{"id":513,"date":"2020-03-23T12:38:29","date_gmt":"2020-03-23T12:38:29","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/?p=513"},"modified":"2020-03-24T16:05:23","modified_gmt":"2020-03-24T16:05:23","slug":"hausandacht-im-kirchenamt-der-ekd-zu-psalm-84-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2020\/03\/23\/hausandacht-im-kirchenamt-der-ekd-zu-psalm-84-ekd\/","title":{"rendered":"Hausandacht im Kirchenamt der EKD zu Psalm 84 \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text text_larger=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.<\/p>\n<p><em>\u201eGelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tr\u00f6stet in aller unserer Tr\u00fcbsal, damit wir auch tr\u00f6sten k\u00f6nnen, die in allerlei Tr\u00fcbsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getr\u00f6stet werden von Gott\u201c (2. Kor. 1, 3-5).<\/em><\/p>\n<p>Mit diesen Worten aus dem 2. Korintherbrief \u2013 der Epistel f\u00fcr den Sonntag \u201eL\u00e4tare\u201c \u2013 begr\u00fc\u00dfe ich Sie zu unserer Hausandacht.<\/p>\n<p>\u201eL\u00e4tare\u201c das bedeutet: Freuet Euch! In den liturgischen Texten des gestrigen Sonntags spiegelt sich die Hoffnung auf das neue Leben, das wir Ostern bedenken und feiern. In den Texten scheint etwas auf, von der F\u00fclle des Lebens, die uns in Gottes kommendem Reich verhei\u00dfen ist. Der Sonntag \u201eL\u00e4tare\u201c wird deshalb auch als \u201ekleines Osterfest\u201c bezeichnet. Wir d\u00fcrfen und sollen uns freuen \u2013 mitten in der Passionszeit, in der Fastenzeit, in der aktuellen Krise.<\/p>\n<p>Im Licht des Ostermorgens, auf den wir zugehen, m\u00f6chte ich heute den Faden aufnehmen und weiterspinnen, den Herr Balke letzten Montag gekn\u00fcpft hat und mit Ihnen gemeinsam nachdenken \u00fcber den Glauben in Zeiten der Corona-Epidemie. Wir tun dies im Vertrauen auf Gott, der Jesus Christus von den Toten auferweckt hat, damit wir leben.<\/p>\n<p><strong><em>Psalm 84 (EG 734)<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wie lieb sind mir deine Wohnungen, Herr Zebaoth!<br \/>\nMeine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorh\u00f6fen<br \/>\ndes Herrn;<br \/>\nmein Leib und Seele freuen sich<br \/>\nin dem lebendigen Gott.<br \/>\nDer Vogel hat ein Haus gefunden<br \/>\nund die Schwalbe ein Nest f\u00fcr ihre Jungen \u2013<br \/>\ndeine Alt\u00e4re, Herr Zebaoth,<br \/>\nmein K\u00f6nig und mein Gott.<br \/>\nWohl denen, die in deinem Hause wohnen;<br \/>\ndie dich loben immerdar.<br \/>\nWohl den Menschen, die dich f\u00fcr ihre St\u00e4rke halten<br \/>\nund von Herzen dir nachwandeln!<br \/>\nWenn sie durchs d\u00fcrre Tal ziehen, wird es ihnen zum<br \/>\nQuellgrund,<br \/>\nund Fr\u00fchregen h\u00fcllt es in Segen.<br \/>\nSie gehen von einer Kraft zur andern<br \/>\nund schauen den wahren Gott in Zion.<br \/>\nHerr, Gott Zebaoth, h\u00f6re mein Gebet;<br \/>\nvernimm es, Gott Jakobs!<br \/>\nGott, unser Schild, schaue doch;<br \/>\nsieh doch an das Antlitz deines Gesalbten!<br \/>\nDenn ein Tag in deinen Vorh\u00f6fen<br \/>\nist besser als sonst tausend.<br \/>\nIch will lieber die T\u00fcr h\u00fcten in meines Gottes Hause<br \/>\nals wohnen in der Gottlosen H\u00fctten.