{"id":4466,"date":"2022-05-02T12:57:18","date_gmt":"2022-05-02T12:57:18","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2022\/05\/02\/mittendrin-leben-mit-demenz-ekd\/"},"modified":"2022-05-02T12:57:18","modified_gmt":"2022-05-02T12:57:18","slug":"mittendrin-leben-mit-demenz-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2022\/05\/02\/mittendrin-leben-mit-demenz-ekd\/","title":{"rendered":"\u201eMittendrin. Leben mit Demenz\u201c \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>Mit einem \u00f6kumenischen Fernsehgottesdienst haben die evangelische und katholische Kirche heute (30. April 2022) in Leipzig die bundesweite \u00f6kumenische Aktion <em>Woche f\u00fcr das Leben<\/em> er\u00f6ffnet. Unter dem Titel \u201eMittendrin. Leben mit Demenz\u201c macht diese auf die Situationen von Menschen mit Demenz aufmerksam und will einen Umgang mit der Krankheit f\u00f6rdern, der \u00c4ngste abbaut. Die Kirchen sehen auch die gro\u00dfen Herausforderungen f\u00fcr Angeh\u00f6rige und wollen Seelsorgeangebote und Beratung weiter ausbauen.<\/p>\n<p>Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabr\u00fcck), betonte in seiner thematischen Einf\u00fchrung in der Nikolaikirche in Leipzig, dass sich f\u00fcr an Demenz Erkrankte vieles \u00e4ndert: \u201eEs geht nicht mehr um immer mehr \u2013 immer besser, schneller und gr\u00f6\u00dfer zu sein als andere. Eigenschaften, die viele einem gelingenden, w\u00fcrdevollen Leben zuschreiben, sind immer weniger greifbar.\u201c Da k\u00f6nne es entlasten und tr\u00f6sten zu wissen, dass die W\u00fcrde des Menschen nicht von seiner Gesundheit, seiner Geisteskraft oder seiner F\u00e4higkeit zur Selbstbestimmung abh\u00e4nge, sondern unverlierbar sei. \u201eGott ist der Garant der W\u00fcrde des Menschen. Seine Eigenschaften \u2013 vor allem sein unersch\u00f6pflicher Beziehungswille und seine Liebe \u2013 zeigen auf, worin der Mensch die Kraft seines Lebens finden kann: in der mitf\u00fchlenden Begegnung, in der Gemeinschaft, im Gegen\u00fcber zu Gott\u201c, so Bischof Bode. Mit Blick auf die Gesellschaft forderte er: \u201eMenschen mit Demenz haben einen Platz in unserer Mitte. Sie sind wertvolle Glieder unserer Gemeinschaft und sie sollen \u2013 mit ihren Angeh\u00f6rigen \u2013 am gesellschaftlichen Leben teilhaben d\u00fcrfen.\u201c In diesem Anliegen unterst\u00fctzen die Kirchen auch die \u201eNationale Demenzstrategie\u201c der Bundesregierung, in der sich seit 2020 viele Akteure engagieren.<\/p>\n<p>Die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Pr\u00e4ses Dr. h.c. Annette Kurschus (Bielefeld), betonte in ihrer Predigt, dass ein Mensch viel verlieren k\u00f6nne: \u201eSein Ged\u00e4chtnis, seine Erinnerungen, seine Pers\u00f6nlichkeit, seine Intelligenz, sein Wesen, sein Vertrauen, seinen Glauben, seine Hoffnung, seine Liebe, sogar sich selbst.\u201c Die Worte aus dem 31. Psalm \u201eSeid getrost und unverzagt alle, die ihr des Herrn harret!\u201c tr\u00fcgen eine wichtige Hoffnungsbotschaft: \u201eGott aber wird diesen Menschen auch dann \u2013 und dann erst recht! \u2013 nicht verloren geben. Niemals.\u201c Zudem bleibe die Zuversicht, die ebenfalls im 31. Psalm mit den Worten \u201eIn deine H\u00e4nde befehle ich meinen Geist. Meine Zeit steht in deinen H\u00e4nden\u201c betont wird. \u201eSelbst wenn ich nicht mehr denken und mich nicht mehr erinnern kann, bleibe ich von Gottes H\u00e4nden gehalten. Selbst wenn ich einmal nichts mehr \u00fcber mein Leben wissen sollte, werden meine Jahre bei Gott gut aufgehoben sein\u201c, so die Ratsvorsitzende.