{"id":2391,"date":"2020-11-08T21:20:11","date_gmt":"2020-11-08T21:20:11","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/11\/08\/einbringung-des-berichts-des-zukunftsteams-hinaus-ins-weite-kirche-auf-gutem-grund-zwoelf-leitsaetze-zur-zukunft-einer-aufgeschlossenen-kirche-von-landesbischof-dr-heinric\/"},"modified":"2020-11-08T21:20:13","modified_gmt":"2020-11-08T21:20:13","slug":"einbringung-des-berichts-des-zukunftsteams-hinaus-ins-weite-kirche-auf-gutem-grund-zwoelf-leitsaetze-zur-zukunft-einer-aufgeschlossenen-kirche-von-landesbischof-dr-heinric","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/11\/08\/einbringung-des-berichts-des-zukunftsteams-hinaus-ins-weite-kirche-auf-gutem-grund-zwoelf-leitsaetze-zur-zukunft-einer-aufgeschlossenen-kirche-von-landesbischof-dr-heinric\/","title":{"rendered":"Einbringung des Berichts des Zukunftsteams \u201eHinaus ins Weite \u2013 Kirche auf gutem Grund\u201c Zw\u00f6lf Leits\u00e4tze zur Zukunft einer aufgeschlossenen Kirche von Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p style=\"text-align:right\">Es gilt das gesprochene Wort<\/p>\n<p>Vielen Dank. \u2013 Ich m\u00f6chte einleitend das Wichtigste im Hinblick auf die Leits\u00e4tze, die Sie alle besch\u00e4ftigt haben und auch in der \u00d6ffentlichkeit intensiv diskutiert wurden, zusammenfassen.<\/p>\n<p>Wie ist das Ganze zustande gekommen? Woher kamen diese Leits\u00e4tze eigentlich? Sie stammen nicht aus irgendeiner handverlesenen Gruppe, die irgendjemand zusammengestellt hat, sondern aus den Landeskirchen und dem Rat der EKD.<\/p>\n<p>Sie erinnern sich: Die EKD-Synode hat vier Menschen entsandt, die Kirchenkonferenz der EKD hat vier Menschen aus den Landeskirchen entsandt, und auch der Rat der EKD hat vier Menschen entsandt. Dann haben wir, als wir uns das erste Mal zusammengesetzt haben, gemerkt, dass die j\u00fcngste Person in unserem Kreise 47\u00a0Jahre alt war. Da haben wir uns gedacht, das kann angesichts all der Dinge, die wir im Hinblick auf die Beteiligung junger Menschen voranbringen wollen, nicht so bleiben. Wir mussten also daf\u00fcr sorgen, dass auch junge Erwachsene dabei sind, und daher haben wir noch drei junge Erwachsene berufen, die wirklich tolle Impulse gegeben haben. Insofern bin ich rein aus inhaltlichen Gr\u00fcnden unglaublich froh, dass wir diesen Schritt damals gemacht haben.<\/p>\n<p>Warum habe ich diese Zusammenstellung jetzt noch einmal betont? Mir ist es sehr wichtig, dass wir bei diesem Zukunftsprozess deutlich machen, dass die Erfahrungen aus den Landeskirchen aufgenommen werden, und das ist auch dadurch zum Ausdruck gekommen, wie wir unsere Arbeit begonnen haben. Denn wir haben zuallererst die Reformprozesse in den Landeskirchen genau analysiert und uns \u00fcberlegt, welches die Dinge sind, die eigentlich letztlich \u00fcberall konvergierend in den Landeskirchen vorangebracht werden. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass in den Landeskirchen sehr viel kongenial l\u00e4uft, was auch f\u00fcr die EKD-Ebene von zentraler Relevanz ist und letztlich auch in dieses Papier eingeflossen ist.<\/p>\n<p>Das Zweite war, dass wir in dieser Gruppe das Reformationsjubil\u00e4um sehr gr\u00fcndlich ausgewertet haben: Was haben uns die Landeskirchen in ihren Auswertungsberichten mit auf den Weg gegeben? Welche Formate haben funktioniert? Welche waren besonders erfolgreich?