<br \/>\nDenn Gott der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt<br \/>\nGnade und Ehre.<br \/>\nEr wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.<br \/>\nHerr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verl\u00e4sst!<br \/>\n<strong>Ansprache<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Hausgemeinde,<\/p>\n<p>die aktuelle Situation, die durch die j\u00fcngsten Reaktionen und versch\u00e4rften Ma\u00dfnahmen angesichts der zunehmenden Ausbreitung des Corona-Virus in der letzten Woche eingetreten ist, ist schwer ertr\u00e4glich. Das liegt zum einen daran, dass die Epidemie konkrete und zugleich diffuse \u00c4ngste ausl\u00f6st: Wie kann ich verhindern, dass ich mich anstecke? Und was passiert, wenn ich mich anstecke? Welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen wird die Epidemie haben? Und wie wird sich unser Land durch diese Krise ver\u00e4ndern? \u00a0Zum andern, so mein Eindruck, ist die Situation aber auch deshalb so schwer ertr\u00e4glich, weil das Virus uns mit einer Reihe von harten Zumutungen konfrontiert. Ich m\u00f6chte vier Punkte nennen, die mich zurzeit besch\u00e4ftigen:<\/p>\n<p>1. Der Erreger ist neu, er ist den Virologen unbekannt, und es gibt deshalb noch keine wirksamen Gegenmittel. Und das bedeutet: Wir m\u00fcssen lernen, <strong>Ungewissheit auszuhalten<\/strong>. Niemand wei\u00df zurzeit, wie die Dinge sich entwickeln werden, wie lange die Krise andauern wird und wie es weitergeht.<\/p>\n<p>2. Die Politik hat eine Reihe von weitreichenden Ma\u00dfnahmen getroffen, um die Ausbreitung des Virus zu entschleunigen. Nun gehen wir auf eine Ausgangssperre zu. Das bedeutet eine weitreichende <strong>Einschr\u00e4nkung unserer pers\u00f6nlichen Freiheit<\/strong>. Wir k\u00f6nnen nicht mehr selbstbestimmt entscheiden, ob wir einen Gottesdienst besuchen, ins Kino gern oder in den Urlaub fliegen. Wir d\u00fcrfen es schlichtweg nicht mehr.<\/p>\n<p>3. Wir alle haben und pflegen Routinen, die uns im Alltag Struktur, Stabilit\u00e4t und Sicherheit geben. Routinen lassen uns darauf vertrauen, dass die Welt morgen fr\u00fch beim Aufstehen noch genauso ist wie gestern Abend beim Zubettgehen. Dieses <strong>Vertraue<\/strong>n ist durch das Corona-Virus <strong>ersch\u00fcttert worde<\/strong>n. Die Welt ist jetzt eine andere geworden.<\/p>\n<p>4. Wir sind es in Deutschland gewohnt, dass die Dinge \u00fcberwiegend reibungslos funktionieren. Sollte das einmal nicht der Fall sein, gehen wir mit guten Gr\u00fcnden davon aus, dass die Verantwortlichen schnellstm\u00f6glich die Kontrolle wiedererlangen. Diese Erwartung wird in Zeiten von Corona entt\u00e4uscht. Wir m\u00fcssen lernen, <strong>Ohnmacht auszuhalten<\/strong>.<\/p>\n<p>Das alles sind Zumutungen, die in hohem Ma\u00dfe irritierend sind. Psychologen sprechen von kognitiven Dissonanzen, wenn Menschen erleben, dass ihre Erwartungen und Erfahrungen nicht mehr stimmig sind; wenn wir Dinge nicht mehr befriedigend einordnen k\u00f6nnen; wenn bew\u00e4hrte Handlungsstrategien und vertraute Deutungsmechanismen nicht mehr funktionieren.