{"id":3730,"date":"2021-09-27T13:31:45","date_gmt":"2021-09-27T13:31:45","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/09\/27\/studien-kirche-ist-digitaler-geworden\/"},"modified":"2021-09-27T13:31:47","modified_gmt":"2021-09-27T13:31:47","slug":"studien-kirche-ist-digitaler-geworden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/09\/27\/studien-kirche-ist-digitaler-geworden\/","title":{"rendered":"Studien: Kirche ist digitaler geworden"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>Der evangelische Gottesdienst ist kreativer und digitaler geworden. Der herk\u00f6mmliche Kirchgang beh\u00e4lt seinen Stellenwert, wird nach Corona aber vielf\u00e4ltiger. Das ist das Ergebnis zweier heute ver\u00f6ffentlichter Studien, mit denen die evangelische Kirche die Weiterentwicklung digitaler und analoger Gottesdienst-Formate w\u00e4hrend der Corona-Krise untersucht hat.<\/p>\n<p>\u201eAn vielen Orten ist nach dem Lockdown eine St\u00e4rkung des Gottesdienstes zu erkennen und zugleich ein Aufbruch von innen\u201c, so der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. \u201eHaupt- wie Ehrenamtliche haben in der Corona-Krise noch einmal neu wahrgenommen, was die Menschen sich erhoffen. Dazu z\u00e4hlt eine Kirche, die nah dran ist an den Sorgen der Menschen, die in Notlagen ein offenes Ohr hat und neben handfester Unterst\u00fctzung auch Kraftorte f\u00fcr die Seele bietet. Diese Orientierung an den Bed\u00fcrfnissen darf uns auch nach der Krise nicht mehr verloren gehen\u201c, so Bedford-Strohm. \u201eEs gibt f\u00fcr uns keinen Weg zur\u00fcck in die Vor-Corona-Zeit\u201c, unterstreicht auch Thorsten Latzel, Pr\u00e4ses der Evangelischen Kirche im Rheinland, die zu den Auftraggebern einer der Studien z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>In der heute ver\u00f6ffentlichten midi-Vergleichsstudie \u201eGottesdienstliches Leben w\u00e4hrend der Pandemie\u201c gaben mehr als zwei Drittel der Gemeinden an, auch nach dem ersten Lockdown digitale Gottesdienste angeboten zu haben und das, obgleich eine \u00fcberdeutliche Mehrheit Gottesdienste auch wieder analog gefeiert hat.<\/p>\n<p>In der Pandemie wurde der Studie zufolge vieles kreativ erprobt. Gut 85 Prozent der Gemeinden hoffen, dass diese Kreativit\u00e4t und Innovationsfreude auch nach der Pandemie erhalten bleiben. Dar\u00fcber hinaus ist es durch die digitalen M\u00f6glichkeiten gelungen, Kontakte zu Menschen \u00fcber die Zielgruppenarbeit aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>\u201eWas wir beobachten k\u00f6nnen, ist, dass Kirche w\u00e4hrend der Pandemie digitaler geworden ist und der Gottesdienst mehrheitlich auch in digitalisierter Form zug\u00e4nglich gemacht wird\u201c, so Daniel H\u00f6rsch, Leiter der Studie. Immerhin ein F\u00fcnftel bis ein Viertel der Gemeinden sind w\u00e4hrend des Oster-Lockdowns tats\u00e4chlich den Weg einer digitalen Kirche gegangen, mit ausschlie\u00dflich digital angebotenen Gottesdiensten, digitalen Abendmahlsfeiern und Angeboten, die an den Logiken des Digitalen ausgerichtet waren.<\/p>\n<p>Das neue Normal im gottesdienstlichen Leben scheint dabei die analoge und digital-asynchrone Verk\u00fcndigung zu sein. \u00dcber die H\u00e4lfte der Gemeinden feiern Gottesdienste analog und stellen den aufgezeichneten Gottesdienst digital in erster Linie \u00fcber Youtube zur Verf\u00fcgung. Der Pr\u00e4senz-Gottesdienst profitiert dabei von den guten Erfahrungen aus dem Digitalen. K\u00fcrzer, innovativer und partizipativer stellen sich Gottesdienste zwischenzeitlich auf. \u201eWir m\u00fcssen alles tun, damit uns die Kreativit\u00e4t und Innovationsfreude, die sich unter Corona-Bedingungen entwickelt haben, erhalten bleiben. Das ist mein Appell an alle, die Verantwortung in der Kirche tragen: Sorgen wir gemeinsam daf\u00fcr, dass kreative Freir\u00e4ume reichlich vorhanden sind und genutzt werden!\u201c, so Bedford-Strohm.<\/p>\n<p>Die Midi-Vergleichsstudie hat 729 Gemeinden in Kurhessen-Waldeck, Mitteldeutschland, W\u00fcrttemberg und der Nordkirche erneut befragt, die im vergangenen Jahr im Kontext der Ad-hoc-Studie \u201eDigitale Verk\u00fcndigungsformate w\u00e4hrend der Corona-Krise\u201c angegeben hatten, dass sie durch Corona digitale Verk\u00fcndigungsformate angeboten haben. Davon haben sich 35 Prozent an der midi-Vergleichsstudie 2021 beteiligt.