{"id":5821,"date":"2023-07-06T15:53:53","date_gmt":"2023-07-06T15:53:53","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/07\/06\/deutsche-bischofskonferenz-und-evangelische-kirche-in-deutschland-veroeffentlichen-3-oekumenischen-bericht-zur-religionsfreiheit-weltweit\/"},"modified":"2023-07-06T15:53:56","modified_gmt":"2023-07-06T15:53:56","slug":"deutsche-bischofskonferenz-und-evangelische-kirche-in-deutschland-veroeffentlichen-3-oekumenischen-bericht-zur-religionsfreiheit-weltweit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/07\/06\/deutsche-bischofskonferenz-und-evangelische-kirche-in-deutschland-veroeffentlichen-3-oekumenischen-bericht-zur-religionsfreiheit-weltweit\/","title":{"rendered":"Deutsche Bischofskonferenz und Evangelische Kirche in Deutschland ver\u00f6ffentlichen \u201e3. \u00d6kumenischen Bericht zur Religionsfreiheit weltweit\u201c"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Zum dritten Mal \u2013 nach 2013 und 2017 \u2013 haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz heute (5. Juli 2023) einen \u00d6kumenischen Bericht zur Religionsfreiheit weltweit vorgelegt. Er wurde von Wissenschaftlern und Experten aus kirchlichen Organisationen vorbereitet und tr\u00e4gt den Titel Eine christliche Perspektive auf ein universelles Menschenrecht. Der Bericht bilanziert den derzeitigen Stand der Verwirklichung und Verweigerung der Religionsfreiheit weltweit und richtet den Blick dabei in besonderer Weise auf die Christen und ihre Gemeinschaften.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Wie bereits im Titel angedeutet, unterstreicht der \u00d6kumenische Bericht den menschenrechtlichen Charakter der Religionsfreiheit, wie er bereits in der Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte (1948) und in mehreren rechtlich verbindlichen internationalen Konventionen zum Ausdruck gebracht worden ist. Daraus folgt: \u201eDas Recht auf Religionsfreiheit gilt allen Menschen. Insofern beziehen wir Angeh\u00f6rige anderer Religionen ebenso ein wie auch Menschen, die keine Religion haben\u201c, so die Auslandsbisch\u00f6fin der EKD, Bisch\u00f6fin Petra Bosse-Huber. Der ehemalige UN-Sonderberichterstatter f\u00fcr Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Prof. Dr. Heiner Bielefeldt, erg\u00e4nzte: \u201eAls universale Rechte kommen die Menschenrechte allen Menschen gleicherma\u00dfen zu.\u201c<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Gleichwohl sei es berechtigt, dass die Kirchen den Glaubensgeschwistern, deren Religionsfreiheit missachtet wird, besondere Aufmerksamkeit zuwenden: \u201eWir als Kirchen in einem freien Land sehen es als unsere Glaubenspflicht, den diskriminierten und manchmal gar massiv verfolgten Christen zur Seite zu stehen. Ihr Leid bedr\u00e4ngt uns. Ihr Schicksal darf uns niemals gleichg\u00fcltig sein\u201c, erl\u00e4uterte Bischof Dr. Bertram Meier, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Der 182 Seiten umfassende \u00d6kumenische Bericht soll dazu dienen, die Stimme der Kirchen gegen\u00fcber der Politik und den internationalen Organisationen sowie in der akademischen und zivilgesellschaftlichen Welt besser h\u00f6rbar zu machen. Gegen\u00fcber anderen Berichten, die von christlichen Organisationen, von Forschungsinstitutionen und UN-Organisationen ver\u00f6ffentlicht werden, zeichnet sich der kirchliche Bericht aus Deutschland dadurch aus, dass er Zeugnisse und Informationen aus den Kirchen in anderen Teilen der Welt aufgreift und verarbeitet. \u201eDas Netz der \u00d6kumene, das von der evangelischen Kirche gepflegt wird, und der weltkirchliche Austausch im katholischen Bereich sind dicht gekn\u00fcpft. Gerade aus diesem Informationspool sch\u00f6pft der \u00d6kumenische Bericht\u201c, so Bischof Dr. Meier.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Wie bereits 2013 und 2017 pflegt auch der neue Bericht einen zur\u00fcckhaltenden Umgang mit Opferzahlen, da diese als stets anfechtbar und damit methodisch problematisch eingesch\u00e4tzt werden. Stattdessen konzentriert er sich darauf, Situationen und Umst\u00e4nde, durch die Christen oder Anh\u00e4nger anderer Religionen unter Druck geraten, besser zu erfassen. Auf diese Weise soll ein vertieftes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die komplexen Zusammenh\u00e4nge vermittelt werden. Ein umfangreiches Frageraster am Ende des Berichts verdeutlicht die Vielzahl von Aspekten, die ber\u00fccksichtigt werden muss, um Vorkommnisse und Tendenzen im Bereich der Religionsfreiheit angemessen zur Sprache bringen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Die in dem Bericht versammelten Analysen und L\u00e4nderberichte zeigen: Die Religionsfreiheit steht nicht unverbunden neben den anderen Freiheitsrechten. Wo beispielsweise Versammlungs- und Redefreiheit nicht geachtet werden oder das Prinzip gleicher Rechte f\u00fcr alle Staatsangeh\u00f6rigen zulasten einzelner Ethnien nicht gew\u00e4hrleistet ist, da wird regelm\u00e4\u00dfig auch die Freiheit der Religion angetastet. Ein umfassender Ansatz der Verteidigung aller Menschenrechte ist deshalb auch um der Religionsfreiheit willen geboten.