{"id":433,"date":"2020-03-22T18:42:37","date_gmt":"2020-03-22T18:42:37","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/?p=433"},"modified":"2020-03-24T16:05:23","modified_gmt":"2020-03-24T16:05:23","slug":"ein-wort-der-katholischen-evangelischen-und-orthodoxen-kirche-in-deutschland-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/03\/22\/ein-wort-der-katholischen-evangelischen-und-orthodoxen-kirche-in-deutschland-ekd\/","title":{"rendered":"Ein Wort der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche in Deutschland \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"\n<div id=\"\">\n<p><em>Anl\u00e4sslich der weltweiten Krise um das Corona-Virus ver\u00f6ffentlichen der \u00a0Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg B\u00e4tzing, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, das gemeinsame Wort \u201eBeistand, Trost und Hoffnung\u201c.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,<br \/>\nliebe Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger,<\/p>\n<p>die gegenw\u00e4rtigen Tage sind gepr\u00e4gt von der krisenhaften Gesamtsituation, die durch die Verbreitung des Corona-Virus hervorgerufen wird. Das Bem\u00fchen, die Verbreitung dieser Krankheit zu verlangsamen, f\u00fchrt zu drastischen Ma\u00dfnahmen. Jede und jeder von uns ist konkret betroffen.<\/p>\n<p>Da wir dieses Bem\u00fchen selbstverst\u00e4ndlich unterst\u00fctzen und uns an die staatlichen Vorgaben konsequent halten wollen, wurden auch gemeindliche Veranstaltungen abgesagt und kirchliche Einrichtungen weitgehend geschlossen. Sie k\u00f6nnen sicher nachvollziehen, wie schwer es uns gefallen ist, in diesen beunruhigenden Zeiten alle \u00f6ffentlichen Gottesdienste auszusetzen. Gerade in schweren Zeiten ist es f\u00fcr uns Christen eigentlich unabdingbar, die N\u00e4he Gottes zu suchen, indem wir uns zu gemeinsamen Gebeten und Gottesdiensten versammeln.<\/p>\n<p>Und doch ist dieser Verzicht notwendig, um die Pandemie so weit als irgend m\u00f6glich einzugrenzen, deren schwerwiegende Auswirkungen wir alle pers\u00f6nlich zu sp\u00fcren bekommen. Uns alle treffen die Einschr\u00e4nkungen. Manche sind selbst oder in ihrem Umfeld von Erkrankung, schweren Krankheitsverl\u00e4ufen oder gar Tod betroffen. Viele sind aufgrund des gesellschaftlichen Stillstands in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht und mit gro\u00dfen Zukunftssorgen konfrontiert. Auch wenn die Gottesdienste derzeit nicht stattfinden k\u00f6nnen, k\u00f6nnen Sie sich \u2013 das m\u00f6chten wir Ihnen zusagen \u2013 unserer solidarischen Unterst\u00fctzung, unseres pers\u00f6nlichen Beistands und unseres Gebetes gewiss sein.<\/p>\n<p>Wie alle unverschuldete Not, die \u00fcber die menschliche Gemeinschaft kommt, so kennt auch diese Krise keine Gerechtigkeit. Sie trifft die einen nur ganz am Rande, die anderen, oft genug die Schwachen, aber mit aller H\u00e4rte. Deshalb, aber auch wegen der notwendigen Isolation der Menschen, sind das F\u00fcreinander-Dasein und die Solidarit\u00e4t in dieser Zeit so unabdingbar, um das humane Angesicht unserer Gesellschaft nicht zu entstellen oder gar zu zerst\u00f6ren. Unser gro\u00dfer Dank gilt allen im Gesundheitswesen, \u00c4rztinnen und \u00c4rzten, Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern und Freiwilligen, die oft bis zur Ersch\u00f6pfung daf\u00fcr sorgen, dass die Erkrankten die bestm\u00f6gliche Versorgung erhalten.<\/p>\n<p>Gerade weil in diesen Tagen viele Grenzen und Barrieren zwischen Menschen errichtet werden m\u00fcssen, d\u00fcrfen die Grenzen nicht in den Herzen hochgezogen werden. In einer solch existenziellen Krise, in der auch die gesellschaftlichen Institutionen sp\u00fcrbar an ihre Grenzen sto\u00dfen, kommt es auf jede und jeden Einzelnen an. Aber nicht, weil sich jeder dann selbst der N\u00e4chste ist und jeder f\u00fcr sich allein k\u00e4mpft, sondern weil jedes offene Ohr, jedes freundliche Wort und jede helfende Hand besonders z\u00e4hlen und viel bedeuten. Es tut in der Seele gut zu sehen, wie viel gelebte Humanit\u00e4t es angesichts dieser Krise in unserer Gesellschaft gibt! An vielen Orten haben sich spontan Freiwillige bereit erkl\u00e4rt, Eink\u00e4ufe f\u00fcr \u00e4ltere oder kranke Nachbarn zu erledigen oder Kinder zu betreuen, deren Eltern weiterhin ihrem Beruf nachgehen m\u00fcssen. Auch in unseren Gemeinden gibt es viele, die mit Telefongespr\u00e4chen, E-Mails \u00a0und anderen Medien den sozialen Kontakt aufrechterhalten und die Gemeinschaft st\u00e4rken. Dazu geh\u00f6ren auch die vielen Gebetsgruppen, die sich \u00fcber das Internet verabreden.