{"id":6594,"date":"2024-02-05T23:24:56","date_gmt":"2024-02-05T23:24:56","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/02\/05\/die-kraft-des-miteinander-ekd\/"},"modified":"2024-02-05T23:24:59","modified_gmt":"2024-02-05T23:24:59","slug":"die-kraft-des-miteinander-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/02\/05\/die-kraft-des-miteinander-ekd\/","title":{"rendered":"Die Kraft des Miteinander \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Pfarrer Christian Engels ruft im Begleitheft dazu auf, gegen\u00fcber Andersdenkenden dem ersten Instinkt der Gegenrede zu widerstehen. Auch vermeintlichen Widersachern sollten die Teilnehmer bewusst \u201eKomm r\u00fcber!\u201c zurufen, erkl\u00e4rt der Leiter des Filmkulturellen Zentrums der Evangelischen Kirche in Deutschland.<\/p>\n<p>Laut dem Einsamkeitsforscher Marcus Mund kann der Diskurs mit Menschen, die eine andere Meinung haben, ein Abdriften in Filterblasen und Echokammern verhindern: \u201eEine offene Gesellschaft kann extreme Meinungen besser auffangen\u201c, sagte der Wissenschaftler vom Institut f\u00fcr Psychologie an der Universit\u00e4t Klagenfurt dem Evangelischen Pressedienst (epd).<\/p>\n<p>Mund zufolge geht das Gef\u00fchl von Einsamkeit oftmals mit dem Nicht-W\u00e4hlen oder mit dem W\u00e4hlen von Parteien mit extremen politischen Ansichten einher. \u201eDas Gef\u00fchl, von anderen abgekoppelt zu sein und keine Ankn\u00fcpfungspunkte zu haben, wird verst\u00e4rkt, wenn alles immer abgetan wird.\u201c<\/p>\n<p>Menschen ben\u00f6tigten das Miteinander, um sich eingebunden und best\u00e4tigt zu f\u00fchlen. \u201eAllein k\u00f6nnen wir nicht \u00fcberleben und brauchen zumindest punktuell Unterst\u00fctzung von anderen.\u201c<\/p>\n<p>Einsamkeit kann auch krank machen. Sie beg\u00fcnstigt Studien zufolge Herz-Kreislauf-Erkrankungen, depressive Erkrankungen sowie Alkohol- und Tabakkonsum. Langandauernde Einsamkeit sei genauso sch\u00e4dlich wie der Konsum von 15 Zigaretten am Tag, erkl\u00e4ren die Psychologen Julianne Holt-Lunstad und ihr Kollege Timothy Smith von der Brigham Young University im US-Bundesstaat Utah im Fachmagazin \u201ePLoS Medicine\u201c.<\/p>\n<p>Mund zufolge wird das Bed\u00fcrfnis nach Gemeinschaft in der psychologischen Literatur als Grundbed\u00fcrfnis diskutiert. Es sei in etwa gleichzusetzen mit Hunger und Durst. Nicht jeder Mensch sei jedoch in der Lage, dieses Bed\u00fcrfnis selbst zu stillen. Vor allem introvertierte, sch\u00fcchterne Menschen, die zudem einen geringen Selbstwert h\u00e4tten, neigten zu Einsamkeit.<\/p>\n<p>Manche f\u00fchlten sich, so Mund, in Gesellschaft teilweise sogar einsamer als allein. Sie br\u00e4uchten gesch\u00fctzte, immer wiederkehrende Gruppen, um sich wohlzuf\u00fchlen. Weil es sch\u00fcchternen und einsamen Menschen schwerfalle, auf andere zuzugehen, sei es \u201ewichtig, Personen Gespr\u00e4chsangebote zu machen, von denen wir den Eindruck haben, dass sie einsam sind\u201c, betont Mund.<\/p>\n<p>Anders als den Heliconius-Schmetterling, dessen Verhalten Forschende der University of California untersuchten, sch\u00fctzt die Gemeinschaft den Menschen nicht nur vor Angriffen und Einsamkeit. Miteinander macht auch einfach vieles mehr Spa\u00df: Gemeinschaft habe einen \u201ebefreienden und erheiternden Charakter\u201c, schreibt der Philosoph und Soziologe Georg Simmel (1858-1918) in seinem Werk \u201eGrundfragen der Soziologie: Individuum und Gesellschaft\u201c. Im geselligen Zusammensein w\u00fcrden die Aufgaben und die Schwere des Lebens \u201ein gleichsam artistischem Spiel genossen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align:right\"><em>Von Monja Stolz (epd)<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfarrer Christian Engels ruft im Begleitheft dazu auf, gegen\u00fcber Andersdenkenden dem ersten Instinkt der Gegenrede zu widerstehen. 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