{"id":3141,"date":"2021-05-03T13:20:25","date_gmt":"2021-05-03T13:20:25","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/05\/03\/die-zukunftsprozesse-sind-auf-einen-guten-weg-gebracht-worden-ekd\/"},"modified":"2021-05-03T13:20:28","modified_gmt":"2021-05-03T13:20:28","slug":"die-zukunftsprozesse-sind-auf-einen-guten-weg-gebracht-worden-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/05\/03\/die-zukunftsprozesse-sind-auf-einen-guten-weg-gebracht-worden-ekd\/","title":{"rendered":"Die Zukunftsprozesse sind auf einen guten Weg gebracht worden \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p><em>Was ist in Ihrer Amtsperiode nicht gut gelungen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Schwaetzer:<\/strong> Ein offenes Thema blieb die Friedensethik. Wir brauchen einen weiteren Ansatz, um die Realit\u00e4t widerzuspiegeln. Das betrifft etwa Drohnenattacken oder Cyberangriffe. Solche verantwortungsethische Diskussionen waren fr\u00fcher selbstverst\u00e4ndlich in der Kirche. Das ist ein bisschen verloren gegangen.<\/p>\n<p><em>Die neue Synode muss fortf\u00fchren, was Sie und Ihre Mitstreiter begonnen haben, etwa das Sparziel weiterverfolgen. Was raten Sie den Mitgliedern der neuen Synode?<\/em><\/p>\n<p><strong>Schwaetzer: <\/strong>Wir haben einen Vorschlag gemacht, wie man die bis jetzt eine Woche dauernden Tagungen um bis zu zwei Tage reduzieren kann. Gerade durch die M\u00f6glichkeit digitaler Treffen dazwischen, in denen wir jetzt alle ge\u00fcbt sind, kann ich dazu nur raten. Das Wichtigste, was wir weitergeben, sind aber der Zukunftsprozess mitsamt der Finanzstrategie. Es muss weiter daran gearbeitet werden, die Gestalt der Kirche zu ver\u00e4ndern. Wir m\u00fcssen versuchen, die verloren gegangene Resonanz in der Gesellschaft zumindest ein St\u00fcck weit zur\u00fcckzugewinnen. Dazu geh\u00f6rt, rauszugehen vor die Kirchenmauern, an neutralen Orten von der Liebe Gottes zu reden, unsere Botschaft in die s\u00e4kulare Gesellschaft tragen. Was ich dabei besonders dringlich finde: Wir m\u00fcssen das in einer Sprache tun, die von dieser s\u00e4kularen Gesellschaft auch verstanden wird.<\/p>\n<p><em>Und die Finanzstrategie: Welche Verantwortung hat die neue Synode in dem Punkt?<\/em><\/p>\n<p><strong>Schwaetzer:<\/strong> Bis 2030 m\u00fcssen 20 Prozent des EKD-Haushalts eingespart werden. Pr\u00fcfkriterium bei der Finanzierung von Aufgaben ist, ob sie diese Ziele erf\u00fcllen: Gemeinschaftsbindung, Mitgliederbindung und \u00f6ffentliche Positionierung. Da wird die neue Synode jedes Jahr wieder diskutieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p><em>Und sie wird schwere Entscheidungen treffen m\u00fcssen. Ist der Rotstift eine historische Herausforderung?<\/em><\/p>\n<p><strong>Schwaetzer:<\/strong> Durchaus. Wir haben schon im vergangenen November erlebt, dass die Beharrungskr\u00e4fte unendlich sind. Von diesen Beharrungskr\u00e4ften m\u00fcssten sich die Synodalen aber frei machen. Es darf k\u00fcnftig nur noch darum gehen, worauf sich die Kirche der Zukunft konzentrieren muss.<\/p>\n<p><em>Eine Woche nach der Synode ist der \u00d6kumenische Kirchentag. Viel Diskussion gibt es wieder um ein gemeinsames Abendmahl. W\u00fcrden Sie an der Eucharistie in der katholischen Messe teilnehmen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Schwaetzer: <\/strong>Ja. Wir haben miteinander das Votum \u201eGemeinsam am Tisch des Herrn\u201c des \u00d6kumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen diskutiert &#8211; sowohl im Rat als auch im Kontaktgespr\u00e4chskreis mit der Deutschen Bischofskonferenz. Die Argumentation, das Gewissen der einzelnen Gl\u00e4ubigen sprechen zu lassen, \u00fcberzeugt mich. Es ist eine mutige Entscheidung des \u00d6kumenischen Kirchentags, diese Einladung zur Teilnahme an Abendmahl und Eucharistie an alle Gl\u00e4ubigen auszusprechen.