{"id":3721,"date":"2021-09-24T09:56:03","date_gmt":"2021-09-24T09:56:03","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/09\/24\/wir-sind-kein-streichelzoo-ekd\/"},"modified":"2021-09-24T09:56:06","modified_gmt":"2021-09-24T09:56:06","slug":"wir-sind-kein-streichelzoo-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/09\/24\/wir-sind-kein-streichelzoo-ekd\/","title":{"rendered":"\u201eWir sind kein Streichelzoo\u201c \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Vor der Zertifizierung 1993 stand eine zweij\u00e4hrige Vorbereitungszeit. Zum Ackerbau kam die Tierhaltung dazu. Handarbeit statt gro\u00dfer Maschinen, Un\u00adkrautj\u00e4ten statt Chemie sowie die Vielseitigkeit ei\u00adner Kreislauf-Wirtschaft statt der Spezialisierung auf einen Bereich. Heute bewirt\u00adschaften 50 Menschen mit Behinderungen und 14 Mitarbeiter:innen 155 Hektar Ackerland und 78 Hektar Dauergr\u00fcnland, bauen verschiedene Sorten Spei\u00adsekartoffeln an, halten 180 Mastschweine, 460 Le\u00adgehennen, 42 Mastrinder und 58 Mastbullen.<\/p>\n<p>Doch die pers\u00f6nlichen Entwicklungen hinter den Kennzahlen sind die eigentli\u00adchen Erfolgsgeschichten. \u201eEs fasziniert und moti\u00adviert mich immer wieder, welche Wendungen Bio\u00adgrafien nehmen, wie Menschen mit ihren Aufgaben wachsen\u201c, sagt Frank Radu. Viele Klient:innen haben Phasen mit Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit, Schulden und Alkoholmissbrauch hinter sich. \u201eDie Arbeit im Team, im Einklang von Mensch und Na\u00adtur, mit hochwertigen Arbeitsergebnissen \u2013 das macht etwas mit den Menschen. Jeder kriegt hier seine zweite Chance. Auch, wenn die Arbeit mitunter anstrengend ist. Wir sind kein Streichelzoo. Bei uns ist die Landwirtschaft real.\u201c<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt auch der Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels. Radu sitzt f\u00fcr die Delegiertenversammlung von Bioland in der Arbeitsgruppe Biodiversit\u00e4t. \u201e\u00d6kolandbau begrenzt sich nicht nur auf Wirtschaftlichkeit, auch die Biodiversit\u00e4t um die \u00c4cker drumherum geh\u00f6rt f\u00fcr mich dazu. Wir haben Wegbe\u00adpflanzungen an den Feldwegen vorgenommen, erosionsgef\u00e4hrdete Fl\u00e4chen vom Ackerland zu Gr\u00fcnfl\u00e4chen gemacht, auch wenn wir es nicht gemusst h\u00e4tten.\u201c Freiwillig erbringen Klient:innen und Mitarbeiter:innen des Hofguts naturschutzfachliche Dienstleis\u00adtungen f\u00fcr das Forstamt, wie die Pflege eines Biotops. \u201eIch sehe uns da in der Ver\u00adantwortung, mit gutem Beispiel voranzugehen.\u201c<\/p>\n<p>Deswegen gibt das Team des Bio-Hofguts als \u201eDemonstrationsbetrieb \u00d6kolandbau\u201c sein Wissen gerne weiter. Besuche von Studierenden der Uni Witzenhausen, der Veterin\u00e4rmedizin Gie\u00ad\u00dfen, des Bauernverbandes, von Kinderg\u00e4rten, Schulen, ausl\u00e4ndischen G\u00e4sten und sogar Sternek\u00f6ch:innen sind Alltag. Dank all dem ist die Skepsis der Anfangsjahre der Anerkennung gewichen. Frank Radu: \u201eVieles braucht seine Zeit, die Menschen, die Na\u00adtur. Ich bin stolz, was wir hier erreicht haben, und sehr dankbar.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align:right\"><em>Von Melanie Schmitt<\/em><\/p>\n<hr\/>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong> Das Bio-Hofgut Richerode ist einer von vier landwirtschaftlichen Bioland-Standorten Hephatas. Ebenfalls nach Bioland zer\u00adtifiziert ist der Hephata-Metzger \u201eAlsfelder Biofleisch\u201c. Die f\u00fcnf Einrichtungen geh\u00f6ren zum Hephata-Gesch\u00e4ftsbereich Soziale Rehabilitation und sind anerkannte Werkst\u00e4tten f\u00fcr Menschen mit Behin\u00adderungen. Insgesamt arbeiten hier rund 200 Menschen mit und ohne Behinderungen. Die f\u00fcnf Standorte bilden eine Be\u00adtriebskette, in der auch die Produkte von an\u00adderen Bio-Landwirtschaften verarbeitet, verpackt und verkauft werden.<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor der Zertifizierung 1993 stand eine zweij\u00e4hrige Vorbereitungszeit. Zum Ackerbau kam die Tierhaltung dazu. Handarbeit statt gro\u00dfer Maschinen, Un\u00adkrautj\u00e4ten statt<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3722,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3721"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3721"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3721\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3723,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3721\/revisions\/3723"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3722"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3721"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3721"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3721"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}