{"id":5104,"date":"2022-11-30T12:30:03","date_gmt":"2022-11-30T12:30:03","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2022\/11\/30\/migration-als-gemeinsame-aufgabe-wahrnehmen-nicht-als-bedrohung-ekd\/"},"modified":"2022-11-30T12:30:05","modified_gmt":"2022-11-30T12:30:05","slug":"migration-als-gemeinsame-aufgabe-wahrnehmen-nicht-als-bedrohung-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2022\/11\/30\/migration-als-gemeinsame-aufgabe-wahrnehmen-nicht-als-bedrohung-ekd\/","title":{"rendered":"Migration als gemeinsame Aufgabe wahrnehmen, nicht als Bedrohung \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<div class=\"article--meta article--meta__border clearfix\">\n<p>                                    <time datetime=\"30.11.2022 09:00\" class=\"article--time\">30.11.2022<\/time><\/p>\n<p>                                     <strong class=\"article--type primus--overline\">Pressemitteilung<\/strong><\/p>\n<picture class=\"article--source-image image\"><source srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png\"><!--<source srcset=\"\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_141x39.png 1x, \/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_282x78.png 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png 3x\">--><\/p>\n<p>    <\/source><\/picture>\n<\/p><\/div>\n<h2 class=\"article--sub-headline primus--sub-headline\">Vorstellung des \u00f6kumenischen Migrationsworts der Kirchen in Br\u00fcssel<\/h2>\n<\/p><\/div>\n<div id=\"\">\n<p>Auf Einladung der Br\u00fcsseler Dienststelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Kommission der Kirchen f\u00fcr Migranten in Europa (CCME) ist gestern (29. November 2022) im Haus der EKD in Br\u00fcssel das Gemeinsame Migrationswort der Kirchen (\u201eMigration menschenw\u00fcrdig gestalten\u201c) vorgestellt worden. Dabei wurde das Dokument insbesondere im Lichte der aktuellen europapolitischen Debatte um den Pakt f\u00fcr Migration und Asyl mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Europ\u00e4ischen Parlament, der Europ\u00e4ischen Kommission sowie aus Kirche und Zivilgesellschaft diskutiert.\u00a0<\/p>\n<p>Der Vorsitzende der Migrationskommission und Sonderbeauftragte f\u00fcr Fl\u00fcchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan He\u00dfe (Hamburg), erinnerte an das Ziel des Migrationswortes: Gerade unter schwierigen und widerspr\u00fcchlichen Bedingungen wolle es Orientierung bieten \u2013 sowohl f\u00fcr kirchliches als auch f\u00fcr politisches Handeln. Es gelte, Migration nicht als Bedrohung, sondern als gemeinsame Gestaltungsaufgabe wahrzunehmen. Bei der Vorstellung der unterschiedlichen Themenfelder des Migrationswortes hob der Erzbischof insbesondere einige sozialethische Leitprinzipien hervor: \u201eWichtige Ausgangspunkte &#8230; stellen zwei biblische Einsichten dar: die \u00dcberzeugung, dass Gott alle Menschen mit gleicher W\u00fcrde geschaffen hat, und das Gebot, nicht nur den N\u00e4chsten, sondern auch den Fremden zu lieben. Die Missachtung der Menschenw\u00fcrde und die Verweigerung von Schutz im Angesicht ernster Gefahren lassen sich durch keine Grenze rechtfertigen. Wenn wir uns die verzweifelte Lage der Fl\u00fcchtlinge auf dem Mittelmeer, an der Grenze zu Belarus oder auf dem Balkan ansehen, hat dieser Grundsatz eine klare politische Bedeutung.\u201c Au\u00dferdem ging der katholische Migrationsbischof auch auf die integrationspolitische Dimension des Dokuments ein: \u201eGleiche W\u00fcrde muss auf Dauer eine realistische Option auf gleichberechtigte Teilhabe am politischen Gemeinwesen beinhalten.\u201c Daher sollten sich moderne Einwanderungsl\u00e4nder wie Deutschland aktiv um eine Kultur der Einb\u00fcrgerung bem\u00fchen. Mit Blick auf aktuelle Krisen und Konflikte warnte Erzbischof He\u00dfe davor, ungel\u00f6ste globale Probleme auf dem R\u00fccken von Fl\u00fcchtlingen und Migranten auszutragen.