{"id":5889,"date":"2023-07-25T02:19:10","date_gmt":"2023-07-25T02:19:10","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/07\/25\/ihre-amtsbrueder-machten-ihr-das-leben-schwer-ekd\/"},"modified":"2023-07-25T02:19:14","modified_gmt":"2023-07-25T02:19:14","slug":"ihre-amtsbrueder-machten-ihr-das-leben-schwer-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/07\/25\/ihre-amtsbrueder-machten-ihr-das-leben-schwer-ekd\/","title":{"rendered":"Ihre Amtsbr\u00fcder machten ihr das Leben schwer \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>\u201eKatharina Staritz war eine gro\u00dfe Theologin, die mit ihrem Engagement w\u00e4hrend des NS-Regimes und ihrem Einsatz f\u00fcr die Gleichstellung von Frauen im Amt praktisch auf ein Privatleben verzichtete\u201c, sagt Helga Engler-Heidle, die das Frauenpfarramt in Frankfurt am Main von 1985 bis 2001 leitete. \u201eSie h\u00e4tte sich auch gerne habilitiert, was Frauen aber damals nicht m\u00f6glich war.\u201c<\/p>\n<p>Die Kirchenleitung missbilligte ihr Handeln und setzte ihm 1941 ein Ende. Weil Staritz in einem Rundbrief das verordnete Tragen des Judensterns attackiert und Pfarrer an ihre christliche Verantwortung f\u00fcr getaufte J\u00fcdinnen und Juden erinnert hatte, wurde sie von allen Dienstobliegenheiten beurlaubt und gedr\u00e4ngt, Breslau zu verlassen.<\/p>\n<p>Sie ging nach Marburg. 1942 deportierten die Nationalsozialisten Staritz ins \u201eArbeitserziehungslager Breitenau\u201c, dann ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbr\u00fcck. Dass sie nach einem Jahr \u201eprobeweise\u201c entlassen wurde, hatte die Theologin ihrer Schwester Charlotte und deren Insistieren bei Kirchenbeh\u00f6rden wie Nazis zu verdanken.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Breslau und unter Aufsicht der Gestapo zur Unt\u00e4tigkeit verdammt, floh Staritz im Januar 1945 mit Schwester und Mutter wieder nach Marburg. Die Landeskirche Kurhessen-Waldeck beauftragte sie mit Vertretungsdiensten, Gef\u00e4ngnisseelsorge, Religionsunterricht und dem Entwurf einer Vikarinnen-Ordnung. Ihre Ordination wurde aber nicht anerkannt.<\/p>\n<p>Der Theologe und NS-Widerstandsk\u00e4mpfer Martin Niem\u00f6ller, mittlerweile Kirchenpr\u00e4sident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), holte sie schlie\u00dflich 1949 als Vikarin f\u00fcr Frauenarbeit an die Frankfurter Katharinenkirche. Ein halbes Jahr sp\u00e4ter zur Beamtin auf Lebenszeit ernannt, wurde Staritz 1950 als Stadtvikarin f\u00fcr Frauenarbeit eingef\u00fchrt. Es war deutschlandweit die erste Planstelle f\u00fcr eine Theologin.<\/p>\n<p>Staritz habe darauf bestanden, pfarramtliche Aufgaben wie Gottesdienste und Predigten zu \u00fcbernehmen, berichtet die ehemalige Frauenpfarrerin Engler-Heidle. Staritz&#8216; Amtsbr\u00fcder seien deshalb emp\u00f6rt gewesen und h\u00e4tten ihr das Leben schwer gemacht.<\/p>\n<p>Wegen einer Krebserkrankung schied sie 1952 aus dem Dienst und verstarb Anfang des Folgejahres mit nur 49 Jahren. Zum Bedauern Engler-Heidles erinnert in der EKHN nichts an die Verdienste der Theologin. Staritz&#8216; direkte Nachfolgerin in der Frauenarbeit, Gerlind Schw\u00f6bel, schrieb 1990 eine Biografie \u00fcber sie und setzte sich f\u00fcr eine Gedenktafel ein. Die gebe es bis heute nicht, sagt Engler-Heidle. Zudem \u00e4rgere sie sich seit Jahren \u00fcber den Zustand von Staritz&#8216; Grab.<\/p>\n<p>Der wird sich bald \u00e4ndern. Die Kirchengemeinde Bockenheim errichte auf der freien Fl\u00e4che um das Grab von Katharina Staritz, ihrer Schwester und ihrer Mutter ein gro\u00dfes Gemeinschaftsgrab f\u00fcr etwa 200 Urnen, sagt die Historikerin Dore Struckmeier-Schubert. Die Friedhofsverwaltung wird einen Hinweis am Eingang und eine Infotafel am Grab installieren.<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eKatharina Staritz war eine gro\u00dfe Theologin, die mit ihrem Engagement w\u00e4hrend des NS-Regimes und ihrem Einsatz f\u00fcr die Gleichstellung von<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5890,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5889"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5889"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5889\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5891,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5889\/revisions\/5891"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5890"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5889"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5889"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5889"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}