{"id":6557,"date":"2024-01-25T17:07:53","date_gmt":"2024-01-25T17:07:53","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/01\/25\/eine-verantwortung-und-verpflichtung-die-niemals-aufhoert-ekd\/"},"modified":"2024-01-25T17:07:55","modified_gmt":"2024-01-25T17:07:55","slug":"eine-verantwortung-und-verpflichtung-die-niemals-aufhoert-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/01\/25\/eine-verantwortung-und-verpflichtung-die-niemals-aufhoert-ekd\/","title":{"rendered":"\u201eEine Verantwortung und Verpflichtung, die niemals aufh\u00f6rt\u201c \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Mit einem Bekenntnis zur Verantwortung der evangelischen Kirche f\u00fcr das Versagen beim Schutz vor sexualisierter Gewalt und zur konsequenten Aufarbeitung des verursachten Unrechts hat die amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bisch\u00f6fin Kirsten Fehrs, heute die in Hannover vom Forschungsverbund ForuM ver\u00f6ffentlichte Studie zu sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche entgegengenommen. \u201eWir \u00fcbernehmen als evangelische Kirche und Diakonie Verantwortung f\u00fcr die Gewalttaten, die von Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen unserer Institution begangen wurden,\u201c so Bisch\u00f6fin Fehrs. \u201eDazu geh\u00f6rt es als erstes, klar zu sagen: Wir sind auch als Institution an unz\u00e4hlig vielen Menschen schuldig geworden. Und ich kann Sie, die Sie so verletzt wurden, nur von ganzem Herzen um Entschuldigung bitten.\u201c Diese Bitte um Entschuldigung k\u00f6nne aber nicht unverbunden stehen, so die amtierende Ratsvorsitzende: \u201eSie ist unbedingt auch Verpflichtung! Sie kann nur glaubw\u00fcrdig sein, wenn wir auch handeln und Verantwortung \u00fcbernehmen. Mit Entschlossenheit also ganz konkrete Ma\u00dfnahmen auf den Weg bringen, die greifen.\u201c Dazu sei auch eine Haltungs- und Kulturver\u00e4nderung notwendig. \u201eEs geht nicht um abarbeiten, es geht um aufarbeiten. Und um m\u00f6glichst angemessene Formen der Anerkennung des erlittenen Unrechts\u201c, so Bisch\u00f6fin Fehrs. Das sei \u201eeine Verantwortung und Verpflichtung, die niemals aufh\u00f6rt.\u201c<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Bei der Vorstellung der Ergebnisse zeigte sich Kirsten Fehrs ersch\u00fcttert \u00fcber die schweren Gewalttaten: \u201eIch bin ersch\u00fcttert. Ich kann es nicht anders sagen. Immer wieder neu, seit ich mich mit dem Thema befasse, ersch\u00fcttert mich aufrichtig diese abgr\u00fcndige Gewalt, die so vielen Menschen in der Kirche angetan wurde.\u201c Die brutale Gewalt und das uns\u00e4gliche Unrecht ersch\u00fcttere auch die Grundfeste von Kirche und Diakonie: \u201eWir sprechen hier \u00fcber Gewalt auch an Kindern, etwa in Kitas, von der niemand etwas gewusst haben will. Wir sprechen \u00fcber ein Wegsehen des Umfelds, der Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen, und schlicht \u00fcber das massive Versagen unserer Kirche, den betroffenen Menschen gerecht zu werden. Wir haben sie zur Tatzeit nicht gesch\u00fctzt und wir haben sie nicht w\u00fcrdig behandelt, als sie den Mut gefasst haben, sich zu melden,\u201c so Bisch\u00f6fin Fehrs.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">F\u00fcr die Diakonie Deutschland \u00e4u\u00dferte sich deren Pr\u00e4sident R\u00fcdiger Schuch zu den Ergebnissen: \u201eAuch in Einrichtungen der Diakonie haben Menschen, die wir h\u00e4tten sch\u00fctzen m\u00fcssen, sexualisierte Gewalt erfahren. Das zeigt uns die ForuM-Studie. Die Institution Diakonie hat in ihrem Schutzauftrag hier versagt. Das ist f\u00fcr uns ersch\u00fctternd. Wir erkennen das begangene Unrecht an und wir \u00fcbernehmen Verantwortung. Jeder Fall ist ein Fall zu viel.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Ich bin den betroffenen Personen dankbar, dass sie es f\u00fcr die ForuM-Studie auf sich genommen haben, die Erfahrung ihres Leids zu teilen. Wir wollen nun gemeinsam mit ihnen die Aufarbeitung aller F\u00e4lle weiter voranbringen. Dazu unterst\u00fctzen wir die Arbeit des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Wir werden in der Diakonie die Ergebnisse der ForuM-Studie umgehend analysieren und mit unseren Landesverb\u00e4nden Konsequenzen ziehen. Wir sind entschlossen, die gesamte Praxis und Kultur der Arbeit in unserem Verband, in unseren Einrichtungen und Diensten zu pr\u00fcfen \u2013 und wo es n\u00f6tig ist, auch tiefgreifend zu ver\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Auch Bisch\u00f6fin Fehrs dankte allen Mitwirkenden an der Studie. \u201eIch stehe mit Achtung und Respekt davor, dass so viele betroffene Menschen trotz allem ihre Erfahrungen von Leid und Unrecht mit den Forschenden geteilt haben und sich aktiv in den Forschungsprozess eingebracht haben.\u00a0Ohne ihre Mitarbeit w\u00e4re diese unabh\u00e4ngige ForuM-Studie, die wir als EKD ja gerade wegen ihres \u00fcberzeugenden betroffenen-partizipativen Konzeptes favorisiert haben, nicht m\u00f6glich gewesen. Und so achte und respektiere ich ausdr\u00fccklich auch die konzentrierte, kritische und intensive Arbeit von allen Forschenden, die an diesem gro\u00dfen Projekt beteiligt waren. Hier wurde nicht allein n\u00fcchterne Forschung betrieben, hier wurde sich bei aller wissenschaftlichen Distanz auch pers\u00f6nlich sehr stark f\u00fcr Aufarbeitung und gegen sexualisierte Gewalt eingesetzt\u201c, sagte Bisch\u00f6fin Fehrs.