{"id":3019,"date":"2021-03-19T23:45:36","date_gmt":"2021-03-19T23:45:36","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/03\/19\/gottvertrauen-und-singendes-licht-ekd\/"},"modified":"2021-03-19T23:45:40","modified_gmt":"2021-03-19T23:45:40","slug":"gottvertrauen-und-singendes-licht-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/03\/19\/gottvertrauen-und-singendes-licht-ekd\/","title":{"rendered":"Gottvertrauen und singendes Licht \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>Bremen (epd). Wenn die Sonnenstrahlen durch die ber\u00fchmten Fenster des franz\u00f6sischen Glask\u00fcnstlers Alfred Manessier in die Bremer Liebfrauenkirche fallen, wirkt der Innenraum wie verzaubert. \u00dcberall bunte Tupfen, die auf rotem Backstein leuchten, manchmal, durch die Glasbrechung, auch tanzen. &#8222;Licht, das singt&#8220;, sagen Freunde der Kirche. Es sind Momente wie dieser, die Johann Daniel Noltenius Kraft geben. &#8222;Unser Lieben Frauen schenkt mir Heimat, hier kenne ich jeden Stein&#8220;, sagt der langj\u00e4hrige Verwaltungschef der Bremischen Evangelischen Kirche, der nun in den Ruhestand geht.<\/p>\n<p>F\u00fcr die bremische Kirche sa\u00df er in der Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm w\u00fcrdigt dieses Engagement: \u201eJan Noltenius hat als Vorsitzender des Arbeitsausschusses der EKD-Kirchenkonferenz \u00fcber viele Jahre die Zusammenk\u00fcnfte der Leitenden Geistlichen und Leitenden Juristen der EKD mitgepr\u00e4gt. In diese Zeit fiel u.a. die Reformationsdekade und das Refoirmationsjubil\u00e4um 2017. Durch seine Besonnenheit, seine Kompetenz und seinen Humor hat er wesentlich zu einem guten gemeinschaftlichen Geist beigetragen.\u00a0 Ich danke ihm von Herzen f\u00fcr sein Wirken und f\u00fcr all den Segen, der daraus f\u00fcr Kirche und Gemeinwesen erwachsen ist.\u201c<\/p>\n<p>Vieles, was man gemeinhin typisch hanseatisch nennt, bringt Noltenius mit. Sein Verh\u00e4ltnis zu Moral, Ethik und Familie verr\u00e4t eine wertkonservative Grundeinstellung. Er ist pragmatisch, engagiert sich sozial, ohne gro\u00df dar\u00fcber zu reden, war beseelt von einem unersch\u00fctterlichen Enthusiasmus f\u00fcr seine Aufgabe. Die hatte es in sich: Noltenius stand 30 Jahre in Diensten der bremischen Kirche, die mancher despektierlich schon mit einem Sack Fl\u00f6he verglichen hat. Am 19. M\u00e4rz wird der 65-j\u00e4hrige Jurist verabschiedet.<\/p>\n<p>Im Konzert von 61 Gemeinden und vielen Werken und \u00c4mtern in der \u00d6ffentlichkeit eine kirchliche Stimme zu formen, die geh\u00f6rt wird, das ist zuweilen schwierig. Nicht zuletzt aufgrund der Glaubens-, Gewissens- und Lehrfreiheit der Gemeinden, die in der bremischen Kirchenverfassung steht und in dieser Form bundesweit einmalig ist. Doch es sei gerade diese Vielfalt, die zu den St\u00e4rken der bremischen Kirche geh\u00f6re, meint der Kanzleichef.<\/p>\n<p>Wenn in Streitf\u00e4llen Vermittlung gefragt war, hat ihm Bremer Gelassenheit geholfen, sagt Noltenius, der nun schon in neunter Generation den Vornamen Johann Daniel tr\u00e4gt. So hie\u00df auch schon der Sohn jenes Pastors aus Ringstedt nahe Bremerhaven, der 1707 im Trend der damaligen Zeit den schlichten Namen Nolte ablegte und sich fortan wesentlich klangvoller Johannes Henricus Noltenius (1686-1755) nannte.<\/p>\n<p>Der scheidende Chef der bremischen Kirchenverwaltung geh\u00f6rt zu einer einflussreichen Bremer B\u00fcrgerfamilie, zu der neben Juristen und Pastoren auch \u00c4rzte, Kaufleute, Reeder, Architekten und B\u00fcrgermeister z\u00e4hlen. Er wuchs in einem christlich gepr\u00e4gten Elternhaus auf, wobei Noltenius besonders durch seinen Vater, den Bremer Architekten Jan Noltenius, und seine &#8222;Lieblingstante&#8220; Elisabeth gepr\u00e4gt wurde. Die Malerin bewies unter anderem durch ihr Eintreten f\u00fcr j\u00fcdische K\u00fcnstlerinnen Zivilcourage.<\/p>\n<p>Vor seinem Dienst in der Kirche hatte Noltenius in W\u00fcrzburg und Lausanne Jura studiert. 1985 promovierte er mit einer Arbeit aus dem Zivilrecht. &#8222;Das Recht muss dem Menschen dienen und nicht der Mensch dem Recht&#8220;, lautet seine \u00dcberzeugung. Erste berufliche Schritte unternahm er in einer Bremer Anwalts-Soziet\u00e4t f\u00fcr Wirtschafts- und Seerecht. &#8222;Das passte nicht&#8220;, bilanziert Noltenius, der in dieser Zeit auch eine schwere Krankheit verkraften musste. Damals habe er Gelassenheit und Gottvertrauen gelernt, meint er heute.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend sind es vor allem der Erhalt einer selbstst\u00e4ndigen Bremischen Evangelischen Kirche, ein millionenschweres Investitionsprogramm f\u00fcr zukunftsf\u00e4hige und am Bedarf orientierte Geb\u00e4ude sowie der Deutsche Evangelische Kirchentag 2009 in Bremen, die Noltenius in seiner Bilanz als wichtige Punkte nennt. Und trotz r\u00fcckl\u00e4ufiger Mitgliederzahlen und sinkender Kirchensteuern sei ihm um die Zukunft der Kirche nicht bange. Schlie\u00dflich habe sie mit dem Evangelium die beste Botschaft, die es gebe: &#8222;Die gilt es, den Menschen nahe zu bringen &#8211; auch wenn wir kleiner werden.&#8220;<\/p>\n<p>Gefragt nach seinen Priorit\u00e4ten steht seine Familie an der Spitze. &#8222;Die eigenen Wurzeln zu kennen, das ist einfach ein solides inneres Fundament&#8220;, meint der Jurist, dessen Familienwappen eine Sonnenblume zeigt, dem Licht zugeneigt. Das hat f\u00fcr Noltenius Symbolkraft: &#8222;Quo pergis eodem vergo&#8220;, wo du bist, will ich sein, lautet der Sinnspruch dazu, der f\u00fcr ihn das Verh\u00e4ltnis des Menschen zu Gott beschreibt. Sein Glaube, betont Noltenius, &#8222;bleibt die st\u00e4rkende Kraft in meinem Leben&#8220;.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). 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