{"id":5170,"date":"2022-12-21T14:13:56","date_gmt":"2022-12-21T14:13:56","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2022\/12\/21\/weihnachten-ist-trost-hoffnung-und-provokation-ekd\/"},"modified":"2022-12-21T14:13:58","modified_gmt":"2022-12-21T14:13:58","slug":"weihnachten-ist-trost-hoffnung-und-provokation-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2022\/12\/21\/weihnachten-ist-trost-hoffnung-und-provokation-ekd\/","title":{"rendered":"\u201eWeihnachten ist Trost, Hoffnung und Provokation\u201c \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p><em>Wie halten Sie es mit Geschenken?<\/em><\/p>\n<p><strong>Heinrich:<\/strong> Ich schenke gern, weil ich es mag, wenn sich Menschen freuen. F\u00fcr meine j\u00fcngere Schwester habe ich schon im Sommer auf dem Flohmarkt etwas gekauft und ich freue mich schon jetzt drauf, wenn sie es auspackt. Manchmal denke ich mir, wir k\u00f6nnten das auch abschaffen &#8211; w\u00fcrde doch so manchen Stress ersparen &#8211; aber irgendwie h\u00e4nge ich auch dran.<\/p>\n<p><em>Haben Sie Tipps f\u00fcr klimafreundliche Weihnachten?<\/em><\/p>\n<p><strong>Heinrich:<\/strong> Ich w\u00fcrde am ehesten bei den Geschenken ansetzen. Ich habe mich bem\u00fcht, nichts bei gro\u00dfen Online-Versandh\u00e4ndlern zu bestellen. Habe viele Weihnachtsgeschenke auf dem Flohmarkt und in kleinen regionalen L\u00e4den gekauft. Macht Spa\u00df und er\u00f6ffnet neue Welten. Ein nachhaltiger Spieleladen er\u00f6ffnet zum Beispiel auch eine ganz andere Kinderspielzeugwelt.<\/p>\n<p><em>Was ist Ihre Lieblingsstelle aus der biblischen Weihnachtsgeschichte?<\/em><\/p>\n<p><strong>Heinrich: <\/strong>F\u00fcr mich ist es der Satz: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht, euch ist heute der Heiland geboren.\u201c Dieser Satz kommt h\u00e4ufiger vor und hat unterschiedliche Ebenen. Es hei\u00dft zum einen \u201eF\u00fcrchtet euch nicht vor dem, was passiert ist\u201c. Es kann aber auch hei\u00dfen: \u201eErschreckt nicht, was in Zukunft kommt, ich bin bei euch, was auch kommen mag.\u201c Der Heiland, der verk\u00fcndet wird, ist kein Herrscher, der furchteinfl\u00f6\u00dfend mit gro\u00dfem Hofstaat einzieht, sondern ein kleines verletzliches Baby, das alle Machtanspr\u00fcche und -konstrukte zu jener Zeit infrage stellt.<\/p>\n<p><em>Was ist Ihre liebste Kindheitserinnerung an das Weihnachtsfest?<\/em><\/p>\n<p><strong>Heinrich:<\/strong> Da gibt es zwei: Ich habe als Weihnachtsengel immer die Geschenke verteilt &#8211; im selbstgebastelten Engelskost\u00fcm von Oma. Daher kommt vielleicht meine Freude, wenn ich anderen etwas schenke. Au\u00dferdem erinnere ich mich gerne daran, wie ich meine ersten Skier geschenkt bekam. Damals ist mein Opa mit mir zum n\u00e4chsten H\u00fcgel gegangen, damit ich die Skier testen konnte. Der so ritualisierte Heiligabend kam dadurch durcheinander. Das ist manchmal auch ganz sch\u00f6n.<\/p>\n<p><em>Weihnachten ist das Fest von Licht, Freude und Hoffnung. Wie kann man das feiern im Schatten des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine?<\/em><\/p>\n<p><strong>Heinrich:<\/strong> Wir k\u00f6nnen es feiern und wir sollten es auch feiern. Denn Weihnachten ist Trost, Hoffnung und Provokation zugleich: Der Trost, dass der Heiland gekommen ist, die Hoffnung, dass er Frieden in die Welt bringt und die Provokation in unserer momentanen Situation, dass gegen allen Augenschein Friede auf Erden das letzte Wort haben wird.