{"id":3816,"date":"2021-10-21T11:38:58","date_gmt":"2021-10-21T11:38:58","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/10\/21\/kirchen-in-deutschland-veroeffentlichen-gemeinsames-migrationswort-ekd\/"},"modified":"2021-10-21T11:39:00","modified_gmt":"2021-10-21T11:39:00","slug":"kirchen-in-deutschland-veroeffentlichen-gemeinsames-migrationswort-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/10\/21\/kirchen-in-deutschland-veroeffentlichen-gemeinsames-migrationswort-ekd\/","title":{"rendered":"Kirchen in Deutschland ver\u00f6ffentlichen Gemeinsames Migrationswort \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<div class=\"article--meta article--meta__border clearfix\">\n<p>                                    <time datetime=\"21.10.2021 12:45\" class=\"article--time\">21.10.2021<\/time><strong class=\"article--type primus--overline\">Pressemitteilung<\/strong><\/p>\n<picture class=\"article--source-image image\"><source srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png\"><!--<source srcset=\"\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_141x39.png 1x, \/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_282x78.png 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png 3x\">--><\/source><\/picture>\n<\/p><\/div>\n<h2 class=\"article--sub-headline primus--sub-headline\">\u201eMigration menschenw\u00fcrdig gestalten\u201c<\/h2>\n<\/p><\/div>\n<div id=\"\">\n<p class=\"CxSpFirst\"><span style=\"line-height:115%\"><span style=\"line-height:115%\">Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben heute (21. Oktober 2021) ein \u00f6kumenisches Grundlagenwort zu Fragen von Migration und Flucht ver\u00f6ffentlicht. Das in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) vorbereitete Dokument mit dem Titel \u201eMigration menschenw\u00fcrdig gestalten\u201c steht in der Nachfolge des Gemeinsamen Wortes \u201e &#8230; und der Fremdling, der in deinen Toren ist\u201c aus dem Jahr 1997.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"CxSpMiddle\"><span style=\"line-height:115%\"><span style=\"line-height:115%\">Mit dem neuen Gemeinsamen Wort nehmen die Kirchen die komplexe Realit\u00e4t gegenw\u00e4rtiger Migrations- und Fluchtbewegungen in den Blick. Die Grundfrage, die die unterschiedlichen Themen miteinander verbindet, lautet: Wie l\u00e4sst sich Migration unter unvollkommenen und widerspr\u00fcchlichen Bedingungen so gestalten, dass man der W\u00fcrde des Menschen gerecht wird? Ziel des Dokumentes ist es, vor dem Hintergrund theologischer Reflexionen und kirchlicher Praxiserfahrungen handlungsleitende Orientierungen zu entwickeln.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"CxSpMiddle\"><span style=\"line-height:115%\"><span style=\"line-height:115%\">Bei der heutigen Vorstellung des Migrationswortes in einer Online-Pressekonferenz betonte der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, dass die Kirchen mit ihrem Text ein deutliches Zeichen f\u00fcr den gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit setzen: \u201eWenn j\u00fcdische und muslimische Gottesh\u00e4user gesch\u00e4ndet werden, darf uns das als Kirchen nicht kalt lassen. Wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Weltanschauung bedr\u00e4ngt und verletzt werden, ist unser Platz an ihrer Seite. Im Gemeinsamen Wort stellen die Kirchen unmissverst\u00e4ndlich klar, dass sie allen menschenfeindlichen Str\u00f6mungen entgegentreten. Rassismus verleugnet die von Gott gegebene W\u00fcrde jedes Menschen.\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"CxSpMiddle\"><span style=\"line-height:115%\"><span style=\"line-height:115%\">Der Vorsitzende des Rates der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, r\u00fcckte die europ\u00e4ische Fl\u00fcchtlingspolitik in den Fokus: \u201e<\/span><span style=\"line-height:115%\">F\u00fcr mehr als 82 Mio. Menschen, die derzeit weltweit unterwegs sind, geht es um das nackte \u00dcberleben. Dass die W\u00fcrde und die Rechte von Gefl\u00fcchteten an so vielen Orten weltweit missachtet und verletzt werden, so auch an den Au\u00dfengrenzen der EU ist skandal\u00f6s und zutiefst besch\u00e4mend. Deshalb setzen wir uns nachdr\u00fccklich f\u00fcr eine europ\u00e4ische Fl\u00fcchtlingspolitik<strong> <\/strong>ein, die sich an den Menschenrechten orientiert.\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"CxSpMiddle\"><span style=\"line-height:115%\"><span style=\"line-height:115%\">Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins (Universit\u00e4t M\u00fcnster) sprach sich f\u00fcr einen grundlegenden Perspektivwechsel aus: \u201eNicht Migration zu verhindern, sondern die Ursachen einer von Gewalt oder Not getriebenen, unfreiwilligen Migration zu \u00fcberwinden, ist aus ethischer Sicht Ziel von Migrationspolitik.\u201c Sie geh\u00f6rt, ebenso wie Prof. Dr. Hannes Schammann (Universit\u00e4t Hildesheim) der \u00d6kumenischen Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Migrationswortes an. Prof. Schammann betonte, dass das Wort in einer Zeit entstanden sei, in der in Europa und weltweit eine Erosion des Multilateralismus zu beobachten sei: \u201e<\/span><span style=\"line-height:115%\">Heute entfernen wir uns in der EU von einem solchen gemeinsamen Ansatz, der mehr sein muss als die Hochr\u00fcstung der Au\u00dfengrenzen. Wenn der Blick auf die Verhinderung von Migration das Einzige ist, was die EU zusammenh\u00e4lt, wird die EU als Wertegemeinschaft keine Zukunft haben.