<\/p>\n<p>Damit begann die Arbeit, die dann mit dem Zwischenbericht, den Sie bekommen haben, in diese elf Leits\u00e4tze gem\u00fcndet ist. Diese sollten \u2013 so war es immer geplant \u2013 auch ver\u00f6ffentlicht werden, damit auch die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber diese Anst\u00f6\u00dfe diskutieren kann. Das ist auch passiert, wie wir es schon lange nicht mehr erlebt haben. Uns erreichten viele Zuschriften, aber es wurde auch \u00f6ffentlich diskutiert, beispielsweise auf Facebook, auf Twitter. In \u201ezeitzeichen\u201c erschient aus der akademischen Theologie eine ganze Serie von Beitr\u00e4gen. In \u00c4ltestenkreisen, in Bezirkskonventen, an ganz unterschiedlichen Orten wurden diese Leits\u00e4tze diskutiert.<\/p>\n<p>Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Es gab scharfe Ablehnung, aber auch viel Zustimmung. Was man vielleicht ausdr\u00fccklich als besonders bemerkenswert nennen kann, ist, dass die Zustimmung weit \u00fcberdurchschnittlich von au\u00dfen gekommen ist, und die Kritik kam spiegelbildlich viel st\u00e4rker von innen. Mir \u2013 das ist nicht empirisch belegt \u2013 ist in meiner Kommunikation dar\u00fcber aufgefallen, dass junge Leute sehr positiv reagiert haben. Das war ein deutlicher Eindruck, den ich hatte, und dar\u00fcber habe ich mich nat\u00fcrlich sehr gefreut.<\/p>\n<p>Die Leits\u00e4tze wurden in der Kirchenkonferenz und im Rat der EKD diskutiert, und im Rahmen dieses Prozesses sind es zw\u00f6lf geworden; das haben Sie alle gemerkt. Eine These zur Seelsorge ist dazugekommen. Dieses Thema hat es zwar als Querschnittsthema schon immer gegeben, aber wir waren der Auffassung, dass sein Stellenwert gest\u00e4rkt werden sollte, indem es eine eigene These wird. Das sollte deutlich machen, dass wir als Kirche auch f\u00fcr Seelsorge stehen.<\/p>\n<p>Die Reihenfolge der Thesen hat sich ge\u00e4ndert. Die Fr\u00f6mmigkeit ist an den Anfang ger\u00fcckt worden, was ich sehr gut finde. Denn letztlich geht davon alles aus; das haben Sie vielleicht auch meinem Bericht und meinen Antworten angemerkt. Ich finde, das ist eine sehr stimmige Reihenfolge.<\/p>\n<p>Die einzelnen Themen sind anschlie\u00dfend auch noch mal justiert worden. Denn aufgrund der \u00f6ffentlichen Diskussion ist sehr deutlich geworden, dass das, was ich mit diesen S\u00e4tzen verbunden habe, missverstanden worden ist. Ein prominentes Beispiel ist die Rolle der Ortsgemeinden. Nie und nimmer w\u00fcrde ich, der ich selber Gemeindepfarrer war und sehr genau vor Augen habe, welche Bedeutung die Gemeinden haben, ein Papier verantworten oder unterschreiben wollen, das die Gemeinden abwertet. Vielmehr ging es darum \u2013 und das ist in der neuesten Fassung sehr viel deutlicher geworden \u2013, dass die Vernetzung auch im Gemeindebereich, in der Region oder auch mit unterschiedlichen kirchlichen Ebenen sehr zentral ist. Es muss zum Grundparadigma werden, dass nicht alle alles machen, sondern dass wir sehr klug aufeinander beziehen, was die unterschiedlichen Akteure jeweils am besten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch die Passage zur Kirchensteuer ist jetzt so formuliert worden, dass deutlicher wird, dass diesbez\u00fcglich Diskussionsbedarf besteht. Die Finanzer haben sich nat\u00fcrlich auch gemeldet und ihre Gesichtspunkte eingebracht. Es gab in der Gruppe zu dieser Frage, wie auch zu einigen anderen Fragen, die in dem Papier stehen, unterschiedliche Meinungen. Wir haben uns trotzdem entschieden, es aufzunehmen, weil wir auch die \u00f6ffentliche Diskussion wollen.