{"id":6426,"date":"2023-12-08T12:04:34","date_gmt":"2023-12-08T12:04:34","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/12\/08\/geschichten-aus-dem-gefaengnis-ekd\/"},"modified":"2023-12-08T12:04:38","modified_gmt":"2023-12-08T12:04:38","slug":"geschichten-aus-dem-gefaengnis-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/12\/08\/geschichten-aus-dem-gefaengnis-ekd\/","title":{"rendered":"Geschichten aus dem Gef\u00e4ngnis \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>Maxim Znak Jahrgang 1982, prominenter Anwalt der friedlichen belarussischen Protestbewegung, wurde im September 2020 verhaftet. Sein Zekamerone eine Sammlung von 100\u00a0\u00bbmini stories\u00ab, hat er w\u00e4hrend des ersten Jahres in wechselnden Untersuchungsgef\u00e4ngnissen in ein Notizbuch geschrieben. Im September 2021 wurde er wegen \u00bbGr\u00fcndung einer Terrororganisation\u00ab zu zehn Jahren Strafkolonie verurteilt. \u00bbIch finde die Texte in ihrer Gesamtheit so ber\u00fchrend, weil ich sehe, wie jemand mit Humor versucht, sein Elend zu ertragen. Oder ertr\u00e4glicher f\u00fcr sich zu machen.\u00ab<\/p>\n<p>Bjarne M\u00e4del, der das H\u00f6rbuch eingelesen hat, das in Koproduktion mit der Evangelischen Kirche Deutschland zum Tag der Menschenrechte erscheint, sagt:\u00a0\u00bbIch finde es toll, dass er eine literarische Form w\u00e4hlt und nicht einfach nur Tagebuch schreibt. Dass er das in diese Geschichten verpackt, was ihm passiert, weil er an den Leser drau\u00dfen denkt.\u00ab\u00a0<\/p>\n<p><strong>Bjarne M\u00e4del im Interview zum H\u00f6rbuch ein Auszug:<\/strong><\/p>\n<p><em>Sie lesen heute Szenen aus dem Alltag eines politischen Gefangenen. Wie w\u00fcrden Sie<br \/>seinen Alltag beschreiben?<\/em><br \/>\u00bbSehr eint\u00f6nig, er schreibt, dass man keine Angst haben muss, damit meint er wahrscheinlich, keine Angst vor k\u00f6rperlichen Schmerzen, aber die Eint\u00f6nigkeit macht einen fertig es passiert einfach gar nichts! Und wenn du wei\u00dft, dass du da f\u00fcr mehrere Jahre eingesperrt bist, ist das, glaube ich, das Erdr\u00fcckende an der Situation. Dass du wei\u00dft, es gibt einfach \u00fcberhaupt keinen Input au\u00dfer den Geschichten, die man sich gegenseitig erz\u00e4hlt und den qu\u00e4lenden Gedanken, die man im Kopf hat. Der Alltag ist sehr geregelt, eint\u00f6nig Langeweile pur.\u00ab<\/p>\n<p><em>Ist das Ihre erste Auseinandersetzung mit dem Leben im Gef\u00e4ngnis? Und: Macht so eine Auseinandersetzung was mit einem?<\/em><br \/>\u00bbIch habe tats\u00e4chlich noch keine Texte bearbeitet, weder etwas gelesen noch etwas gespielt, das mit dem Thema Gef\u00e4ngnis zu tun hat das ist also wirklich neu f\u00fcr mich. Was macht es mit einem? Es ist ein bisschen so, wie schlimme Nachrichten zu schauen und sich zu freuen, dass man selber nicht betroffen ist. Ich glaube, dass man sich das Gef\u00fchl des Eingesperrtseins nicht wirklich vorstellen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat Es l\u00e4sst mich Dankbarkeit daf\u00fcr empfinden, dass ich in einem System lebe, in dem ich nicht einfach als K\u00fcnstler weggesperrt werde, weil ich meine Meinung sagen will das macht es mit mir, dass ich sehr, sehr froh bin, nicht betroffen zu sein!\u00ab<\/p>\n<p>Das H\u00f6rbuch erscheint am 08. Dezember und kann hier bestellt werden.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Weihnachtspost nach Belarus\u00a0<\/strong><br \/>Auf der Aktionsseite 100xsolidaritaet.de\u00a0finden Sie alle Informationen zur Briefeaktion, um Solidarit\u00e4t mit den politischen Gefangenen in Belarus zu zeigen.\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maxim Znak Jahrgang 1982, prominenter Anwalt der friedlichen belarussischen Protestbewegung, wurde im September 2020 verhaftet. 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