<\/p>\n<p>Gest\u00fctzt werden die Ergebnisse durch die ebenfalls heute ver\u00f6ffentlichte \u201eStudie zu Online-Gottesdiensten 2021. Update der Befragungsstudie \u201eRezipiententypologie evangelischer Online-Gottesdienstbesucher*innen w\u00e4hrend und nach der Corona-Krise\u201c (ReTeOG 2), an der sich knapp 4500 Befragte beteiligt haben. Die Studie, die von f\u00fcnf evangelischen Landeskirchen in Auftrag gegeben worden war, unterstreicht, dass sich Online-Gottesdienste in den letzten anderthalb Jahren w\u00e4hrend der Corona-Pandemie in vielen evangelischen Kirchengemeinden in Deutschland zu einem wichtigen Bestandteil entwickelt haben und das auch auf Dauer so bleiben soll. Mehr als 55 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auch noch in Monaten, in denen es wieder Angebote in den Kirchen vor Ort gab, regelm\u00e4\u00dfig an Online-Gottesdiensten teilgenommen h\u00e4tten. Zwar war der Wert vor einem Jahr direkt nach dem allerersten Lockdown mit \u00fcber 65 Prozent noch etwas h\u00f6her, doch ist dies immer noch eine deutliche Mehrheit. Ganze 79 Prozent w\u00fcnschen sich aktuell sogar explizit, Online-Gottesdienste auch nach der Corona-Zeit fortzuf\u00fchren &#8211; und zwar am liebsten durch die eigene Kirchengemeinde vor Ort (65 Prozent).<\/p>\n<p>\u201eDie Studie hat gezeigt: Auch nach der Pandemie wollen Gemeindeglieder weiter die M\u00f6glichkeit haben, digital Gottesdienst zu feiern. Wir haben als Kirchen und Gemeinden in den letzten anderthalb Jahren mutig neue Wege beschritten. Es gibt f\u00fcr uns keinen Weg zur\u00fcck in die Vor-Corona-Zeit\u201c, so Thorsten Latzel, Pr\u00e4ses der mitbeauftragenden Evangelischen Kirche im Rheinland. \u201eMich freut besonders, dass sich die Gottesdienstteilnehmenden st\u00e4rker beteiligen wollen. Die digitalen F\u00fcrbitten sind daf\u00fcr ein Beispiel, aber auch ganz neue geistliche Gemeinschaftsformen im Netz. Die Ortsgemeinde bleibt daf\u00fcr ein wichtiger Bezugspunkt. Die meisten Befragten w\u00fcnschen sich einen digitalen Gottesdienst aus ihrer Gemeinde.\u201c<\/p>\n<p>Viele Indikatoren der Studie, die von den Landeskirchen in Baden, Hannover, Hessen-Nassau, W\u00fcrttemberg und dem Rheinland beauftragt worden war, sprechen daf\u00fcr, dass sich Online-Gottesdienste zumindest bei den Kirchg\u00e4ngerinnen und Kirchg\u00e4ngern fest neben analogen Formaten etabliert haben: Atmosph\u00e4risch werden sie noch positiver bewertet als letztes Jahr \u2013 beispielsweise ist die Zuordnung \u201efreundlich\u201c von 68 auf 73 Prozent gestiegen. Der Anteil derjenigen, die sich umfassende interaktive Elemente w\u00fcnschen, hat sich von neun auf 20 Prozent verdoppelt. Entsprechend hat sich auch der Wert derjenigen, die Videokonferenzen als Austauschformat pr\u00e4ferieren, von 25 auf knapp 55 Prozent erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>\u201eDie Entwicklung der Online-Gottesdienste ist eigentlich ein Musterbeispiel f\u00fcr nachhaltige lokale Digitalisierung\u201c, sagt der Kommunikationswissenschaftler Holger Sievert von der Hochschule Macromedia in K\u00f6ln, der die wissenschaftliche Leitung der Studie hatte. \u201eZwar ist es den Kirchen nur wenig gelungen, sich neue Dialoggruppen zu erschlie\u00dfen. Doch haben die bestehenden quer durch alle Altersschichten diese neue Form der Teilhabe an Kirche f\u00fcr sich als zus\u00e4tzliche Option entdeckt und m\u00f6chten sie weiterleben. Jetzt ist es wichtig, hier mit entsprechenden Angeboten am Ball zu bleiben\u201c.<\/p>\n<p>Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm erhofft sich von den Studien auch einen Impuls f\u00fcr lebendige Debatten \u00fcber die k\u00fcnftige kirchliche Arbeit. Die Studien h\u00e4tten sehr schnell Fragen wissenschaftlich aufgegriffen, die evangelische Kirche auf vielen Ebenen bewegen. \u201eMit den Analysen stehen zugleich spannende Fragen im Raum, wie wir in Zukunft Kirche, Gemeinde und Gemeinschaft \u201eauf evangelisch\u201c beschreiben wollen. Hier w\u00fcnsche ich mir engagierte Diskussionen, mit Mut zur weiten Perspektive.\u201c<\/p>\n<p>Die midi-Studie kann unter www.mi-di.de\/materialien\/gottesdienstliches-leben-waehrend-der-pandemie heruntergeladen werden.\u00a0<\/p>\n<p>Die \u201eReTeOG 2\u201c Studie steht in einer Kurzversion als PDF-Datei zur Verf\u00fcgung unter https:\/\/www.ekir.de\/url\/Xhh<\/p>\n<p>Beide Studien sind ab heute als epd-Dokumentation 39\/2021 erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Hannover, 27. September 2021<\/p>\n<p>Pressestelle der EKD<br \/>Carsten Split<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der evangelische Gottesdienst ist kreativer und digitaler geworden. 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