\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"CxSpMiddle\"><span style=\"line-height:115%\"><span style=\"line-height:115%\">Dem neuen Migrationswort der Kirchen haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg B\u00e4tzing, Landesbischof Bedford-Strohm und der Vorsitzende der ACK, Erzpriester Radu Constantin Miron, ein Geleitwort vorangestellt. Darin erinnern sie daran, dass die Geschichte des Christentums seit jeher mit Fragen von Migration und Flucht verbunden ist. Es handele sich um eine bis heute andauernde Lerngeschichte: \u201eWir lernen aufs Neue, wie sich die Heilige Schrift als Buch der Migration lesen und verstehen l\u00e4sst, wie Interkulturalit\u00e4t im Alltag der Kirche gelebt wird, wie das Zusammenleben in Verschiedenheit gelingen kann, wie die seit Langem vorhandene Pluralit\u00e4t neu wertzusch\u00e4tzen ist.\u201c Mit Blick auf die politische Gestaltung des Migrationsgeschehens halten die drei Vorsitzenden fest: \u201eEine gerechte Migrationsordnung wird sich \u2013 national oder international \u2013 nur realisieren lassen, wenn das universale Gemeinwohl im Fokus steht und ein Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Interessen angestrebt wird. Grundlegend sind dabei die Unantastbarkeit der W\u00fcrde eines jedes Menschen und der Respekt vor den Menschenrechten.\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"CxSpMiddle\"><span style=\"line-height:115%\"><span style=\"line-height:115%\">Zu Beginn des Gemeinsamen Wortes der Kirchen werden relevante Entwicklungen und Debattenfelder im Migrationsdiskurs der letzten beiden Jahrzehnte analysiert (Kapitel II). In einem n\u00e4chsten Schritt werden \u2013 mit Blick auf Geschichte und Gegenwart \u2013 spezifisch kirchliche Pr\u00e4gungen durch Migration herausgearbeitet (Kapitel III). Auf die Entfaltung biblisch-theologischer Perspektiven, die Migration als zentrales Thema des christlichen Glaubens vorstellen (Kapitel IV), folgt die Reflexion \u00fcber Grundlagen einer christlichen Migrationsethik und ihre praktischen Konsequenzen (Kapitel V). Sodann werden mehrere politisch-rechtliche Fragenkomplexe beleuchtet: die Relevanz von Menschenrechten im Migrationskontext, die Dimension der internationalen Zusammenarbeit und globalen Gerechtigkeit, Migrations- und Asylpolitik als gemeinsame europ\u00e4ische Politikfelder sowie Fragen der gesellschaftlichen Integration (Kapitel VI). In einem abschlie\u00dfenden Teil werden Thesen f\u00fcr das kirchliche und gesellschaftliche Handeln formuliert (Kapitel VII). Zusammen mit dem Text des Migrationswortes wurde auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte und Thesen ver\u00f6ffentlicht.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"CxSpMiddle\"><span style=\"line-height:115%\"><em><span style=\"line-height:115%\">Hintergrund<\/span><\/em> <\/span><\/p>\n<p class=\"CxSpMiddle\"><span style=\"line-height:115%\"><span style=\"line-height:115%\">Im Sommer 2018 haben die Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und die Kammer f\u00fcr Migration und Integration der EKD \u2013 in Abstimmung mit der ACK \u2013 eine \u00d6kumenische Arbeitsgruppe zur Vorbereitung eines neuen Migrationswortes der Kirchen gebildet. Diese hat unter der Leitung der Vorsitzenden von Kommission und Kammer, Erzbischof Dr. Stefan He\u00dfe und Pr\u00e4ses Manfred Rekowski, einen Entwurf erarbeitet, der weiteren Fachleuten aus Wissenschaft und Kirche zur Begutachtung vorgelegt wurde. Im Fr\u00fchjahr 2021 wurde in den zust\u00e4ndigen kirchlichen Gremien \u00fcber eine weiterentwickelte Entwurfsfassung beraten. Nach positiven Voten von Kommission und Kammer sowie des Vorstands der ACK wurde das Dokument mit dem Titel \u201eMigration menschenw\u00fcrdig gestalten\u201c im Sommer 2021 durch den Rat der EKD und den St\u00e4ndigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedet.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"CxSpMiddle\"><span style=\"line-height:115%\"><span style=\"line-height:115%\">Hinweise:<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"CxSpMiddle\"><span style=\"line-height:115%\"><span style=\"line-height:115%\">Das Gemeinsame Wort <em>Migration menschenw\u00fcrdig gestalten <\/em>ist in der Reihe \u201eGemeinsame Texte\u201c (Nr. 27) erschienen und kann <\/span>\u00a0unter www.dbk.de in der Rubrik Publikationen sowie auf <span style=\"line-height:115%\">www.ekd.de\/migration<\/span> <span style=\"line-height:115%\">heruntergeladen oder bestellt werden.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"CxSpMiddle\"><span style=\"line-height:115%\"><span style=\"line-height:115%\">Die Statements von Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins und Prof. Dr. Hannes Schammann sowie eine Zusammenfassung des Gemeinsamen Wortes sind als pdf-Dateien unter <\/span><span style=\"line-height:115%\">www.ekd.de\/migration<\/span> <span style=\"line-height:115%\">verf\u00fcgbar.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Hannover, 21. Oktober 2021<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Pressestelle der EKD<br \/>Carsten Splitt<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21.10.2021Pressemitteilung \u201eMigration menschenw\u00fcrdig gestalten\u201c Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) haben heute (21. 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