{"id":2710,"date":"2020-12-22T23:02:00","date_gmt":"2020-12-22T23:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/12\/22\/geschenk-fuer-das-christkind-ekd\/"},"modified":"2020-12-22T23:02:04","modified_gmt":"2020-12-22T23:02:04","slug":"geschenk-fuer-das-christkind-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/12\/22\/geschenk-fuer-das-christkind-ekd\/","title":{"rendered":"Geschenk f\u00fcr das Christkind \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Ob bei griechischen \u00c4rzten wie Dioskurides (um 60 n. Chr) oder bei dem persischen Gelehrten Ibn Sina (Avicenna, 980-1037), ob in fr\u00fchneuzeitlichen Kr\u00e4uterb\u00fcchern oder der Medizinschule von Salerno &#8211; Myrrhe galt stets als Mittel gegen Entz\u00fcndungen und Beschwerden des Verdauungstrakts und wird in der Phytotherapie heute bei entz\u00fcndlichen Erkrankungen eingesetzt.<\/p>\n<p>Medikamente mit Myrrhe werden beispielsweise bei Colitis ulcerosa (Darmentz\u00fcndung) empfohlen, aber auch bei entz\u00fcndeten Mundschleimh\u00e4uten. Und die Wissenschaft analysiert die Pflanze noch weiter, wie Niedenthal erkl\u00e4rt: &#8222;Weltweit l\u00e4uft derzeit eine umfangreiche Forschung, bei der neben dem Harz auch andere Bestandteile des Myrrhenbaumes untersucht werden.&#8220;<\/p>\n<p>Der Myrrhenbaum w\u00e4chst in den Trockengebieten des nord\u00f6stlichen Kenias und \u00f6stlichen \u00c4thiopiens, in Dschibuti, in Somalia sowie auf der arabischen Halbinsel. Von dort importierten auch die alten \u00c4gypter den entz\u00fcndungshemmenden Myrrhengummi mit seinen Gerbstoffen. Ein Tempelrelief in der \u00e4gyptischen Nekropole Deir-el-Bahari bei Luxor verewigte den Transport von Myrrhenstr\u00e4uchern. Herodot, griechischer Historiker und weit gereister Geograf, beschrieb, wie die \u00c4gypter die ausgesp\u00fclten Leiber ihrer Toten mit &#8222;reiner zerriebener Myrrhe&#8220; und Weihrauch f\u00fcllten.<\/p>\n<p>Auch die sumerische Medizin in Mesopotamien, dem heutigen Irak, nutzte die Myrrhe. Das geht aus einem Keilschriftdokument aus dem sp\u00e4ten 3. Jahrtausend v. Chr. hervor. Die Tontafeln, die in Nippur (heute Niffur, 180 Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich von Bagdad) gefunden wurden, gelten als das \u00e4lteste Lehrbuch der Medizin: eine Rezeptsammlung ohne G\u00f6tter und Magie, sondern mit Pharmaka wie Myrrhe.<\/p>\n<p>In der Bibel kommt Myrrhe mehrfach vor. Ende des 11. Jahrhunderts vor Christus salbte der Prophet Samuel den ersten K\u00f6nig der Israeliten, Saul. Zum traditionellen Salb\u00f6l aus der gepressten Olive geh\u00f6rten auch aromatische Balsamharze wie Myrrhe. Der Verfasser des Matth\u00e4us-Evangeliums setzte diese Tradition bewusst fort, als er die Geburt Christi aus dem Stamm der j\u00fcdischen K\u00f6nige herleitete und die Weisen aus dem Morgenland einf\u00fchrte, Astrologen, die einem Stern im Westen folgten.<\/p>\n<p>Matth\u00e4us leitet Jesus von Abraham \u00fcber David ab und stellt ihn als K\u00f6nig der Juden vor: als den &#8222;Gesalbten&#8220;, den &#8222;Messias&#8220; (griechisch: Christ\u00f3s). Das hebr\u00e4ische Wort leitet sich aus dem aram\u00e4ischen &#8222;mriro&#8220; ab, das Bezug auf den bitteren Geschmack der Myrrhe nimmt. Noch heute ist die Myrrhe Bestandteil des &#8222;Chrisams&#8220;, des heiligen Salb\u00f6ls der katholischen und orthodoxen Kirchen.<\/p>\n<p>Matth\u00e4us erinnert seine Leser auch an den Propheten Micha, der prophezeit hatte: &#8222;Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den F\u00fcrsten Judas; denn aus dir wird kommen der F\u00fcrst, der mein Volk Israel weiden soll.&#8220; So passt am Ende alles zusammen mit Christi Geburt: Gold und Myrrhe der K\u00f6nige, Weihrauch der Priester, Stammbaum und Geburtsort.<\/p>\n<p>Im \u00e4lteren Markus-Evangelium steht die Myrrhe schlie\u00dflich auch f\u00fcr die Bitternis der Passion Christi: Auf Golgatha wird sie Jesus unmittelbar vor der Kreuzigung in Wein vermischt angeboten, aber er lehnt sie ab.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:right\"><em>Von Claudia Sch\u00fclke (epd)<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob bei griechischen \u00c4rzten wie Dioskurides (um 60 n. 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