<\/p>\n<p>Die entscheidende Frage ist deshalb: Was k\u00f6nnen wir tun, um unter den ver\u00e4nderten Bedingungen Stabilit\u00e4t, Halt und Sicherheit ein St\u00fcck weit wiederzufinden? Mir ist in dieser Krise ein Thema zunehmend wichtiger geworden, das gerade f\u00fcr den evangelischen Glauben besonderes charakteristisch ist: Ich meine den Glauben und das Vertrauen in Gottes F\u00fcgung und F\u00fcrsorge. Klassisch gesprochen: in Gottes Vorsehung.<\/p>\n<p>Die popul\u00e4re Version des Vorsehungsglaubens lautet: Der liebe Gott tut nichts als f\u00fcgen.<\/p>\n<p>Der Apostel Paulus dr\u00fcckt es theologisch pr\u00e4gnant so aus: <strong>Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen<\/strong> (R\u00f6m. 8, 28).<\/p>\n<p>Der Heidelberger Katechismus bekennt in seiner ersten These: Gott \u201ebewahrt mich so, dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen, ja, dass mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss\u201c.<\/p>\n<p>Und Martin Luther bekr\u00e4ftigt in seinem Kleinen Katechismus das Vertrauen, dass Gott \u201emit allem, was nottut f\u00fcr Leib und Leben, mich reichlich und t\u00e4glich versorgt, in allen Gefahren beschirmt und vor allem \u00dcbel beh\u00fctet und bewahrt und das alles aus lauter v\u00e4terlicher, g\u00f6ttlicher G\u00fcte und Barmherzigkeit\u201c.<\/p>\n<p>So unterschiedlich diese Aussagen auch sind, so stimmen sie doch in wesentlichen Z\u00fcgen \u00fcberein. Ich m\u00f6chte Sie einladen, mit mir heute Morgen \u00fcber den Glauben an Gottes F\u00fcgung und F\u00fcrsorge nachzudenken. Vielleicht k\u00f6nnte uns das helfen, das mentale und emotionale Gleichgewicht ein St\u00fcck weit wiederzufinden. Dazu drei Impulse.<\/p>\n<p><strong>1. Gott ist in unserer Welt am Wirken<\/strong><\/p>\n<p>Wer an Gottes F\u00fcgung oder Vorsehung glaubt, rechnet damit, dass <strong>Gott in dieser Welt wirkt<\/strong>. Er wirkt unter uns, durch uns und in uns. Gott ist keine religi\u00f6se Idee oder ein moralischer Gedanke, sondern eine Realit\u00e4t, eine machtvolle Wirklichkeit. Die Bibel beschreibt diese Macht in vielf\u00e4ltiger Weise \u2013 als Liebe, Leben, Licht, Wahrheit.<\/p>\n<p>Gottes Macht ist in unserer Welt pr\u00e4sent, auch wenn wir sie nicht sehen, sp\u00fcren oder begreifen k\u00f6nnen. Sie ist da und wirkt und umf\u00e4ngt uns \u2013 an jedem einzelnen Tag unseres Lebens. Luther war gewiss, Gott versorgt uns t\u00e4glich. Er hat uns im Blick. Jedes einzelne Haar auf unserem Kopf. Und nicht nur f\u00fcr uns Menschen ist Gott da, sondern auch f\u00fcr die \u00fcbrige Sch\u00f6pfung. Jesus sagt: Kauft man nicht f\u00fcnf Sperlinge f\u00fcr zwei Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen. Wenn Gott schon auf jeden einzelnen Sperling Acht gibt \u2013 um wieviel mehr erst auf seine Menschen, auf uns?<\/p>\n<p>Vielleicht fragen Sie sich, wie oder wo wir etwas erfahren k\u00f6nnen von dieser machtvollen Wirklichkeit Gottes in unserer Welt. Ich denke, sie wird greifbar nur <strong>in seinem Wort<\/strong>, da aber auch ganz gewiss. Gott bringt sich selbst in unserer Welt und in unserem Leben zur Sprache. Er spricht uns an und will Resonanz. Welche Wirkung Worte entfalten und wie sich dadurch Lebensumst\u00e4nde zum Wohle vieler ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, l\u00e4sst sich immer wieder beobachten. Denken Sie an Barack Obama`s Satz \u201eYes, we can\u201c. Das Wort hat eine Nation verbunden und in Aufbruch versetzt. Oder die Worte der Bundeskanzlerin: \u201eWir schaffen das\u201c. Wie viele Menschen haben sich ermutigen lassen, sind t\u00e4tig geworden und eine gro\u00dfartige Willkommenskultur hat sich \u2013 zumindest f\u00fcr kurze Zeit \u2013 entfaltet.