<\/p>\n<p><em>Beide gro\u00dfe Kirchen treten zunehmend gemeinsam mit ihren Positionen auf. Trotzdem ist in der Pandemie der Eindruck entstanden, dass sie \u00f6ffentlich weniger gefragt sind als beispielsweise bei der Fluchtbewegung vor einigen Jahren. Teilen Sie diesen Eindruck?<\/em><\/p>\n<p><strong>Schwaetzer:<\/strong> Den Eindruck teile ich nicht, denn vor allem die seelsorgerliche Arbeit ist stark angenommen worden. Schon vor der Pandemie haben wir aber die S\u00e4kularisierung zu sp\u00fcren bekommen. Viele Menschen f\u00fchlen sich vom christlichen Glauben nicht mehr angesprochen. Damit verlieren wir an Resonanz. Nach der Pandemie m\u00fcssen wir ehrlich aufarbeiten, ob unsere Worte und unsere Haltung zu den existenziellen Problemen vieler Menschen immer deutlich und angemessen waren, wie Menschen es zu Recht erwartet haben.<\/p>\n<p><em>Gerade wird \u00fcber Freiheiten f\u00fcr Geimpfte diskutiert. K\u00f6nnen Sie sich vorstellen, dass Geimpfte in Zukunft keine Kontaktbeschr\u00e4nkungen mehr haben?<\/em><\/p>\n<p><strong>Schwaetzer: <\/strong>Als ehemalige Politikerin sage ich mit Blick auf Recht, Gesetz und Verfassung: Freiheiten sind nicht zur\u00fcckzugeben, sondern Einschr\u00e4nkungen m\u00fcssen entfallen, sobald die Voraussetzungen daf\u00fcr entfallen. Deswegen ist f\u00fcr mich klar, dass Geimpfte ihre Freiheiten wieder aus\u00fcben k\u00f6nnen. Das ist aber nur die eine Seite. Die andere Seite ist: Diejenigen, die durch die Solidarit\u00e4t der J\u00fcngeren der Bedrohung durch das Virus entgangen sind, m\u00fcssen jetzt ihre Solidarit\u00e4t zeigen. F\u00fcr mich hei\u00dft das beispielsweise, jetzt Familien zu unterst\u00fctzen, die etwa in beengten Wohnverh\u00e4ltnissen leben oder wo Eltern nicht in gro\u00dfem Ma\u00df beim Lernen helfen k\u00f6nnen. Wir Geimpften sollten jetzt ein St\u00fcck Solidarit\u00e4t zur\u00fcckgeben. Ich habe ja jetzt auch die Zeit, wenn ich das Amt der Synoden-Pr\u00e4ses abgebe.<\/p>\n<p><em>Wie werden Sie die gewonnene Freiheit und Zeit ansonsten nutzen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Schwaetzer:<\/strong> Wenn es wieder m\u00f6glich ist, werde ich sicher wieder mehr das kulturelle Angebot nutzen, das Berlin bietet. Das fehlt mir m\u00e4chtig.<\/p>\n<p style=\"text-align:right\"><em>epd-Gespr\u00e4ch: Corinna Buschow und Franziska Hein<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist in Ihrer Amtsperiode nicht gut gelungen? Schwaetzer: Ein offenes Thema blieb die Friedensethik. Wir brauchen einen weiteren Ansatz,<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3105,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3141"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3141"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3141\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3142,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3141\/revisions\/3142"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3105"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3141"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3141"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3141"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}