{"id":5762,"date":"2023-06-21T16:40:18","date_gmt":"2023-06-21T16:40:18","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/06\/21\/kurschus-wirbt-fuer-beherztes-miteinander-beim-umgang-mit-krisen-ekd\/"},"modified":"2023-06-21T16:40:19","modified_gmt":"2023-06-21T16:40:19","slug":"kurschus-wirbt-fuer-beherztes-miteinander-beim-umgang-mit-krisen-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/06\/21\/kurschus-wirbt-fuer-beherztes-miteinander-beim-umgang-mit-krisen-ekd\/","title":{"rendered":"Kurschus wirbt f\u00fcr beherztes Miteinander beim Umgang mit Krisen \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>\u201eJammern hilft nicht. Machen!\u201c F\u00fcr diesen beherzten Umgang mit den aktuellen gesellschaftlichen Aufgaben hat die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Pr\u00e4ses Annette Kurschus, in ihrer Rede anl\u00e4sslich des Johannisempfangs der EKD in der Franz\u00f6sischen Friedrichstadtkirche in Berlin geworben. \u201eEinfach machen! Das macht man, wenn nichts einfach ist\u201c, so Kurschus. Als besonders herausfordernd benannte sie unter anderem die Friedensfrage, die Klimafrage, die soziale Frage sowie die Fragen nach Flucht und Migration. \u201eAngesichts all der Herkulesaufgaben, die unser Land, unsere Gesellschaft, unsere Generation zu stemmen haben, brauchen wir den Mut, auch dann zu machen, wenn wir noch keine gro\u00dfen \u2013 geschweige denn \u201adie richtigen\u2018 \u2013 L\u00f6sungen wissen. Ja sogar dann, wenn wir wissen: Es gibt gar keine L\u00f6sung in dem Sinne, dass das Problem irgendwann fertig und abgehakt sein wird.\u201c<\/p>\n<p>Vor Bundeskanzler Olaf Scholz und mehreren hundert G\u00e4sten aus Politik, Gesellschaft und Kirche, die der Einladung der Bevollm\u00e4chtigen des Rates, Anne Gidion, gefolgt waren, hob Kurschus das zivilgesellschaftliche Engagement von Initiativen und Institutionen hervor: \u201eWir sind ein Land mit einer au\u00dferordentlich starken Zivilgesellschaft: Eine gro\u00dfe Mehrheit der B\u00fcrger*innen sehnt sich danach, nicht zuerst als bequem, sondern als mitverantwortlich wahrgenommen zu werden; nicht zuerst als verbohrt und verunsichert, sondern als kompetent, ver\u00e4nderungsbereit und ver\u00e4nderungsf\u00e4hig\u201c, sagte die Ratsvorsitzende.<\/p>\n<p>Ausf\u00fchrlich ging Kurschus auf die aktuelle Debatte um den Umgang mit Migration ein. Diese werde h\u00e4ufig beschrieben als Streit zwischen Idealisten, die der Welt helfen wollten, und Realisten, die eins\u00e4hen, dass das leider nicht gehe. \u201eDagegen halte ich die besorgte Frage: Wie realistisch ist eigentlich die Vorstellung, wir k\u00f6nnten uns die Wirklichkeit einer Welt, die angesichts globaler Konflikte und Kriege und einer gerade erst beginnenden Klimakrise \u00e4chzt, effektiv vom Halse halten? Wie realistisch ist eigentlich die Idee, wir m\u00fcssten, wenn auch notgedrungen und z\u00e4hneknirschend, die Rechte von Schutzsuchenden einschr\u00e4nken und k\u00f6nnten dabei zugleich ein weltoffener Kontinent und eine weltoffene Gesellschaft bleiben?\u201c<\/p>\n<p>Deutliche Kritik \u00fcbte Kurschus an dem j\u00fcngsten Kompromiss der Europ\u00e4ischen Union zum Asylrecht: Mit vielen anderen teile sie den Eindruck, Europa habe damit \u201eden kleinsten gemeinsamen Nenner in der Migrationsfeindlichkeit gesucht und gefunden.\u201c Wie kann ein Europa, das sich selbst als Hort grundlegender Menschen- und Freiheitsrechte verstehe, diejenigen, die diese Rechte suchen, tausendfach in geschlossene Grenzlager und Familien und Kinder hinter Gitter bringen, fragte Kurschus. \u201eUnd dann sind da seit einigen Tagen die 700 zus\u00e4tzlichen Fragezeichen, die mit dem entsetzlichen Bootsungl\u00fcck vor Griechenland hinter den angeblichen Durchbruch in der Migrationspolitik gesetzt wurden. Noch immer und immer schmerzlicher fehlt eine Antwort Europas auf das Sterben im Mittelmeer. Wer wir sind und was uns unsere so genannten \u201aWerte\u2018 wert sind, das zeigen wir auch und gerade im Umgang mit Gefl\u00fcchteten\u201c, so Kurschus. Abschottung und eine Rhetorik, die Angst verbreitet, spiele denen in die H\u00e4nde, \u201edie Probleme bewirtschaften wollen, statt sie zu l\u00f6sen.\u201c<\/p>\n<p>Die Freundlichkeit des menschgewordenen Gottes gelte allen Menschen. \u201eHasserf\u00fcllte, verletzende und respektlose Kommentare auf \u00c4u\u00dferungen, die mir nicht gefallen; Ausgrenzung und Besch\u00e4mung von Menschen, die anders sind als ich, vertragen sich nicht mit Gottes Liebe. Das sage ich ausdr\u00fccklich auch und zuerst in unsere eigenen kirchlichen Reihen hinein\u201c, sagte die Ratsvorsitzende. \u201eWir m\u00fcssen alles daf\u00fcr tun, dass alle \u2013 wirklich: alle! \u2013 Menschen unserer Liebe vertrauen k\u00f6nnen und dass Kirche ein sicherer Ort ist, an dem niemand verhetzt und verunglimpft und bedroht wird.\u201c<\/p>\n<p>Bei allen aktuellen Ver\u00e4nderungen und rauer werdenden Zeiten gebe es aber nicht nur in der Kirche jede Menge M\u00f6glichkeiten und jede Menge Lust, zu kooperieren, auszuprobieren und einfach zu machen, betonte Kurschus: \u201eWir packen es an \u2013 miteinander und mit allen anderen: mit allen Menschen guten Willens und \u2013 wie es beim Apostel Paulus hei\u00dft \u2013 mit der Kraft, die in den Schwachen m\u00e4chtig ist.\u201c<\/p>\n<p>Hannover\/Berlin, 21. Juni 2023<\/p>\n<p>Pressestelle der EKD<br \/>Carsten Splitt<\/p>\n<p>Hinweise f\u00fcr die Redaktionen:<\/p>\n<p>Die Johannisrede der EKD-Ratsvorsitzenden und das Gru\u00dfwort des Bundeskanzlers werden im Internet live ab 18 Uhr \u00fcbertragen unter www.ekd.de\/Johannisempfang.<\/p>\n<p>Rund um den Johannistag (24. Juni) feiern bundesweit mehr als 1000 evangelische Kirchengemeinden Tauffeste im Rahmen der Taufinitiative #deinetaufe. Die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus nimmt am 24. Juni ab 10 Uhr am Tauffest im brandenburgischen Liebenwalde teil. Eine gesonderte Presseeinladung zum Fototermin folgt. Informationen unter www.deinetaufe.<br \/>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eJammern hilft nicht. 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