\u00a0<\/p>\n<p>Zwei Podiumsgespr\u00e4che gingen der Frage nach dem Mehrwert des Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems angesichts mangelnder Solidarit\u00e4t zwischen den EU-Mitgliedstaaten sowie dem Beitrag, den Kirchen und NGOs bei der Verwirklichung einer menschenw\u00fcrdigen Migrationspolitik leisten, nach. Dabei erinnerte die Leiterin des Br\u00fcsseler EKD-B\u00fcros, Oberkirchenr\u00e4tin Katrin Hatzinger, an die anhaltenden Schwierigkeiten, auf EU-Ebene eine einheitliche Haltung in Fl\u00fcchtlingsfragen zu erzielen. Gleichzeitig habe die gro\u00dfz\u00fcgige und unb\u00fcrokratische Aufnahme ukrainischer Fl\u00fcchtlinge deutlich gemacht, dass tragf\u00e4hige L\u00f6sungen m\u00f6glich seien, wenn der politische Wille bestehe. Nun sei es politisch an der Zeit, \u201evom Handeln im Notfallmodus zu einem ausgewogenen und nachhaltigen Solidarit\u00e4tsmechanismus und einer fairen Verantwortungsteilung\u201c zu kommen. Angesichts des aktuellen Streits zwischen Italien und Frankreich um die Ausschiffung von aus Seenot Geretteten unterstrich sie, dass die EU-Mitgliedstaaten endlich erkennen m\u00fcssten, dass nur durch Geschlossenheit, Solidarit\u00e4t, die Einhaltung internationaler Regeln und der Menschenrechte die Herausforderungen durch die Migration dauerhaft bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnten. Sie \u00e4u\u00dferte sich au\u00dferdem kritisch zu erneuten Versuchen einiger Mitgliedstaaten, die private Seenotrettung zu regulieren; hier sei darauf zu achten, dass ihr wichtiges Engagement nicht faktisch behindert werde. Dar\u00fcber hinaus begr\u00fc\u00dfte sie die angek\u00fcndigte finanzielle Unterst\u00fctzung der deutschen Bundesregierung f\u00fcr das kirchliche Seenotrettungsb\u00fcndnis United4Rescue: \u201eDies ist eine gro\u00dfartige Anerkennung f\u00fcr den Einsatz der Seenotretter, aber auch ein Appell, die staatliche Seenotrettung wieder aufzunehmen\u201c, so Hatzinger.<\/p>\n<p>Zu weiteren Teilnehmenden der Podiumsgespr\u00e4che geh\u00f6rten die Europaabgeordneten Tineke Strik (Die Gr\u00fcnen\/Europ\u00e4ische Freie Allianz) und Lena D\u00fcpont (Europ\u00e4ische Volkspartei), als Vertreter der EU-Kommission Franz Lamplmaier (Generaldirektion Migration und Inneres), Pfarrer Dr. Jack McDonald (Anglikanische Di\u00f6zese in Europa) und Abriel Schieffelers (Eurodiaconia), sowie Dr. Alexander Kalbarczyk (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz) und Dr. Torsten Moritz (Generalsekret\u00e4r von CCME).<\/p>\n<p><em>Hintergrund:<\/em><br \/>Im Sommer 2018 haben die Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und die Kammer f\u00fcr Migration und Integration der EKD \u2013 in Abstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) \u2013 eine \u00d6kumenische Arbeitsgruppe zur Vorbereitung eines neuen Migrationswortes der Kirchen gebildet. Die Ver\u00f6ffentlichung erfolgte am 21. Oktober 2021. Am 18. Juli 2022 wurde eine englische Fassung mit einem neuen Vorwort von Erzbischof Dr. Stefan He\u00dfe und Bischof Dr. Christian St\u00e4blein (Berlin) bereitgestellt (\u201eShaping Migration in a Humane Manner\u201c). Seit dem 22. November 2022 liegt eine zweisprachige Zusammenfassung des Migrationsworts (Deutsch\/Englisch) vor.<\/p>\n<p><em>Hinweise:<\/em><br \/>Das englischsprachige Statement von Erzbischof Dr. Stefan He\u00dfe ist untenstehend als pdf-Datei verf\u00fcgbar. Das Gemeinsame Wort \u201eMigration menschenw\u00fcrdig gestalten\u201c ist in der Reihe \u201eGemeinsame Texte\u201c (Nr. 27) erschienen und kann in der Rubrik Publikationen sowie auf www.ekd.de\/migration heruntergeladen oder bestellt werden. Die Zusammenfassung des Gemeinsamen Wortes (Deutsch\/Englisch) steht dort ebenfalls zum Download bereit.<\/p>\n<p>Hannover, 30. November 2022<\/p>\n<p>Pressestelle der EKD<br \/>Annika Lukas<br \/>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30.11.2022 Pressemitteilung Vorstellung des \u00f6kumenischen Migrationsworts der Kirchen in Br\u00fcssel Auf Einladung der Br\u00fcsseler Dienststelle der Evangelischen Kirche in Deutschland<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":569,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5104"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5104"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5104\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5105,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5104\/revisions\/5105"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}