zu setzen, also die Sprache in m\u00fcndliches Geschehen zu \u00fcbersetzen. Das f\u00e4ngt bei ganz einfachen Tipps aus dem Bereich der Leichten Sprache an, zum Beispiel in kurzen Haupts\u00e4tzen zu sprechen oder Verben statt Substantiven zu verwenden. Damit Predigtsprache wieder zug\u00e4nglicher wird und einfacher zu verstehen ist. Sie muss glaubw\u00fcrdig sein und zu der Person, die predigt, passen. Wir m\u00fcssen den Leuten \u201eaufs Maul schauen\u201c &#8211; dieser Ratschlag Martin Luthers gilt immer noch. Die Sprachkultur ver\u00e4ndert sich fortlaufend. Deshalb hat sich die Arbeit im Atelier \u00fcber die Jahre immer weiterentwickelt. Die Dozentinnen und Dozenten verwenden verschiedene Methoden, verbinden homiletische Wissenschaft und k\u00fcnstlerisches Schaffen. Im Kreuzgang des Theologischen Zentrums werden die eigenen Predigten nicht nur mit dem Modell der dramaturgischen Homiletik reflektiert, es werden auch Buchstabensuppenw\u00f6rter gelegt oder Zeitungen zu Wortcollagen umgestaltet. Wir kommen mit Kirchenfernen ins Gespr\u00e4ch, befragen Gegenst\u00e4nde, besuchen Kunstausstellungen. Zudem besch\u00e4ftigt uns mehr und mehr die Frage nach einer digitalen kirchlichen Sprache.<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Vision haben Sie denn von der k\u00fcnftigen Kirche? 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