{"id":6751,"date":"2024-03-28T23:12:10","date_gmt":"2024-03-28T23:12:10","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/03\/28\/eier-waren-einst-auch-eine-grabbeigabe-ekd\/"},"modified":"2024-03-28T23:12:14","modified_gmt":"2024-03-28T23:12:14","slug":"eier-waren-einst-auch-eine-grabbeigabe-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/03\/28\/eier-waren-einst-auch-eine-grabbeigabe-ekd\/","title":{"rendered":"Eier waren einst auch eine Grabbeigabe \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p style=\"margin-left:0cm; margin-right:0cm\">Im Mittelalter seien Eier allegorisch als Zeichen der Auferstehung gedeutet worden, \u201eweshalb sie als Grabbeigaben im 10. bis 12. Jahrhundert recht verbreitet sind\u201c, erkl\u00e4rt Professor Volp. \u201eJedenfalls deutet einiges darauf hin, dass es christliche Vorstellungen und keine Ortstraditionen sind, die f\u00fcr Belege dieser Praxis von \u00c4gypten \u00fcber Russland bis Spanien und Skandinavien (Gotland) sorgten.\u201c<\/p>\n<p style=\"margin-left:0cm; margin-right:0cm\">Seit dieser Zeit f\u00e4nden sich nicht nur \u201eechte\u201c Eier als Grabbeigaben, sondern auch solche aus Ton oder Emaille, sagt Volp. Die gr\u00f6\u00dfte Funddichte sei nach seiner Kenntnis in westslawischen Gebieten (heutiges Polen) nachgewiesen. Es gebe aber auch einen signifikanten Fund aus dem 11. Jahrhundert in Neuendorf bei Brandenburg.<\/p>\n<p style=\"margin-left:0cm; margin-right:0cm\">Dabei sei in der Bibel \u00fcber die Bestattung Jesu, an dessen Auferstehung von den Toten Christen zu Ostern erinnern, nur von Leinent\u00fcchern die Rede, in die der Leichnam gewickelt wurde, erkl\u00e4rt der evangelische Theologieprofessor Christfried B\u00f6ttrich von der Universit\u00e4t Greifswald. Sowie von Myrrhe, Aloe und Kr\u00e4uter\u00f6len f\u00fcr die Versorgung des toten K\u00f6rpers. Aber nicht von Grabbeigaben.<\/p>\n<p style=\"margin-left:0cm; margin-right:0cm\">Laut B\u00f6ttrich waren Grabbeigaben vor allem in \u00c4gypten, Babylonien und Kanaan \u00fcblich. Sie h\u00e4tten der Ausstattung und Versorgung des Toten auf dem Weg in die \u201eJenseitswelt\u201c gedient. In Israel und entsprechend im fr\u00fchen Christentum habe es diese Vorstellung nicht gegeben. \u201eDer Tote bedarf in der &#8218;Jenseitswelt&#8216; keiner Versorgung, wie in den altorientalischen Religionen.\u201c Das \u201eLeben bei Gott\u201c sei keine Verl\u00e4ngerung des irdischen Lebens. \u201eVielmehr er\u00f6ffnet die Auferstehung etwas unvorstellbar Neues, das der Zeitlichkeit nicht mehr unterliegt.\u201c<\/p>\n<p style=\"margin-left:0cm; margin-right:0cm\">Heute d\u00fcrften Eier als Grabbeigabe in Deutschland vermutlich eher nicht mehr vorkommen. Im Zuge der Individualisierung der Bestattungs-, Abschieds- und Trauerkultur machten Grabbeigaben f\u00fcr immer mehr Menschen nur dann Sinn, \u201ewenn sie in irgendeiner Form das Leben der Verstorbenen und\/oder die Verbindung zwischen Angeh\u00f6rigen und Verstorbenen spiegeln\u201c, sagt Simon Walter, Kulturbeauftragter des Bundesverbandes Deutscher Bestatter. Gerne mitgegeben werden den Verstorbenen nach Walters Angaben pers\u00f6nliche Erinnerungsgegenst\u00e4nde, wie etwa Kleidung, Schmuck und B\u00fccher, oder selbst gestaltete Gr\u00fc\u00dfe in Form von Briefen oder Bildern.<\/p>\n<p style=\"margin-left:0cm; margin-right:0cm; text-align:right\"><em>Von Anne-Dorle Hoffgaard (epd)<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Mittelalter seien Eier allegorisch als Zeichen der Auferstehung gedeutet worden, \u201eweshalb sie als Grabbeigaben im 10. bis 12. 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