{"id":6450,"date":"2023-12-14T11:47:54","date_gmt":"2023-12-14T11:47:54","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/12\/14\/leuchtende-augen-und-vorfreude-auf-weihnachten-ekd\/"},"modified":"2023-12-14T11:47:56","modified_gmt":"2023-12-14T11:47:56","slug":"leuchtende-augen-und-vorfreude-auf-weihnachten-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2023\/12\/14\/leuchtende-augen-und-vorfreude-auf-weihnachten-ekd\/","title":{"rendered":"Leuchtende Augen und Vorfreude auf Weihnachten \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>\u201eAlle Feste k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich nicht feiern\u201c, erkl\u00e4rt Leiterin Natalie Pilarek. Damit sich aber alle Kinder willkommen f\u00fchlten, w\u00fcrden jedes Jahr wechselnd zwei Feste der verschiedenen Religionen ausf\u00fchrlicher gew\u00fcrdigt. Das komme nicht nur bei Kindern gut an, sondern auch bei den Eltern. F\u00fcr viele sei es eine befreiende Erfahrung, dass ihre Religion und Kultur so anerkannt w\u00fcrden, sagt die P\u00e4dagogin.<\/p>\n<p>Ein Highlight war in diesem Jahr der Besuch des Nikolaus am 6. Dezember, den manche Kinder das erste Mal erlebt haben. Eine lange Schlange bildet sich, als der Nikolaus die Kleinen segnet. \u201eIch m\u00f6chte, dass er n\u00e4chstes Jahr wiederkommt\u201c, w\u00fcnscht sich ein M\u00e4dchen und h\u00e4lt stolz ein mit Mandarine und Schokolade gef\u00fclltes T\u00fctchen in der Hand.<\/p>\n<p>Doch nicht nur Nikolaus und Weihnachten werden in der Kita gefeiert: In den Dezember fallen auch das achtt\u00e4gige j\u00fcdische Lichterfest Chanukka und Ida Ezi. Es ist das Fest der Jesiden zu Ehren Gottes als dem allm\u00e4chtigen Sch\u00f6pfer und ihr wichtigster religi\u00f6ser Feiertag.<\/p>\n<p>Der interreligi\u00f6se Aspekt sei auch ein Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden in der Stadt, sagt Kita-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Sabine Jost: \u201eWir brauchen solch ein Angebot, weil in manchen Pforzheimer Kitas 90 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund haben.\u201c<\/p>\n<p>Vor dem vegetarischen Mittagessen wird ein Gebet gesprochen. Welches das ist, darf eines der Kinder erw\u00fcrfeln. Es nimmt einen h\u00f6lzernen Gebetsw\u00fcrfel in die Hand, auf dem Gebete verschiedener Religionen stehen: ein Dank f\u00fcr die t\u00e4gliche Nahrung aus Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus.<\/p>\n<p>Gelegentlich gibt es den Einwand, dass kleine Kinder die Unterschiede verschiedener Glaubensrichtungen nicht verstehen k\u00f6nnten und \u00fcberfordert seien. Dies weist der evangelische Religionsp\u00e4dagoge Friedrich Schweitzer von der Universit\u00e4t T\u00fcbingen entschieden zur\u00fcck. Seit der Er\u00f6ffnung im M\u00e4rz 2020 begleitet der Professor die Kita wissenschaftlich.<\/p>\n<p>Schon die Kleinsten seien offen und neugierig gegen\u00fcber anderen Menschen, sagt er: \u201eHeute ist es normal, dass Kinder verschiedener Religionen gemeinsam eine Kita besuchen.\u201c Deshalb sei es wichtig, die Unterschiede kindgerecht zu erkl\u00e4ren. \u201eDas Sch\u00f6ne ist, Kinder haben fast nie Vorurteile\u201c, hat der Wissenschaftler festgestellt. So k\u00f6nne ein respektvolles und friedliches Miteinander nicht nur in der Kita, sondern auch sp\u00e4ter in \u201eunserer multireligi\u00f6sen Gesellschaft gelingen\u201c.<\/p>\n<p>Ein entscheidender Vorteil sei dabei das Team aus christlichen und muslimischen Fachkr\u00e4ften sowie einer jesidischen Erzieherin. Besonders wertvoll ist es nach Worten des Wissenschaftlers, dass auch die j\u00fcdische Gemeinde beteiligt sei. Gemeinsame Tr\u00e4ger der Kita sind die evangelische und katholische Kirche, die J\u00fcdische Gemeinde, das B\u00fcndnis unabh\u00e4ngiger Muslime im Enzkreis, das Ezidische Zentrum in Baden-W\u00fcrttemberg und die antiochenisch-orthodoxe Gemeinde.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, Rami Suliman, lobt den bundesweiten Vorbildcharakter der Kindertagesst\u00e4tte. Dass derzeit noch keine j\u00fcdischen Kinder die Kita besuchten, liege nicht etwa am Konzept, sondern vielmehr daran, dass die j\u00fcdische Gemeinde Pforzheim sehr klein und weit verstreut sei, betont er.<\/p>\n<p>Ob j\u00fcdischer Davidstern, christliches Kreuz, islamischer Halbmond oder jesidischer Pfau: Die Bilder an den W\u00e4nden greifen Symbole der Religionen auf. Auf den religionsverbindenden Aspekt weist schon der Name der Kindertagesst\u00e4tte hin: Das Wort \u201eIrenicus\u201c ist griechisch und bedeutet \u201efriedlich\u201c.<\/p>\n<p>Eine bunte Friedenstaube ziert deshalb auch die gl\u00e4serne Eingangst\u00fcr. Und der Weihnachtsbaum ist mit gefalteten, bunten Papiertauben geschm\u00fcckt. \u201eUnser Wunsch ist es, dass alle Menschen gemeinsam in Frieden leben\u201c, sagt Kita-Leiterin Pilarek.<\/p>\n<p style=\"text-align:right\"><em>Von Christine S\u00fc\u00df-Demuth (epd)<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAlle Feste k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich nicht feiern\u201c, erkl\u00e4rt Leiterin Natalie Pilarek. 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