<\/p>\n<p>Der s\u00e4chsische Landesbischof Tobias Bilz (Dresden) hatte als Gastgeber zu Beginn des Gottesdienstes Pr\u00e4ses Kurschus, Bischof Bode und Bischof Timmerevers aus dem Bistum Dresden-Mei\u00dfen in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens willkommen gehei\u00dfen. \u201eHier in der Leipziger Nikolaikirche geben wir den Auftakt f\u00fcr eine Woche, die dieser Erkrankung nachsp\u00fcrt. Damit wir sie besser verstehen, und Menschen angemessen begleiten k\u00f6nnen, wenn sie krank sind oder einen Betroffenen pflegen, und weil wir beten wollen f\u00fcr W\u00fcrde und Wert aller Kreatur, die Gott ins Leben gerufen hat\u201c, sagte Landesbischof Bilz, der auch Mitglied im Rat der EKD ist.<\/p>\n<p>Wie in den vergangenen Jahren war die Er\u00f6ffnung der <em>Woche f\u00fcr das Leben<\/em> von einer thematischen Podiumsdiskussion gepr\u00e4gt, die live vom MDR gestreamt wurde. In der von Andrea Ballschuh moderierten Diskussion sprach sich Franz M\u00fcntefering, ehemaliger Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisation, f\u00fcr eine St\u00e4rkung der Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen vor Ort aus: \u201eLokale Allianzen f\u00fcr Menschen mit Demenz sollten eine verbindliche Aufgabe f\u00fcr jede Kommune sein. Die praktische Durchf\u00fchrung kann bei Vereinen und Organisationen liegen, die beraten, unterst\u00fctzen und sensibilisieren.\u201c Zudem betonte M\u00fcntefering: \u201eMenschen mit Demenz sind keine F\u00e4lle. Sie sind Unikate, wie Menschen ohne Demenz auch.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0Dr. Verena Wetzstein, Studienleiterin der Katholischen Akademie Freiburg, verwies auf die biblisch begr\u00fcndete W\u00fcrde eines jeden Menschen: \u201eIn der zentralen biblischen Botschaft, dass jeder Mensch Gesch\u00f6pf Gottes und sein Ebenbild ist (Gen 1,26), gr\u00fcndet das christliche Verst\u00e4ndnis vom Menschen: In der Beziehung zu Gott und nicht etwa im Vorhandensein oder der Abwesenheit von Eigenschaften liegt seine W\u00fcrde begr\u00fcndet.\u201c An diesem Leitsatz m\u00fcsse sich unser Handeln messen: \u201eUnd zwar mit allen Menschen, den gesunden und kranken, den jungen und alten wie auch den Menschen mit Demenz.\u201c<\/p>\n<p>Professor Dr. Andreas Kruse, Psychologe und Gerontologe und ehemaliges Mitglied des Deutschen Ethikrats, sprach auch den Aspekt der Pflege an: \u201eMenschen mit Demenz sind in besonderem Ma\u00dfe auf Anregung, F\u00f6rderung, Stimulation und \u00dcbung angewiesen, damit Funktionen und Fertigkeiten l\u00e4nger erhalten bleiben. Aus diesem Grunde erweist sich eine rehabilitative Therapie und Pflege als notwendig.\u201c<\/p>\n<p>Zeitgleich gab es die M\u00f6glichkeit, in sogenannten \u201eBegegnungsinseln\u201c auf dem Nikolaikirchhof mit Fachleuten aus der Praxis in vielf\u00e4ltiger Weise \u00fcber das Thema \u201eDemenz\u201c ins Gespr\u00e4ch zu kommen und sich zu informieren. Ein Seelsorgeangebot f\u00fcr Betroffene und Angeh\u00f6rige, der Demenzparcours der Stadt Leipzig und eine Filmvorf\u00fchrung des MDR im Gemeindesaal der Nikolaikirchengemeinde rundeten das Programm ab.<\/p>\n<p class=\"EKDFlietext\"><em>Hinweise:<\/em><\/p>\n<p>Die thematische Einf\u00fchrung von Bischof Bode und die Predigt von Pr\u00e4ses Kurschus stehen auf \u00a0https:\/\/www.ekd.de\/Predigten-19608.htm zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zur <em>Woche f\u00fcr das Leben<\/em> sowie der Link zum MDR-Livestream des Podiumsgespr\u00e4ches stehen unter www.woche-fuer-das-leben.de bereit.<\/p>\n<p>Hannover, 29. April 2022<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Pressestelle der EKD<br \/>Annika Lukas<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem \u00f6kumenischen Fernsehgottesdienst haben die evangelische und katholische Kirche heute (30. 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