<\/p>\n<p>Ein Punkt ist in der jetzigen Fassung deutlicher. Auch mit einer Kirchensteuerflexibilit\u00e4t kann man bei jungen Leuten das Grundproblem nicht bek\u00e4mpfen. Es gelingt uns einfach nicht, den Menschen deutlich zu machen, dass sie im Alter zwischen 20 und 30 eine Heimat in dieser Kirche haben. Das ist das Grundlegende, und deshalb m\u00fcssen wir uns diesem Problem widmen. Wir m\u00fcssen dar\u00fcber nachdenken, warum sich Menschen spontan dazu entscheiden, die Kirche zu verlassen, sobald sie den ersten Kirchensteuerbescheid erhalten. Das ist diskussionsw\u00fcrdig, und wir sind mittendrin in dieser Diskussion.<\/p>\n<p>Also, die Diskussion hat sich so entwickelt, wie wir es uns erhofft haben. Es ist kr\u00e4ftig diskutiert worden.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte als Letztes noch sagen, wo f\u00fcr mich der theologische Cantus firmus des Papiers liegt \u2013 auch das ist in der jetzigen Fassung deutlicher geworden \u2013: Es ist der Christusbezug.<\/p>\n<p>Schauen wir uns die Thesen an. Bei der Fr\u00f6mmigkeit ist ohnehin klar, dass die Christusbeziehung eine zentrale Rolle spielt.<\/p>\n<p>Gehen wir weiter zur Seelsorge. Jesus hat an Leib geheilt, aber er hat auch die Seele geheilt. Seelsorge ist ganz eng mit dem Christusbezug verbunden.<\/p>\n<p>Schauen wir uns das Thema \u00d6ffentlichkeit an und f\u00fchren uns die letzte EKD-Synode vor Augen: die Feindesliebe, die Bergpredigt. Ja, selbstverst\u00e4ndlich lebt die Friedensethik von zentralen Impulsen des Christusbezugs.<\/p>\n<p>Das andere Thema, das direkt in den ersten Thesen vorhanden ist, ist die \u00d6kumene. Georg B\u00e4tzing hat es vorhin noch einmal sehr eindrucksvoll gesagt: Christus f\u00fchrt uns zusammen. Paulus fragt: \u201eIst Christus etwa zerteilt?\u201c Und wir alle kennen die Antwort. Deswegen: Auch da ist der Christusbezug ganz deutlich.<\/p>\n<p>Das wollte ich Ihnen von meiner Seite aus bei der Einbringung durchaus noch mitgeben. Im m\u00fcndlichen Ratsbericht ist es schon gesagt worden. Insofern ist in der Fassung, die jetzt Diskussionsgrundlage ist, einiges st\u00e4rker gefasst, als es in den fr\u00fcheren Fassungen der Fall war. Da zeigt sich, dass eine Diskussion \u2013 so empfinde ich es jedenfalls \u2013 wirklich etwas bringen kann.<\/p>\n<p>Insofern lassen mich die Anregungen und Vorschl\u00e4ge, die jetzt aus der Synode gekommen sind, die ich schon zur Kenntnis nehmen konnte, soweit sie mir vorlagen, sehr darauf hoffen, dass das Papier durch die Diskussion in der Synode noch besser wird. Ich freue mich auf das, was jetzt noch kommt, und darauf, dass dieses Papier dadurch gest\u00e4rkt werden kann.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gilt das gesprochene Wort Vielen Dank. \u2013 Ich m\u00f6chte einleitend das Wichtigste im Hinblick auf die Leits\u00e4tze, die Sie<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2392,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2391"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2391"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2391\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2393,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2391\/revisions\/2393"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2392"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2391"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2391"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2391"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}