<\/p>\n<p>Ich habe in den vergangenen Tagen mit humanit\u00e4ren Helfern in der Ukraine gesprochen. Dabei ist mir eines klar geworden: Der ganze Krieg kommt h\u00e4ufig n\u00fcchtern und emotionslos bei uns an. Wir sehen die Fakten, wir sehen, welche St\u00e4dte umk\u00e4mpft sind. Ich kann recherchieren, wo gerade die Frontlinie verl\u00e4uft. Die Geschichten, die die Helfer erz\u00e4hlen, wenn sie mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkte Personen, die oft wochenlang in einem Keller gehockt haben, traumatisiert sind, aus umk\u00e4mpften Gebieten evakuieren, sollte man auch an Weihnachten erz\u00e4hlen und sie mit ins Gebet einschlie\u00dfen. Diese Menschen sitzen da auch zu Weihnachten. Gottes Weihnachtssegen gilt auch f\u00fcr sie.<\/p>\n<p><em>Der Beschluss der Synode f\u00fcr ein Tempolimit 100 auf Autobahnen im kirchlichen Kontext sorgt f\u00fcr Diskussionen und Kritik. War der Beschluss so sinnvoll und richtig?<\/em><\/p>\n<p><strong>Heinrich<\/strong>: Ich sehe in dem Beschluss ganz viele Chancen. Zun\u00e4chst einmal ist er ein Aufruf zu einer Selbstverpflichtung, der sich an kirchliche Mitarbeitende richtet. Der Grundtenor lautet: Bitte nur noch so viel wie n\u00f6tig und nicht mehr so viel wie m\u00f6glich. Das ist eine wichtige Botschaft. Auch wenn wir wissen, dass wir mit unserem individuellen Verhalten nicht die Welt retten werden, ist dieser Haltungswechsel extrem wichtig. Und neben der starken Symbolkraft, die dieser Schritt hat, schafft er Bewusstsein und vermindert klimasch\u00e4dliche Emissionen.<\/p>\n<p><em>\u00dcberrascht Sie die \u00f6ffentliche Kritik?<\/em><\/p>\n<p><strong>Heinrich:<\/strong> Nein, dass so ein Schritt Resonanz hat, ist zu erwarten. Aber mich hat schon \u00fcberrascht, wie schnell draus gemacht wurde \u201eDie Kirche verbietet\u2026\u201c. Darum geht es &#8211; wie gesagt &#8211; nicht. Beim Autofahren wird das sehr gut sichtbar: Ganz oft fahren wir so schnell wie m\u00f6glich, selten nur so schnell wie n\u00f6tig.<\/p>\n<p><em>Glauben Sie, dass die Bisch\u00f6finnen und Bisch\u00f6fe sich daran halten?<\/em><\/p>\n<p><strong>Heinrich:<\/strong> Ich fahre fast ausschlie\u00dflich Zug, doch manchmal auch bei leitenden Geistlichen mit. Auf den Mitfahrten in den letzten Wochen wurde sich bislang daran gehalten. Das wird schon ernst genommen. Die Bewahrung der Sch\u00f6pfung ist ein gemeinsames Anliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align:right\"><em>epd-Gespr\u00e4ch: Corinna Buschow und Franziska Hein<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie halten Sie es mit Geschenken? Heinrich: Ich schenke gern, weil ich es mag, wenn sich Menschen freuen. F\u00fcr meine<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5171,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5170"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5170"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5170\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5172,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5170\/revisions\/5172"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5171"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5170"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5170"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}