{"id":3659,"date":"2021-09-10T10:22:49","date_gmt":"2021-09-10T10:22:49","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/09\/10\/11-september-ich-dachte-mir-das-steht-morgen-auch-noch-ekd\/"},"modified":"2021-09-10T10:22:55","modified_gmt":"2021-09-10T10:22:55","slug":"11-september-ich-dachte-mir-das-steht-morgen-auch-noch-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/09\/10\/11-september-ich-dachte-mir-das-steht-morgen-auch-noch-ekd\/","title":{"rendered":"11. September &#8211; &#8222;Ich dachte mir: Das steht morgen auch noch&#8220; \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>F\u00fcr die heute 56-j\u00e4hrige Theologin war es das traurige Ende einer dreiw\u00f6chigen Rundreise an der Ostk\u00fcste: Die damalige Gemeindepfarrerin in Kaiserslautern machte gemeinsam mit Pfarrer Wolfgang Schumacher, dem heutigen Beauftragten der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz in Mainz, sowie einem weiteren Freund in New York Station. Am 10. September erkundeten die drei Pf\u00e4lzer gemeinsam die Stadt. Die beiden M\u00e4nner fuhren auf die Aussichtsplattform des \u201eWorld Trade Centers\u201c, um die Aussicht \u00fcber die Metropole zu genie\u00dfen. \u201eIch trank lieber einen Kaffee bei &#8218;Starbucks&#8216; und sagte mir: Das steht morgen auch noch\u201c, erinnert sich die Kirchenpr\u00e4sidentin.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen wollte das Trio, das in einem G\u00e4stehaus auf der Insel Roosevelt Island im East River wohnte, f\u00fcr eine Strandwoche weiterreisen in den Norden, nach Cape Cod. Der Fernseher lief an diesem sonnigen Septembertag im Fr\u00fchst\u00fccksraum. Dann wurden die ersten erschreckenden Bilder auf dem Bildschirm gezeigt: Qualm \u00fcber Manhattan, Sirenengeheul, was war passiert? Gemeinsam mit anderen Hausg\u00e4sten stiegen W\u00fcst, Schumacher und ihr Freund auf die Dachterrasse, blickten aus sicherer Entfernung in Richtung S\u00fcden in den Finanzbezirk der Stadt.<\/p>\n<p>\u201eNoch immer habe ich die Bilder der einst\u00fcrzenden T\u00fcrme im Kopf\u201c, sagt Schumacher. Schnell begriffen die geschockten Urlauber, dass es sich bei dem Vorfall um eine Katastrophe handelte, erz\u00e4hlen Schumacher und W\u00fcst. Viele der amerikanischen Mitbewohner seien aus Angst und Trauer um Familienmitglieder oder Freunde, die in den beiden B\u00fcrot\u00fcrmen arbeiteten, v\u00f6llig aufgel\u00f6st gewesen. Als deutsche Touristen und auch als Seelsorger sei man in dieser Situation \u201eau\u00dfen vor gewesen\u201c und habe sich zur\u00fcckgenommen, sagt W\u00fcst. Man habe helfen wollen &#8211; Blutspenden f\u00fcr die Opfer seien aber abgelehnt worden.<\/p>\n<p>Fasziniert waren die drei Deutschen, die auf der Flussinsel festsa\u00dfen, davon, wie schnell die Amerikaner reagierten und solidarisch zusammenstanden. Wehende Flaggen und das Singen der Nationalhymne h\u00e4tten die ethnisch, kulturell und religi\u00f6s vielf\u00e4ltige US-Gesellschaft in der Ausnahmesituation verbunden, erinnert sich Schumacher. F\u00fcr die von den Terroranschl\u00e4gen Betroffenen h\u00e4tten die Kirchen in den USA und auch in Deutschland gebetet. \u201eDie Menschen brauchen das, wenn die Welt ersch\u00fcttert wird\u201c, sagt W\u00fcst.<\/p>\n<p>Die Schuld f\u00fcr die religi\u00f6s begr\u00fcndete Tat von Fanatikern d\u00fcrfe aber nicht auf Gott geschoben werden, betonen W\u00fcst und Schumacher. \u201eGott schenkt den Menschen die Freiheit, Gutes zu tun\u201c, sagt die Kirchenpr\u00e4sidentin, \u201eoder auch, Flugzeuge in ein Hochhaus zu steuern.\u201c Der Terrorakt sei \u201eeine Perversion von Religion\u201c gewesen, sagt sie. Die Attent\u00e4ter h\u00e4tten die Religion f\u00fcr ihre Machtziele missbraucht, erg\u00e4nzt Schumacher. Zu Unrecht sei der Islam insgesamt in Folge der Terroranschl\u00e4ge in Verruf geraten.<\/p>\n<p>Mit dem Auto kamen die Urlauber \u00fcber Umwege aus New York und landeten nach ein paar stillen Strandtagen in Cape Cod schlie\u00dflich wieder in Deutschland &#8211; zur gro\u00dfen Freude ihrer Familien und Freunde, die sich sorgten. Wie jedes Jahr werde sie an \u201e9\/11\u201c innehalten, \u201eaber keine Betroffenheit zelebrieren\u201c, sagt Kirchenpr\u00e4sidentin W\u00fcst.<br \/>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die heute 56-j\u00e4hrige Theologin war es das traurige Ende einer dreiw\u00f6chigen Rundreise an der Ostk\u00fcste: Die damalige Gemeindepfarrerin in<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3660,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3659"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3659"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3659\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3661,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3659\/revisions\/3661"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3660"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3659"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3659"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3659"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}