{"id":2977,"date":"2021-03-01T20:55:57","date_gmt":"2021-03-01T20:55:57","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/03\/01\/tag-des-herrn-tag-der-sonne-ekd\/"},"modified":"2021-03-01T20:55:59","modified_gmt":"2021-03-01T20:55:59","slug":"tag-des-herrn-tag-der-sonne-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/03\/01\/tag-des-herrn-tag-der-sonne-ekd\/","title":{"rendered":"Tag des Herrn, Tag der Sonne \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Ein paar Jahrzehnte sp\u00e4ter schrieb Justin der Martyrer von diesem Tag des gemeinsamen Gebets und w\u00f6chentlichen Liebesmahls als dem &#8222;Tag, den man Sonnentag nennt&#8220;. F\u00fcr die R\u00f6mer war es der zweite Wochentag &#8211; nach dem Saturntag, mit dem die antike Planetenwoche begann. Er war dem unbesiegten Sonnengott &#8222;Sol invictus&#8220; geweiht.<\/p>\n<p>Als Konstantin den Sonnentag als Feiertag einf\u00fchrte, &#8222;beglaubigte er damit die endg\u00fcltige Abl\u00f6sung des Christentums vom Judentum&#8220;, schreibt der Religionsphilosoph Micha Brumlik in seinem Buch \u00fcber die &#8222;Entstehung des Christentums&#8220;.<\/p>\n<p>Die Quellenlage rund um das genaue Datum ist kompliziert. &#8222;Konstantin hat den &#8218;dies solis&#8216; (Tag der Sonne) m\u00f6glicherweise schon vor 321 zu einem staatlichen Ruhetag erhoben&#8220;, sagt Stefan Rebenich, Althistoriker in Bern. &#8222;Wir k\u00f6nnen diese Entscheidung allerdings erst aus zwei sp\u00e4teren Gesetzestexten rekonstruieren, die zwar aus dem Jahr 321 datieren, aber eine entsprechende Regelung voraussetzen.&#8220;<\/p>\n<p>Das fr\u00fcheste Edikt ist eben jenes vom 3. M\u00e4rz 321, festgehalten im Codex Justinianus III 12, 2; ein weiterer Erlass im Codex Theodosianus II 8,1 datiert vom 3. Juli. In diesem wird es als &#8222;unw\u00fcrdig&#8220; bezeichnet, am &#8222;Sonnentag&#8220; vor Gericht zu streiten. &#8222;Dieser Tag soll der Verehrung dienen und wohlgef\u00e4lligen Werken&#8220;, verk\u00fcndete Konstantin laut der \u00dcbersetzung von Viola Heutger, Fachjuristin f\u00fcr R\u00f6misches Recht. Sklaven durften aber auch am Sonntag freigelassen werden.<\/p>\n<p>&#8222;Wichtig ist&#8220;, erkl\u00e4rt Rebenich: &#8222;Beide Texte regeln nur Ausnahmen vom allgemeinen Ruhegebot.&#8220; Das best\u00e4tigt auch der emeritierte Althistoriker Klaus Martin Girardet: &#8222;Die grundlegende Norm &#8218;Sonntagsruhe&#8216; muss fr\u00fcher festgelegt worden sein.&#8220;<\/p>\n<p>Der westr\u00f6mische Kaiser Konstantin siegte im Jahr 312 nach christlicher Legendenbildung im Zeichen des Kreuzes \u00fcber seinen Kontrahenten Maxentius. Im Jahr darauf traf er mit dem ostr\u00f6mischen Kaiser Licinius die &#8222;Mail\u00e4nder Vereinbarung&#8220;, die den &#8211; lange Zeit verfolgten &#8211; Christen Kultfreiheit gew\u00e4hrte und die junge Kirche zu einer K\u00f6rperschaft \u00f6ffentlichen Rechts erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>Wann also Konstantin den Tag seines Schutzgottes &#8222;Sol invictus&#8220;, den &#8222;Herrentag&#8220; der Christen, tats\u00e4chlich erstmals zum verpflichtenden Staatsfeiertag erhob, ist nicht bekannt. &#8222;Meine Ansicht geht dahin, dass Konstantin als ein Christ um der Christen und ihres Gottes willen, der circa 311 auch zu seinem Gott geworden war, den Sonnentag zum Ruhetag gemacht hat, und zwar kurz nach seinem Sieg \u00fcber Maxentius am 28. Oktober 312&#8220;, vermutet Girardet. F\u00fcr seine Soldaten verfasste der Kaiser pers\u00f6nlich ein Sonntagsgebet, das sein Biograf, Bischof Eusebius von Caesarea, festgehalten hat.<\/p>\n<p>&#8222;Es hat noch gut ein Jahrhundert gedauert, bis der Tag auch in der kaiserlichen Gesetzgebung offiziell den christlichen Namen &#8218;dies dominicus&#8216; (Herrentag) erhielt&#8220;, erkl\u00e4rt Girardet. In den romanischen Sprachen hat sich der lateinische &#8222;Herrentag&#8220; bis heute im italienischen Domenica oder franz\u00f6sischen Dimanche erhalten, in den germanischen gr\u00fc\u00dft am Sonntag oder am Sunday noch die Sonne her\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align:right\"><em>Von Claudia Sch\u00fclke (epd)<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein paar Jahrzehnte sp\u00e4ter schrieb Justin der Martyrer von diesem Tag des gemeinsamen Gebets und w\u00f6chentlichen Liebesmahls als dem &#8222;Tag,<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2978,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2977"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2977"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2977\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2979,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2977\/revisions\/2979"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2978"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2977"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2977"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2977"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}