<\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Pandemie hat weltweite Ausma\u00dfe. Sie betrifft nicht nur uns, sondern auch die Menschen in den Kriegsregionen des Nahen Ostens, insbesondere Syriens, und in den Fl\u00fcchtlingslagern. Da hier Schutzma\u00dfnahmen weitgehend fehlen, ist ihr Risiko zu erkranken sogar noch gr\u00f6\u00dfer. Deshalb d\u00fcrfen wir auch sie nicht aus dem Blick verlieren.<\/p>\n<p>Als Christen sind wir der festen \u00dcberzeugung: Krankheit ist keine Strafe Gottes \u2013 weder f\u00fcr Einzelne, noch f\u00fcr ganze Gesellschaften, Nationen, Kontinente oder gar die ganze Menschheit. Krankheiten geh\u00f6ren zu unserer menschlichen Natur als verwundbare und zerbrechliche Wesen. Dennoch k\u00f6nnen Krankheiten und Krisen sehr wohl den Glauben an die Weisheit und G\u00fcte Gottes und auch an ihn selbst ersch\u00fcttern. Krankheiten und Krisen stellen uns Menschen vor Fragen, \u00fcber die wir nicht leicht hinweggehen k\u00f6nnen. Auch wir Christen sind mit diesen Fragen nach dem Sinn menschlichen Leids konfrontiert und haben keine einfachen Antworten darauf. Die biblische Botschaft und der christliche Erl\u00f6sungsglaube\u00a0sagen uns Menschen jedenfalls zu: \u00a0Gott ist ein Freund des Lebens. Er liebt uns Menschen und leidet mit uns. Gott will das Unheil nicht. Nicht das Unheil hat darum das letzte Wort, sondern das Heil, das uns von Gott verhei\u00dfen ist.<\/p>\n<p>Wir Menschen sind verwundbar und verletzlich. Das wird uns in diesen Tagen schmerzhaft bewusst. Deshalb ist es zutiefst menschlich, Verunsicherung und Angst zu sp\u00fcren, wenn das gesellschaftliche Leben zum Stillstand kommt, der Kontakt zu Freunden drastisch eingeschr\u00e4nkt wird, alle Planungen von heute auf morgen durchkreuzt werden und wir nicht wissen, was in den n\u00e4chsten Wochen sich ereignen wird. Der auferstandene Christus, den wir\u00a0in einigen Tagen wieder feiern werden, ruft nach dem Zeugnis des Evangeliums den Menschen in solcher Bedr\u00e4ngnis zu: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht!\u201c (Mt 28,5) Dieser Trost ermutigt uns, angesichts der Not und der Angst nicht in Verzagtheit zu verharren, sondern Hoffnung und Zuversicht zu sch\u00f6pfen. Und Gott ist uns Menschen auch dann nahe, wenn wir nicht selbstsicher und souver\u00e4n sind, sondern unsicher tastend, suchend und fragend. Wer sich von dieser Hoffnung leiten l\u00e4sst, vermag anderen Beistand, Trost und Hoffnung zu spenden.<\/p>\n<p>Wir Christen bereiten uns in der augenblicklichen Fasten- und Bu\u00dfzeit auf das Osterfest vor. Dabei weist ein Wort aus dem alttestamentlichen Buch Jesaja uns in aller Deutlichkeit darauf hin, dass es nicht das rechte Fasten ist, \u201ewenn man den Kopf h\u00e4ngen l\u00e4sst wie ein Schilf\u201c. Dagegen ermutigt uns der Prophet, die \u201eFesseln des Unrechts zu l\u00f6sen\u201c und uns den Notleidenden zuzuwenden, und zeichnet eine Verhei\u00dfung Gottes an den Horizont: \u201eDann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot und deine Heilung wird schnell gedeihen.\u201c (vgl. <em>Jes<\/em> 58,5\u20138)<\/p>\n<p>Liebe Mitchristinnen und Mitchristen, liebe Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger,<\/p>\n<p>all jenen, die unter den \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden schwer zu leiden haben, w\u00fcnschen wir in den kommenden Tagen und Wochen alle Kraft und die n\u00f6tige Hilfe. Denen, die erkranken und an Krankheiten leiden, w\u00fcnschen wir Linderung und, wenn m\u00f6glich, baldige Genesung. Diejenigen aber, die sterben, empfehlen wir der G\u00fcte und Barmherzigkeit Gottes. Er m\u00f6ge sie aufnehmen in sein Leben.<\/p>\n<p>In diesen Zeiten der Verunsicherung begleiten Sie alle unsere Gebete und Segensw\u00fcnsche!<\/p>\n<p>Bleiben Sie beh\u00fctet an Leib und Seele. Gott segne Sie!<\/p>\n<p>Bonn und Hannover, den 20. M\u00e4rz 2020<\/p>\n<p><em>Bischof Dr. Georg B\u00e4tzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Landesbischof Dr. Heinrich-Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)<\/p>\n<p>Metropolit Augoustinos, Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich der weltweiten Krise um das Corona-Virus ver\u00f6ffentlichen der \u00a0Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg B\u00e4tzing, der Ratsvorsitzende der<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":434,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/433"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=433"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/433\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":446,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/433\/revisions\/446"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/434"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}