{"id":2502,"date":"2020-11-19T19:00:21","date_gmt":"2020-11-19T19:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/11\/19\/fuer-unser-soziales-miteinander-sind-die-massnahmen-verheerend-ekd\/"},"modified":"2020-11-19T19:00:23","modified_gmt":"2020-11-19T19:00:23","slug":"fuer-unser-soziales-miteinander-sind-die-massnahmen-verheerend-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/11\/19\/fuer-unser-soziales-miteinander-sind-die-massnahmen-verheerend-ekd\/","title":{"rendered":"\u201eF\u00fcr unser soziales Miteinander sind die Ma\u00dfnahmen verheerend\u201c \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p><em>Wie ist noch Seelsorge m\u00f6glich, wenn die Kontaktbeschr\u00e4nkungen weiter versch\u00e4rft werden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Kurschus:<\/strong> Das ist ein ganz schwieriger Punkt. Wir haben in den vergangenen Wochen erlebt, wie Seelsorgerinnen und Seelsorger sich trotz der Beschr\u00e4nkungen mit aller gebotenen Umsicht zu den Menschen aufgemacht haben, die ihrer N\u00e4he dringend bedurften. Wo dies nicht m\u00f6glich war, haben Seelsorgerinnen und Seelsorger andere Formen und Wege des Kontakts gefunden: Briefeschreiben, Telefonieren, manche haben sich in den Garten gestellt und Lieder gesungen und die Botschaft der Hoffnung und des Trostes weitergesagt. Ich glaube, dass sich die Menschen, denen die F\u00fcrsorge galt, auch \u00fcber diese Zeichen gefreut haben, so unzureichend sie auch sein m\u00f6gen. Was auf jeden Fall klar ist: Wenn es ans Sterben geht, d\u00fcrfen wir keinen einzigen Menschen allein lassen. Ich halte es f\u00fcr unverantwortlich, Menschen in elender Einsamkeit ihren letzten Weg gehen zu lassen. Wir m\u00fcssen alles tun, damit das nicht geschieht. Es sollte wenigstens m\u00f6glich sein, die Hand eines Menschen zu halten, auch wenn es mit einem Schutzanzug sein muss.<\/p>\n<p><em>Rechnen Sie weiterhin mit Akzeptanz der Auflage in der Bev\u00f6lkerung und haben Sie Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Proteste gegen die Auflagen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Kurschus:<\/strong> Wir haben jetzt alle die Pflicht, uns umeinander zu k\u00fcmmern und eigene Kontakte einzuschr\u00e4nken. Ich kann aber nachvollziehen, dass Menschen zunehmend \u00fcberfordert sind und die Ma\u00dfnahmen nicht mehr ertragen. Manche sind am Rande ihrer Nervenkraft, f\u00fchlen sich eingesperrt und halten nicht mehr aus, dass sie nicht tun d\u00fcrfen, was sie gerne wollen und wonach sie sich sehnen. Das ist f\u00fcr mich allerdings mehr eine seelsorgliche Herausforderung als eine ideologische Frage. Deshalb kann ich Demonstrationen nicht nachvollziehen, bei denen die Gef\u00e4hrlichkeit des Virus geleugnet wird und die Ma\u00dfnahmen gegen die Ausbreitung als \u00fcberzogene Reaktion eines autorit\u00e4ren Staates dargestellt werden. Eine solche Haltung ist gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p><em>Sie haben in Ihrem Bericht die \u00c4u\u00dferung als vorschnell bezeichnet, die Corona-Pandemie sei keine Strafe Gottes. Halten Sie das denn f\u00fcr m\u00f6glich?<\/em><\/p>\n<p><strong>Kurschus: <\/strong>Ich wollte damit sagen, dass wir Gott nicht in die Karten schauen und wissen k\u00f6nnen, wie er handelt und warum. Ich glaube, dass Gott diese Welt erschaffen hat und dass all sein Handeln in dieser Welt uns am Ende zum Heil dienen wird. Aber wie diese Wege des g\u00f6ttlichen Handelns aussehen, dar\u00fcber erlaube ich mir kein Urteil. Es ist zu einfach zu behaupten: Wo Gott ist, da ist Licht und Friede und da werden alle Menschen heil. Ist dann also Gott dort nicht, wo Dunkel und Unfriede und Unheil herrschen? Ausgesperrt ausgerechnet da, wo wir ihn am n\u00f6tigsten brauchen? Diese Fragen muss mein Glaube aushalten. Und mitten im bangen Fragen bin ich doch gewiss, dass Gott uns nicht dem B\u00f6sen \u00fcberl\u00e4sst &#8211; immerhin hat er den letzten und st\u00e4rksten Feind, den Tod, mit dem Leben bezwungen.<\/p>\n<p style=\"text-align:right\"><em>epd-Gespr\u00e4ch: Ingo Lehnick<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ist noch Seelsorge m\u00f6glich, wenn die Kontaktbeschr\u00e4nkungen weiter versch\u00e4rft werden? Kurschus: Das ist ein ganz schwieriger Punkt. 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