{"id":5579,"date":"2023-04-18T07:23:13","date_gmt":"2023-04-18T07:23:13","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/04\/18\/am-mittelalterlichen-klosterdorf-wird-weitergebaut-ekd\/"},"modified":"2023-04-18T07:23:17","modified_gmt":"2023-04-18T07:23:17","slug":"am-mittelalterlichen-klosterdorf-wird-weitergebaut-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/04\/18\/am-mittelalterlichen-klosterdorf-wird-weitergebaut-ekd\/","title":{"rendered":"Am mittelalterlichen Klosterdorf wird weitergebaut \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>Sigmaringen (epd). Wenn eine Baustelle nach zehn Jahren noch nicht fertig ist, verhei\u00dft das normalerweise wenig Gutes. Es bedeutet, dass nichts vorangeht. Beim Campus Galli ist es anders &#8211; dort freuen sich die Akteure auf das zehnj\u00e4hrige Bestehen des Projekts. Auf einer Waldlichtung im Kreis Sigmaringen bauen Fachleute und Freiwillige nach und nach ein Klosterdorf im Stil der Karolinger nach.<\/p>\n<p>Dabei kommt die Langsamkeit nicht aus Not oder Unlust, vielmehr bildet sie das konstruktive Prinzip. Auf der Baustelle wird n\u00e4mlich mit den Methoden des 9. Jahrhunderts gearbeitet &#8211; ohne Strom, Motoren, moderne Ger\u00fcste. Am 1. April startete das Experiment in die neue Saison.<\/p>\n<p>Im Juni 2013 war das Gel\u00e4nde nahe der Stadt Me\u00dfkirch erstmals vermessen und gerodet worden, erste Wege waren schnell angelegt. Seitdem hat sich viel getan &#8211; gemessen an den M\u00f6glichkeiten des Mittelalters. Die Zimmerleute richteten eine Kapelle mit hohem Dach auf, die den Vorreiter f\u00fcr die sp\u00e4ter vorgesehene Kirche bildet. Beete wurden abgesteckt und einges\u00e4t, Weiden eingegrenzt f\u00fcr die Ochsen, die vor die Wagen gespannt werden.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"\">\n<p>Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Abschnitt eingel\u00e4utet: 2022 nahmen die Arbeiterinnen und Arbeiter mit dem Abtshaus den ersten Steinbau in Angriff. Jeder Stein wird einzeln bearbeitet und gesetzt. Der M\u00f6rtel wurde vor Ort entwickelt. Es soll eben kein modernes Material sein, sondern ein Bindemittel, das die Maurer vor 1.100 Jahren auch schon verwendet haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Campus Galli (\u201eFeld des Gallus\u201c) bezieht sich auf eine s\u00e4uberlich ausgearbeitete Skizze, die um 900 im Kloster Reichenau angefertigt wurde. Das Pergament zeigt die Struktur eines idealen Klosters, das mit allen Bauten versehen ist, die f\u00fcr eine gro\u00dfe Gemeinschaft n\u00f6tig sind &#8211; von der Krankenstation \u00fcber den Klostergarten bis zur m\u00e4chtigen Kirche. Da dieser einzigartige Plan heute im Stiftsarchiv St. Gallen lagert, hei\u00dft das gesamte Projekt nach dem M\u00f6nch und Heiligen Gallus.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr z\u00e4hlte der Museumsverein 75.000 Besucher. 2023 peilen die Geschichtsvermittler 90.000 Besucher an, wie Museumsp\u00e4dagogin Simone Fecht sagt. Die Finanzierung ist f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Jahre gesichert. Der Kreis Sigmaringen schie\u00dft 75.000 Euro j\u00e4hrlich zu. Denn eines mussten die Verantwortlichen auf der Mittelalter-Baustelle einsehen: Die anf\u00e4ngliche Begeisterung f\u00fcr das Retro-Projekt wich schnell der Skepsis und der Frage, wie lange man diese Freiluftveranstaltung finanzieren m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Dabei ist der Campus Galli ein Selbstl\u00e4ufer: Unter Anleitung von Fachleuten sind es vor allem Freiwillige aus ganz Deutschland, die ihre Freizeit auf dem Areal verbringen und eine Woche dort arbeiten. \u201eIn k\u00fcrzester Zeit waren die Termine f\u00fcr diesen Sommer ausgebucht\u201c, sagt Fecht.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sigmaringen (epd). Wenn eine Baustelle nach zehn Jahren noch nicht fertig ist, verhei\u00dft das normalerweise wenig Gutes. 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