<\/p>\n<p>Im Unterschied zu Gott sagen Menschen aber immer mehr, als sie tats\u00e4chlich einl\u00f6sen k\u00f6nnen. Barack Obama und Angela Merkel sprechen auf Hoffnung hin. Eine Garantie, die Wahrheit ihrer Worte zu verb\u00fcrgen, k\u00f6nnen sie nicht geben. Trotzdem entfalten schwache Menschenworte bisweilen eine kraftvolle Dynamik, die einzelne Menschen und eine Gesellschaft ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Gottes Wort hat eine andere Kraft, denn Gott hat Macht, das zu tun, was es sagt. Gott sprach: Es werde Licht und es ward Licht. Gottes Wort ist eine <strong>Sch\u00f6pfermacht<\/strong>. Und diese Macht ist in der Welt zu unserem Wohl und zu unserem Heil beharrlich am Wirken.<\/p>\n<p><strong>2. Gott setzt seinen Willen in der Welt durch<\/strong><\/p>\n<p>Nicht alles, was in unserer Welt geschieht, ist Gottes Wille. In der Geschichte geschieht vieles, was Gottes Willen widerspricht. Darum beten wir im Vaterunser t\u00e4glich: Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden. Wir bitten mit diesem Worten darum, dass Gott seinen Willen in unserer Welt durchsetzen m\u00f6ge. Und wir tun dies, weil wir immer wieder erleben, dass zwischen dem, was faktisch in der Welt geschieht und dem, was nach Gottes Willen geschehen soll eine riesige Kluft besteht. Es gibt destruktive, widerg\u00f6ttliche Kr\u00e4fte und Gewalten in dieser Welt, die uns beherrschen. Die aktuelle Epidemie geh\u00f6rt dazu. Die Corona-Krise, die weltweit schon so viele Menschen das Leben gekostet hat, die unser Sozialverhalten und unsere Vernunft auf eine harte Probe stellt, die unsere guten Ordnungen des gesellschaftlichen Miteinanders und die \u00f6konomischen Grundlagen gef\u00e4hrdet \u2013 diese Krise entspricht nicht Gottes Willen.<\/p>\n<p>Der Glaube an Gottes F\u00fcgung lebt von dem Vertrauen, dass Gott seinen <strong>Willen in der Geschichte durchsetzt<\/strong>. Leiden, Schmerzen, Krankheit und auch der Tod entsprechen nicht Gottes Willen. Es ist kein Zufall, dass die Evangelien so viele Geschichte erz\u00e4hlen, in denen Jesus kranke Menschen heilt und auch vom Tod errettet. Dass Gott Leid, Krankheit und den Tod nicht will, ist das eine. Das theologisch Entscheidende und menschlich unendlich Tr\u00f6stende jedoch ist, dass Gott Macht hat, seinen Willen, der dem B\u00f6sen, dem Unheil und dem Tod feind ist, auch durchzusetzen. Gott, der Licht aus der Finsternis hervorleuchten l\u00e4sst, hat auch Macht \u00fcber die Finsternis und ist Herr \u00fcber alle destruktiven Gewalten und Gestalten. Wir wissen nicht, wie diese lebensfeindlichen Gewalten in unsere Welt eingedrungen sind und warum sie uns beherrschen d\u00fcrfen. Aber wir wissen, wer Macht hat, diese Gewalten zu besiegen. Und daher beten wir vertrauensvoll im Vaterunser: Erl\u00f6se<\/p>\n<p>uns von dem B\u00f6sen. Denn in Jesus Christus ist offenbar geworden, welche Absicht Gott mit unserer Welt hat: Er will die F\u00fclle des Lebens, Heil f\u00fcr uns Menschen und f\u00fcr die gesamte Sch\u00f6pfung. In diesem Sinne arbeitet Gottes beharrlich dem B\u00f6sen, der S\u00fcnde und dem Tod in unserer Welt entgegen. Darauf vertrauen wir.