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Die Ergebnisse und konkreten Empfehlungen werden nun in Kirche und Diakonie intensiv auf allen Ebenen diskutiert. Dazu werden sich \u00fcber das Jahr 2024 alle Leitungsgremien der EKD, aber auch landeskirchliche Synoden und die evangelische \u00d6ffentlichkeit mit den Ergebnissen besch\u00e4ftigen. Die zentrale Rolle spielt dabei das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt der EKD. Darin werden kirchliche Beauftragte und Betroffenenvertreter*innen die Ergebnisse gemeinsam mit den Forschenden analysieren, die Diskussionen aus anderen Gremien und Ebenen zusammenf\u00fchren und im November 2024 der Synode der EKD einen Ma\u00dfnahmenplan mit Konsequenzen aus der Aufarbeitungsstudie ForuM vorlegen.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Kirsten Fehrs stellte hierzu klar: \u201eDies ist unser Weg der direkten Mitentscheidung von Betroffenenvertreter*innen im Beteiligungsforum. Daran haben sich alle Organe der EKD 2022 gebunden. Und diesen Weg werden wir selbstverst\u00e4ndlich auch im Umgang mit den Ergebnissen gehen.\u201c<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Der Forschungsverbund \u201eForuM \u2013 Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland\u201c unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Wazlawik hatte heute in Hannover die Ergebnisse der Aufarbeitungsstudie an die amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bisch\u00f6fin Kirsten Fehrs, \u00fcbergeben. Die von der EKD und ihren Landeskirchen 2018 initiierte und mit 3,6 Millionen Euro unterst\u00fctzte Studie hat erstmals sexualisierte Gewalt systematisch und wissenschaftlich f\u00fcr den gesamten Bereich der evangelischen Kirche und Diakonie untersucht. Besonderes Augenmerk lag auf den systematischen Faktoren und Risikostrukturen f\u00fcr sexualisierte Gewalt speziell in der evangelischen Kirche und Diakonie. Begleitet wurde das unabh\u00e4ngige Forschungsprojekt von einem Verbundbeirat der aus externen Wissenschaftler*innen, Betroffenen von sexualisierter Gewalt und kirchlichen Beauftragten besteht.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Hannover\/Berlin, 25. Januar 2024<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Pressestelle der EKD<br \/>Carsten Splitt<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\"><strong><em>Hinweise: <\/em><\/strong><\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Die Ergebnisse der Studie k\u00f6nnen unter www.forum-studie.de abgerufen werden. Weitere Informationen zur Studie unter www.ekd.de\/forumstudie<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Betroffene von sexualisierter Gewalt im Raum der evangelischen Kirche und der Diakonie k\u00f6nnen sich an die \u201eZentrale Anlaufstelle.help\u201c sowie an die landeskirchlichen Ansprechpersonen f\u00fcr Betroffene sexualisierter Gewalt wenden.<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Ansprechpersonen f\u00fcr Betroffene sexualisierter Gewalt:<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">www.Anlaufstelle.help\u00a0\u00a0<br \/>www.ekd.de\/Ansprechpartner-fuer-Missbrauchsopfer-23994.htm\u00a0<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Das bundesweite Hilfe-Portal\/Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch ist ein Angebot der Unabh\u00e4ngigen Beauftragten f\u00fcr Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs:<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">https:\/\/www.hilfe-portal-missbrauch.de\/hilfe-telefon \/ 0800 22 55 530<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Rund um die Uhr kann man sich ratsuchend und in Krisen an die TelefonSeelsorge wenden:<br \/>Per Telefon: 0800 \/ 111 0 111, 0800 \/ 111 0 222 oder 116 123<br \/>Per Mail und Chat: www.telefonseelsorge.de<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">Weitere Informationen zu den Ma\u00dfnahmen gegen sexualisierte Gewalt unter:<\/p>\n<p class=\"EKDAdressdaten\">www.ekd.de\/missbrauch<br \/>www.hinschauen-helfen-handeln.de<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem Bekenntnis zur Verantwortung der evangelischen Kirche f\u00fcr das Versagen beim Schutz vor sexualisierter Gewalt und zur konsequenten Aufarbeitung<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6550,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6557"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6557"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6557\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6558,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6557\/revisions\/6558"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6550"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6557"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6557"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6557"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}