{"id":5586,"date":"2023-04-20T08:43:00","date_gmt":"2023-04-20T08:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/04\/20\/taufe-im-festzelt-ekd\/"},"modified":"2023-04-20T08:43:12","modified_gmt":"2023-04-20T08:43:12","slug":"taufe-im-festzelt-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/04\/20\/taufe-im-festzelt-ekd\/","title":{"rendered":"Taufe im Festzelt \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Deutschlandweit z\u00e4hlt die evangelische Gemeinde auf der Reise mehr als 20.000 Mitglieder. Zu ihr geh\u00f6ren Artisten, Schausteller, Puppenspieler und reisende Marktkaufleute. Seit mehr als 60 Jahren werden diese von einem eigenen Netzwerk aus Seelsorgenden betreut. Bis auf den Leiter der Seelsorge sind alle ehrenamtlich unterwegs. Pfarrer Br\u00e4uchle ist f\u00fcr seine Gemeinde seit zehn Jahren da &#8211; seitdem er im Ruhestand ist und gefragt wurde, ob er bei den Schaustellern weitermachen wolle.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchling und Herbst hat er am meisten zu tun, dann bl\u00fcht das Leben auf den Volksfesten. Im Sommer seien vor allem die Zirkusse unterwegs. \u201eIm August mache ich immer eine Bodenseetour. Da wissen alle Bescheid, dass ich komme, und legen ihre Hochzeiten und Taufen auf diesen Monat\u201c, sagt Br\u00e4uchle.<\/p>\n<p>Als er im N\u00fcrnberger Festzelt Zoey (9) und ihre kleinen Drillingsgeschwister Malia, Naila und Jamila tauft, herrscht fr\u00f6hliches Gemurmel. \u201eF\u00fcr einen feierlichen Gottesdienst ist das Wichtigste, dass ich den Talar und meine Stola trage. Daran erkennen sie, dass sie hier alle zusammengeh\u00f6ren\u201c, sagt Br\u00e4uchle. F\u00fcr die Eltern der Kinder ist das Festzelt genau der richtige Ort f\u00fcr die Taufe. \u201eDas ist unser Zuhause. Wir leben hier, wir alle sind hier aufgewachsen und wohnen w\u00e4hrend des Volksfestes hier. Wir feiern gern unter uns und sind gerne im Festzelt\u201c, sagt Vater Robin Schweizer. Dass die Kinder getauft werden, stand f\u00fcr ihn und seine Frau Mina au\u00dfer Frage.<\/p>\n<p>Die Verbundenheit zur Kirche sei eng bei der reisenden Gemeinde, sagt der Leiter der Evangelischen Circus- und Schaustellerseelsorge, Torsten Heinrich: \u201eEs ist in ihrer DNA, dass Gott mitreisen muss.\u201c Deshalb sei es wichtig, dass die Menschen ihren Seelsorgenden kennen. \u201eIch habe den Eindruck, dass die Verbindung enger ist.\u201c Kontakt halten die Geistlichen mit ihren Gemeindemitgliedern, genauso wie diese untereinander, per Chat und Social Media. Das kompensiert auch die r\u00e4umliche Distanz, die oft zwischen den Familien und ihrem Pfarrer liegt.<\/p>\n<p>Pauli, Lukas und Tim werden an diesem Tag im N\u00fcrnberger Zelt konfirmiert. Statt w\u00f6chentlichem Konfirmandenunterricht gab es f\u00fcr sie zwei Intensivtage zur Vorbereitung auf ihren gro\u00dfen Tag. Sie lernten zum Beispiel das Glaubensbekenntnis und was es bedeutet. \u201eDie beruflich Reisenden tragen ihren Glauben sehr traditionell in sich. Wir k\u00f6nnen uns eigentlich immer darauf verlassen, dass die Familien voll dahinterstehen und auch daf\u00fcr sorgen, dass die Jugendlichen schon ein bisschen was daf\u00fcr getan haben\u201c, sagt Heinrich.<\/p>\n<p>Auch die Konfirmation l\u00e4uft an diesem Tag etwas lockerer ab als in so manch einer Kirche. Die Konfirmanden fragen das Publikum nach den Zehn Geboten. In der Predigt ist die Rede vom Autoscooter. Am Ende des Gottesdienstes gibt Pfarrer Br\u00e4uchle der Gemeinde einen Segen f\u00fcr die kommenden Volksfesttage mit auf den Weg &#8211; zusammen mit dem Wunsch, \u201edass sich die Leute ordentlich benehmen\u201c.#<\/p>\n<p style=\"text-align:right\"><em>Von Julia Riese (epd)<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschlandweit z\u00e4hlt die evangelische Gemeinde auf der Reise mehr als 20.000 Mitglieder. 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