<\/p>\n<p><strong>3. Gottes Wille wirkt im Verborgenen<\/strong><\/p>\n<p>Wir gehen auf Ostern zu und besinnen uns auf das Kreuz Jesu Christi und seine Auferstehung. Das Kreuz ist macht deutlich: Gottes Wort ist eine Sch\u00f6pfermacht: <strong>Es schafft Leben aus dem Tod<\/strong>. Am Kreuz wird zugleich aber auch deutlich, wie sehr Gott sich in unserer Welt und ihrer Geschichte verbirgt. Der Glaube an Gottes F\u00fcgung wei\u00df daher auch, dass Gottes Wille in unserer Welt im Verborgenen wirkt. Luther sagte sogar noch deutlicher: Gott wirkt sub contrario, unter dem Gegenteil verborgen. Mit fleischlichen Augen, so Luther, kann man von Gottes erl\u00f6sender Macht in dieser Welt deshalb nicht viel erkennen. Nur geistlichen Augen erschlie\u00dft sich sein heilvoller Wille. Und das bedeutet: wir m\u00fcssen glauben und vertrauen auch <strong>gegen alle Erfahrung<\/strong>.<\/p>\n<p>Ich denke, dass ist der wunde Punkt, warum viele Menschen sich mit dem Glauben so schwertun: Glaube und Erfahrung decken sich oftmals nicht. Auch hier gibt es kognitive Dissonanzen. Diese Spannung wollen oder k\u00f6nnen viele Menschen nicht aushalten. Und so trauen sie allein auf das, was sie mit ihren fleischlichen Augen sehen und blieben blind f\u00fcr das, was dahinter ist.<\/p>\n<p>Und in der Tat, es ist schwer, die Differenz, zwischen dem, was uns vor Augen steht, was und die Erfahrung lehrt und dem, was wir glauben, auszuhalten. Luther definierte den Glauben deshalb nicht ohne Grund als eine <strong>trotzige Zuversicht<\/strong>. Zum Glauben geh\u00f6rt immer auch eine gewisse Widerstandskraft. Denn man muss realistischerweise zugeben, dass die lebensfeindlichen Kr\u00e4fte in dieser Welt oft mit Gewalt am Werk sind. Manchmal scheint es fast so, als ob die destruktiven Kr\u00e4fte Macht haben, Gott aus dieser Welt herausdr\u00e4ngen. Dennoch, trotz allem: Das Kreuz ist nicht das Ende. Gott hat Jesus von den Toten auferweckt, damit <strong>wir leben<\/strong>. So wie Gott am Anfang aus der Finsternis der w\u00fcsten und leeren Erde Licht hat aufgehen lassen, so wird er auch am Ende aus der Finsternis des Todes erneut Licht aufleuchten lassen. Und deshalb werden wir auch in diesem Jahr Ostern feiern \u2013 in welcher Form auch immer! Und die Form ist ja auch nicht entscheidend, sondern dass wir miteinander die Hoffnung und die Freude teilen dar\u00fcber, dass Gott dem Tod die Macht genommen hat und uns von allem B\u00f6sen erl\u00f6sen wird. Das geht auch digital.<\/p>\n<p>Gottes Macht ist st\u00e4rker als alle Gewalten, die unsere Welt beherrschen. Und der Horizont, in den er unser Leben stellt, reicht weiter als die \u00fcberschaubare Spanne zwischen Geburt und Tod. Die destruktiven M\u00e4chte dieser Welt \u2013 Krankheit, Leiden, Schmerz und Tod \u2013 m\u00f6gen uns wohl eine kleine Weile beherrschen. Aber ihre Macht ist nicht von Dauer. Die lebensfeindlichen Kr\u00e4fte und Gewalten schaffen <strong>keine bleibende Wirklichkeit.