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Dar\u00fcber hinaus beschreibt der \u00d6kumenische Bericht einige Spannungsfelder, in denen sich die Religionsfreiheit zu bew\u00e4hren und zu konkretisieren hat. Dazu z\u00e4hlen Migration, Gendergerechtigkeit, Zivilgesellschaft, Sicherheit, Rechtspopulismus und indigene V\u00f6lker. Bisch\u00f6fin Bosse-Huber verdeutlichte den situativen Angang des Berichts am Beispiel der Migration: \u201eWie k\u00f6nnen Menschen, die auf der Flucht sind, \u00fcberhaupt ihr Recht auf Religionsfreiheit aus\u00fcben? Wie sch\u00fctzen wir Menschen, die aus dem Iran zu uns geflohen sind, weil sie im christlichen Glauben ihre Freiheit gefunden haben, davor, dass sie zur\u00fcckgeschickt werden und als Konvertiten in Lebensgefahr geraten?\u201c Und: \u201eWie k\u00f6nnen Arbeitsmigrantinnen (z.\u00a0B. in den Golfstaaten), die h\u00e4ufig in ihren gro\u00dfen Abh\u00e4ngigkeiten bis zu ausbeuterischen Arbeitszusammenh\u00e4ngen weitgehend unsichtbar bleiben, ihre Religion leben?\u201c<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Als L\u00e4nderbeispiele f\u00fcr den Bericht wurden \u00c4thiopien, Belarus, China, D\u00e4nemark, Deutschland, Eritrea, Indien, Israel und Pal\u00e4stina, Myanmar, Russland, Syrien und Irak sowie die T\u00fcrkei ausgew\u00e4hlt. Hotspots der Repression gegen die Religionsfreiheit sind weiterhin die autorit\u00e4r-repressiven Systeme, die dem Eigenleben der Religion ablehnend gegen\u00fcberstehen, sowie einige muslimische L\u00e4nder. Doch zeigen die Fallbeispiele D\u00e4nemark und Deutschland, dass auch in Staaten, die freiheitlich ausgerichtet sind und ein hohes menschenrechtliches Schutzniveau aufweisen, die Religionsfreiheit h\u00e4ufig missverstanden und ihr Charakter als Menschenrecht infrage gestellt wird. Prof. Bielefeldt erl\u00e4uterte: \u201eDies geschieht von unterschiedlichen Seiten her: W\u00e4hrend ultrakonservative oder rechtspopulistische Akteure dazu neigen, die Religionsfreiheit \u201aklientelistisch\u2018 in Beschlag zu nehmen, besteht in religionsfernen \u201as\u00e4kularistischen Milieus\u2018 gelegentlich die Neigung, ihren Sinn und ihre Aktualit\u00e4t \u00fcberhaupt in Zweifel zu stellen.\u201c<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Mitautor Patrick Roger Schnabel, Theologischer Referent bei der Bevollm\u00e4chtigten des Rates der EKD, betonte den engen Bezug der Religionsfreiheit zur Menschenw\u00fcrde: \u201eWo Menschen nicht mehr sagen und leben d\u00fcrfen, was sie im Innersten tr\u00e4gt, geht der Gesellschaft ihre Menschlichkeit verloren. Darum m\u00fcssen wir alle \u2013 gleich welcher \u00dcberzeugung \u2013 f\u00fcr die Freiheit aller eintreten, ihr Leben nach ihrem Glauben, ob transzendent oder immanent begr\u00fcndet, gestalten zu d\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Bischof Meier unterstrich den Anspruch des \u00d6kumenischen Berichts, die vielf\u00e4ltigen Situationen fair und mit einem vertieften Verst\u00e4ndnis f\u00fcr komplexe Zusammenh\u00e4nge zu analysieren: \u201eWir wollen weder leisetreterisch Verrat an den Menschen \u00fcben, deren Rechte eingeschr\u00e4nkt werden, noch wollen wir Missst\u00e4nde in alarmistischem Ton ansprechen, um gr\u00f6\u00dfere Resonanz zu erzielen. Auch im Bereich der Religionsfreiheit ist nicht alles schwarz und wei\u00df. Und ich bin \u00fcberzeugt davon, dass Pr\u00e4zision und Faktentreue der Wirksamkeit kirchlichen Handelns im Feld der Menschenrechte nicht entgegenstehen.\u201c<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Hinweis:<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Der 3. \u00d6kumenische Bericht zur Religionsfreiheit weltweit 2023. Eine christliche Perspektive auf ein universelles Menschenrecht sowie weitere Informationen stehen zur Verf\u00fcgung unter www.ekd.de\/religionsfreiheit2023.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Hannover, 5. Juli 2023<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Pressestelle der EKD<br \/>Carsten Splitt<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum dritten Mal \u2013 nach 2013 und 2017 \u2013 haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":569,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5821"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5821"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5821\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5822,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5821\/revisions\/5822"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5821"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5821"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5821"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}