{"id":3980,"date":"2021-12-01T22:04:12","date_gmt":"2021-12-01T22:04:12","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/12\/01\/damit-die-familie-zusammenbleiben-kann-ekd\/"},"modified":"2021-12-01T22:04:18","modified_gmt":"2021-12-01T22:04:18","slug":"damit-die-familie-zusammenbleiben-kann-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2021\/12\/01\/damit-die-familie-zusammenbleiben-kann-ekd\/","title":{"rendered":"Damit die Familie zusammenbleiben kann \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Der Umgang mit dem Kind war vor allem f\u00fcr Roman anfangs nicht leicht. Der 47-J\u00e4hrige hatte gro\u00dfe Angst, l\u00e4ngere Zeit mit Sophia allein zu bleiben, zog sich zur\u00fcck. \u201eEr hatte Widerst\u00e4nde\u201c, erkl\u00e4rt die Familienhelferin der Krafts, Antje Sch\u00fcssler-M\u00fcnzing von der Caritas. Das sei inzwischen schon viel besser geworden.<\/p>\n<p>Der Fokus der Sozialp\u00e4dagogin liegt auf der bestm\u00f6glichen F\u00f6rderung des Kindes. Dazu z\u00e4hlen regelm\u00e4\u00dfige Spielplatzbesuche, altersgerechte Spiele, Erziehung &#8211; bis Sophia 18 Jahre alt ist. Das Kind kennt es nicht anders, die Betreuerin &#8211; man k\u00f6nnte auch sagen \u201edie Zweitmutter\u201c &#8211; geh\u00f6rt dazu.<\/p>\n<p>Parallel zur Hilfe bei der Erziehung leistet Michaela Sigloch von den Offenen Hilfen Heilbronn der Familie einmal in der Woche Assistenz beim Wohnen. Hier geht es ums Putzen, Einkaufen, die Organisation des Alltags oder das Schreiben von Bewerbungen. \u201eHerr Kraft ist sehr selbstst\u00e4ndig\u201c, sagt die Heilerziehungspflegerin und hebt die Kochk\u00fcnste von Roman Kraft hervor.<\/p>\n<p>Mit St\u00e4rken kann auch Cornelia Kraft aufwarten. \u201eSie vergisst nichts\u201c, f\u00fcr ihre Aufmerksamkeit genie\u00dfe sie die Wertsch\u00e4tzung der Erzieherinnen in der Kita, sagt Michaela Sigloch. Seit Sophia ein Jahr alt ist, besucht das M\u00e4dchen die Betreuungseinrichtung. Dort verbringt es einen Gro\u00dfteil des Tages. \u201eWenn wir sie dort gemeinsam abholen, strahlt sie\u201c, bemerkt Vater Roman &#8211; und man sieht ihm an, wie stolz er ist.<\/p>\n<p>Hartmut Seitz-Bay wei\u00df auch um die \u00dcberforderung von M\u00fcttern und V\u00e4tern mit geistiger Behinderung nach gewollten oder ungewollten Schwangerschaften. Zehn Kinder hat der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer erlebt, die in Pflegefamilien kamen. Das soll anders k\u00fcnftig anders werden.<\/p>\n<p>Im neuen Heilbronner Quartier \u201eNonnenbuckel\u201c sollen Eltern mit geistiger Behinderung mit ihren Kindern eine Bleibe finden. Vorgesehen sind eine Kinderwohngruppe, Assistenz beim Wohnen sowie die bevorzugte Vergabe des gef\u00f6rderten Wohnraumanteils an alleinerziehende und behinderte Menschen. Die ersten Anmeldungen liegen bereits vor &#8211; eine ist die des Ehepaars Kraft.<\/p>\n<p>Wegen der hohen Nachfrage bereitet in Baden die Johannes-Diakonie in Mosbach ein \u00e4hnliches \u201edauerhaftes Angebot\u201c vor, sagt der Projektleiter f\u00fcr \u201eBegleitete Elternschaft\u201c, Ralf Geyer. Bis Jahresende hofft er die Leistungsvereinbarung f\u00fcr zwei Wohngemeinschaften mit je vier Bewohnern f\u00fcr Menschen mit geistiger Behinderung und deren Kindern in trockenen T\u00fcchern zu haben. Mit ihrem wohnortnahen, einheitlichen Konzept betreten die zwei Einrichtungen Neuland in Baden-W\u00fcrttemberg. \u201eVorbilder gibt es keine\u201c, sagte Ralf Geyer. Es gebe viele auch \u00fcberregionale Anfragen.<\/p>\n<p>Statistische Daten zur begleiteten Elternschaft sind nur schwer zu erheben. \u201eWer ist damit gemeint, wenn wir von geistiger Behinderung reden?\u201c, fragt Referatsleiter Kai Pakleppa von der Bundesvereinigung Lebenshilfe, die in ganz Deutschland Angebote auf begleitete Elternschaft macht. Laut internationalen Studien liege der Anteil der Eltern unter Menschen mit geistiger Behinderung bei zwei bis drei Prozent.<\/p>\n<p>Nicht immer gelingt die Begleitung so gut wie bei Roman und Cornelia Kraft. Sie h\u00fcten Sophia wie ihren Augapfel und w\u00fcnschen sich ein zweites Kind. Sophia ist \u201ePapas Engelchen\u201c. Zuwendung schenken dem \u201eBilderbuchkind\u201c, wie Michaela Sigloch Sophia sagt, au\u00dferdem der Opa und die Tante.<\/p>\n<p>Dennoch: Das \u201eDamoklesschwert Jugendamt\u201c sei stets pr\u00e4sent, sagt Antje Sch\u00fcssler-M\u00fcnzing. Alle sechs Monate gibt es ein sogenanntes Hilfeplangespr\u00e4ch mit dem Amt. Sollte die Entwicklung von Sophia in Gefahr sein, ist sie dazu verpflichtet, das Jugendamt zu informieren.<\/p>\n<p class=\"md-authorline\" style=\"margin-left:0cm; margin-right:0cm; text-align:right\"><em>Von Susanne Lohse (epd)<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Umgang mit dem Kind war vor allem f\u00fcr Roman anfangs nicht leicht. 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