<\/strong> Auch die Corona-Krise wird vor\u00fcbergehen. Mag sie uns jetzt auch fest im Griff haben \u2013 es wird der Morgen kommen, an dem wir wieder in der vollen Kapelle dicht gedr\u00e4ngt sitzen und Gott danken und loben, dass alles vorbei ist.<\/p>\n<p>Jesu Auferstehung schenkt uns die Hoffnung, dass alle Wege zu Gott f\u00fchren und in seinem ewigen Reich einmal an ihr Ziel kommen werden \u2013 auch dann, wenn wir Gottes f\u00fcrsorgliches Handeln nicht verstehen und erkennen k\u00f6nnen. Dennoch, wir d\u00fcrfen gewiss sein in trotziger Zuversicht: Denen, die Gott lieben, sollen alle Dinge zum Besten dienen. Und das werden sie auch. Darum, liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p>lassen wir uns von diesem Virus nicht den Horizont unseres Lebens verdunkeln und beschr\u00e4nken. Auch wenn unser Aktionsradius zurzeit stark eingeschr\u00e4nkt ist \u2013 halten wir die Perspektive weit und blicken \u00fcber das, was uns vor Augen steht, hinaus. Gott will das Leben. Er schafft Licht aus der Finsternis und wirkt zu unserem Wohl und Heil. Das ist sein Wille f\u00fcr uns pers\u00f6nlich und f\u00fcr die ganze Sch\u00f6pfung. Und diesen Willen wird er auch durchsetzen.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><strong>Gebet<\/strong><\/p>\n<p>Herr Jesus Christus, unsere Freude,<br \/>\nwir sind getrennt von unseren Freundinnen und Freunden,<br \/>\nvon unseren Kolleginnen und Kollegen<br \/>\nund sind doch nicht allein.<br \/>\nDu bist bei uns und h\u00e4lst uns untereinander verbunden. Wir bitten Dich: Erbarme Dich unser.<br \/>\nWir sind in Sorge um die Kranken,<br \/>\naber sie sind nicht allein.<br \/>\nWir haben bange Gedanken<br \/>\nan geliebte Menschen,<br \/>\naber sie sind nicht allein.<br \/>\nWir bitten Dich: Erbarme Dich unser.<br \/>\nHerr Jesus Christus, wir bitten Dich,<br \/>\num Schutz und Schirm f\u00fcr alle,<br \/>\ndie pflegen,<br \/>\ndie forschen,<br \/>\ndie Leben retten.<\/p>\n<p>Wir bitten Dich um Frieden<br \/>\nin unserem Land,<br \/>\nbei unseren Nachbarn,<\/p>\n<p>in Syrien.<br \/>\nWir bitten Dich: Erbarme Dich unser.<br \/>\nHerr Jesus Christus, unsere Freude,<br \/>\nallein und doch in Dir verbunden<br \/>\nloben wir Dich.<br \/>\nWir beten und hoffen in der Gemeinschaft aller Christen auf Dich.<br \/>\nDir vertrauen wir uns an.<br \/>\nAn Deiner Hand gehen wir<br \/>\nheute, morgen und an jedem neuen Tag<br \/>\nund sind gewiss,<br \/>\ndass keine Gewalt dieser Welt uns trennen kann<br \/>\nvon deiner Liebe, die uns umf\u00e4ngt<br \/>\nin Zeit und Ewigkeit.<\/p>\n<p><em>Vater unser<br \/>\nDer Herr segne Dich und beh\u00fcte Dich.<br \/>\nDer Herr lasse leuchten sein Angesicht \u00fcber Dir und sei Dir gn\u00e4dig.<br \/>\nDer Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden.<br \/>\nAmen.<\/em><\/p>\n<p>Dr. Mareile Lasogga<\/p>\n<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text text_larger=&#8220;no&#8220;] Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. 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