{"id":3828,"date":"2021-10-22T17:42:47","date_gmt":"2021-10-22T17:42:47","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/10\/22\/basecap-statt-talar-ekd\/"},"modified":"2021-10-22T17:42:50","modified_gmt":"2021-10-22T17:42:50","slug":"basecap-statt-talar-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/10\/22\/basecap-statt-talar-ekd\/","title":{"rendered":"Basecap statt Talar \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Die evangelische Emmaus-Gemeinde hat etwas mehr als 2.000 Mitglieder und geh\u00f6rt zum Stadtteil Gr\u00fcnh\u00f6fe in Bremerhaven. Das Quartier wird als Brennpunktgemeinde mit hoher Kinderarmut bezeichnet. Kategorien, mit denen Max und Chris wenig anfangen k\u00f6nnen. \u201eLebendig wird alles erst durch die Leute, die dort leben\u201c, schreiben sie in ihrem Buch, in dem sie ihre Vorstellung einer Kirche beschreiben, in der sich m\u00f6glichst viele Menschen wohlf\u00fchlen.<\/p>\n<p>Um Kontakt aufzunehmen, wollen sie als Pastoren nicht zu heilig daherkommen. Deshalb tragen sie im Gottesdienst keinen Talar, kein \u201eBatman-Kleid\u201c, wie sie das Ornat selber nennen. Die Orgel spielt selten, daf\u00fcr ist \u00f6fter eine Soulband zu h\u00f6ren. Die Predigten sind kurz, werden frei gehalten und die Gemeinde darf sich in der Kirche und \u00fcber das Internet einmischen. Statt fremdsprachlicher Lobges\u00e4nge gibt es \u201eFanges\u00e4nge f\u00fcr Gott\u201c: Eine Person gibt den Takt vor, die Gemeinde antwortet mit voller Power.<\/p>\n<p>\u201eGottesfeiern mit so viel Gef\u00fchl, dass die Leute Pipi in den Augen haben\u201c, beschreibt Chris das, was sie anstreben &#8211; und womit sie gute Erfahrungen machen. Denn weil sie selbst mit den Ver\u00e4nderungen anfangen, kommen auch neue Menschen: Leute, die genauso wie Max bunt gef\u00e4rbte Haare haben, Jogginganz\u00fcge und Caps tragen. Empfangen werden sie in einer verst\u00e4ndlichen Sprache, denn die Kirche leide unter einer \u201ePolonaise der Uraltworte\u201c, sagen die Rebellen.<\/p>\n<p>Raus aus der Bubble, rein ins Leben: \u201eNah bei den Menschen zu sein, \u00fcber alle Generationsgrenzen hinweg, zu experimentieren &#8211; das gef\u00e4llt mir\u201c, sagt Anna-Nicole Heinrich (25), Philosophie-Studentin &#8211; und seit Mai Pr\u00e4ses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie ist eine der h\u00f6chsten evangelischen Repr\u00e4sentantinnen.<\/p>\n<p>Das ist es, was Schlicht und Bode mit der R\u00fcckendeckung ihrer Vorgesetzten umsetzen. Deshalb begr\u00fc\u00dfen sie die Gemeinde in jedem Gottesdienst mit den Worten \u201eWillkommen zu Hause\u201c, wollen Mut machen und Kraft schenken. \u201eDenn das Leben hat echte Schei\u00dfzeiten auf Lager.\u201c Sie wollen dagegenhalten, \u201eder Liebe eine B\u00fchne geben &#8211; ein Zuhause f\u00fcr all diejenigen, die auch erleben mussten, dass sie nach Meinung anderer wertlos sind\u201c.<\/p>\n<p>Das tun sie analog und digital, sind auf YouTube, Instagram und TikTok unterwegs. Sie machen einen Podcast unter dem Titel \u201eLiebe, Altaaar\u201c, betreiben auf dem Portal kopphoch.de \u201eSeelenpflege im Stream\u201c. Bei \u201eyeet\u201c, einem Netzwerk christlicher Influencer, machen sie mit, um bei jungen Menschen Interesse an Themen rund um den Glauben zu wecken.<\/p>\n<p>Die Kirche sei oft zu fokussiert auf althergebrachte Formen, schreibt Chris. \u201eIm Idealfall ist sie so bunt, wie es das Land und die Leute sind.\u201c Am Ende ihres Buches haben Chris und Max zehn Impulse f\u00fcr alle aufgeschrieben, die etwas \u00e4ndern wollen. An oberster Stelle steht: \u201eWenn du nichts riskierst, bleibt alles so, wie es ist.\u201c<\/p>\n<p class=\"md-authorline\" style=\"margin-left:0cm; margin-right:0cm; text-align:right\"><em>Von Dieter Sell (epd)<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die evangelische Emmaus-Gemeinde hat etwas mehr als 2.000 Mitglieder und geh\u00f6rt zum Stadtteil Gr\u00fcnh\u00f6fe in Bremerhaven. 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