{"id":5815,"date":"2023-07-06T11:47:42","date_gmt":"2023-07-06T11:47:42","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/07\/06\/fokus-von-staat-und-gesellschaft-muss-auf-dem-ausbau-der-suizidpraevention-liegen-ekd\/"},"modified":"2023-07-06T11:47:45","modified_gmt":"2023-07-06T11:47:45","slug":"fokus-von-staat-und-gesellschaft-muss-auf-dem-ausbau-der-suizidpraevention-liegen-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/07\/06\/fokus-von-staat-und-gesellschaft-muss-auf-dem-ausbau-der-suizidpraevention-liegen-ekd\/","title":{"rendered":"Fokus von Staat und Gesellschaft muss auf dem Ausbau der Suizidpr\u00e4vention liegen \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<div class=\"article--meta article--meta__border clearfix\">\n<p>                                    <time datetime=\"06.07.2023 13:00\" class=\"article--time\">06.07.2023<\/time><\/p>\n<p>                                     <strong class=\"article--type primus--overline\">Pressemitteilung<\/strong><\/p>\n<picture class=\"article--source-image image\"><source srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png\"><!--<source srcset=\"\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_141x39.png 1x, \/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_282x78.png 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png 3x\">--><\/p>\n<p>    <\/source><\/picture>\n<\/p><\/div>\n<h2 class=\"article--sub-headline primus--sub-headline\">Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland nimmt Stellung zur Bundestags-Debatte zum Umgang mit assistiertem Suizid<\/h2>\n<\/p><\/div>\n<div id=\"\">\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Der Deutsche Bundestag hat am heutigen Donnerstag \u00fcber zwei Gesetzentw\u00fcrfe zur Neuregelung der Suizidbeihilfe abgestimmt. Keiner der beiden vorliegenden Gesetzentw\u00fcrfe hat eine Mehrheit gefunden. Zu der Bundestagsdebatte \u00e4u\u00dfert sich die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, wie folgt:<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">\u201eDie Evangelische Kirche in Deutschland hat den parlamentarischen Prozess, der durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2022 angesto\u00dfen wurde, intensiv und mit gro\u00dfem Respekt vor der Gewissensentscheidung der Abgeordneten des Deutschen Bundestags verfolgt. Aus christlicher Sicht ist jedes menschliche Leben von Gott gewollt und gehalten. Daraus leitet sich eine Verantwortung der Gemeinschaft ab, alles zu tun, um das Leben zu sch\u00fctzen und den Lebenswillen auch in schwierigen Situationen zu st\u00e4rken\u201c, so die Ratsvorsitzende.<\/p>\n<p>\u201eGott hat jeden Menschen mit einer eigenen, unverlierbaren W\u00fcrde ausgestattet. Zu dieser W\u00fcrde im Leben geh\u00f6rt auch ein Sterben in W\u00fcrde. Das Bundesverfassungsgericht hat klargestellt: Solche W\u00fcrde schlie\u00dft das Recht ein, selbstbestimmt sterben zu k\u00f6nnen und sich dazu die notwendige medizinische Hilfe zu holen. Der selbstgew\u00e4hlte Tod muss allerdings eine Entscheidung in auswegloser Ausnahmesituation bleiben. Als Evangelische Kirche in Deutschland werden wir aktiv mit daf\u00fcr sorgen, dass Menschen auch in schwerer Lage einen Sinn in ihrem Leben erkennen sowie unterst\u00fctzende Gemeinschaft, liebevolle F\u00fcrsorge und professionelle Begleitung erfahren. Wir treten entschieden einer gesellschaftlichen Entwicklung entgegen, in der der Suizid zu einer regul\u00e4ren Form des Sterbens wird. Kein Mensch darf sich dem sozialen Druck ausgesetzt sehen, seinem Leben ein Ende bereiten zu m\u00fcssen\u201c, so Kurschus.<\/p>\n<p>\u201eDer Fokus von Staat und Gesellschaft muss daher auf einem konsequenten Ausbau der Suizidpr\u00e4vention, der Palliativmedizin und der Palliativpflege liegen. Die medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Berufe m\u00fcssen entsprechend gest\u00e4rkt werden, damit Menschen in Notlagen und existenziellen Grenzsituationen in jeder Hinsicht bestm\u00f6glich unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Heute hat sich der Deutsche Bundestag nicht f\u00fcr einen der vorgelegten Gesetzentw\u00fcrfe entscheiden k\u00f6nnen. Aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts geht hervor, was wir auch aus theologisch-ethischer Sicht unterstreichen: Der Staat bejaht die Autonomie jedes einzelnen Menschen und ist dabei einem gesellschaftlichen Klima verpflichtet, das dem Leben dient. Wer mit einem Todeswunsch ringt oder wer zur Begleitung und Hilfe im Sterben angefragt ist, braucht Rechtssicherheit und einen verl\u00e4sslichen Rahmen, der einer Suizidpr\u00e4vention den Vorrang einr\u00e4umt. Wir begr\u00fc\u00dfen es ausdr\u00fccklich, dass die Abgeordneten die Bundesregierung mit gro\u00dfer Mehrheit aufgefordert haben, nun zun\u00e4chst die Suizidpr\u00e4vention zu st\u00e4rken und ein entsprechendes Gesetz vorzulegen. Einer gesetzlichen Regelung der Suizidassistenz bedarf es nach unserer Auffassung gleichwohl weiterhin. Vielleicht liegt in der heutigen Nicht-Entscheidung eine Chance, im n\u00e4chsten Jahr einen neuen Entwurf vorzulegen, der die Bedenken gegen die beiden aktuell vorliegenden Entw\u00fcrfe ausr\u00e4umt und die \u00fcberzeugende Mehrheit erh\u00e4lt, die es f\u00fcr ein derart sensibles Thema braucht\u201c, so die EKD-Ratsvorsitzende.<\/p>\n<p>Im Vorwege der Bundestagsdebatte hatte sich der Rat der EKD mit einer Stellungnahme zum Umgang mit dem assistierten Suizid ge\u00e4u\u00dfert. Die Stellungnahme ist unter www.ekd.de\/suizidbeihilfe abrufbar.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Hannover, 6. Juli 2023<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Pressestelle der EKD<br \/>Carsten Splitt<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>06.07.2023 Pressemitteilung Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland nimmt Stellung zur Bundestags-Debatte zum Umgang mit assistiertem Suizid Der Deutsche Bundestag<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5816,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5815"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5815"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5815\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5817,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5815\/revisions\/5817"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5816"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5815"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5815"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5815"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}