{"id":6763,"date":"2024-04-03T18:56:14","date_gmt":"2024-04-03T18:56:14","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/04\/03\/raus-zum-osterspaziergang-ekd\/"},"modified":"2024-04-03T18:56:17","modified_gmt":"2024-04-03T18:56:17","slug":"raus-zum-osterspaziergang-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/04\/03\/raus-zum-osterspaziergang-ekd\/","title":{"rendered":"Raus zum Osterspaziergang \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Spaziergangswissenschaftler Martin Schmitz von der Kunsthochschule Kassel empfiehlt, das Smartphone beim Osterspaziergang zu Hause zu lassen, um beim mu\u00dfevollen Flanieren nicht gest\u00f6rt zu werden. \u201eDas absichtslose Umherstreifen in der unmittelbaren Umgebung er\u00f6ffnet ganz neue Perspektiven.\u201c Denn Digitalisierung, Mobilit\u00e4t und die Beschleunigung des Lebens f\u00fchrten dazu, dass viele Menschen nirgendwo recht verortet seien und nicht einmal mehr ihren Wohnort richtig kennen. Doch ein steigendes Interesse an der analogen Welt formiere sich bereits zur Gegenbewegung, glaubt er: \u201eSpazierengehen ist total in.\u201c<\/p>\n<p>Unber\u00fchrte Natur gebe es hierzulande jedoch kaum noch, gibt Schmitz zu bedenken. Auch jenseits bebauter Fl\u00e4chen habe es der Spazierg\u00e4nger meist mit den Resultaten menschlicher Landschaftsgestaltung zu tun, am Baggersee, auf dem Feldweg, im aufgeforsteten Wald oder im Stadtpark. \u201eDie Natur, das wahrhaft Lebendige und Urspr\u00fcngliche, ist unsichtbar.\u201c Ein Spaziergang an den Ostertagen k\u00f6nne Anlass sein, genauer hinzusehen, das Neue im Werden und Vergehen der Umwelt zu entdecken.<\/p>\n<p>Als spirituelle Erfahrung begreift Diakon Klaas Grensemann den Osterspaziergang. Regelm\u00e4\u00dfig begleitet er Klosterg\u00e4ste im nieders\u00e4chsischen Bursfelde beim Wandern. Idyllisch sei das umliegende Wesertal allemal, sagt er. Doch entscheidend sei die Umkehr des Blickes. \u201eDann gehe ich nicht nur durch die Natur, sondern durch die Sch\u00f6pfung, ja dann sehe ich mich selbst als Gesch\u00f6pf, und begegne auch den Mitwandernden neu.\u201c Anregend sei es etwa, mit Kindern zu wandern. \u201eDie entdecken oft Dinge, die wir Erwachsenen \u00fcbersehen, schon allein, weil sie kleiner sind.\u201c<\/p>\n<p>Das knospende Leben am Wegesrand k\u00f6nne den Blick \u201eauf die guten Kr\u00e4fte\u201c in der Welt richten, \u201eauf das Gelingen, auch im eigenen Leben, auf Quellen der Heilung und der Vers\u00f6hnung, auch in dieser krisenhaften Zeit\u201c, sagt Grensemann, der im geistlichen Zentrum Kloster Bursfelde der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers arbeitet. Dieser Blickwechsel sei nicht banal. \u201eIm Zentrum der Ostergeschichte steht ja auch das Nicht-sehen und Nicht-erkennen-k\u00f6nnen\u201c, so wie die J\u00fcnger in der Emmausgeschichte (Lukas 24) dem auferstandenen Christus begegneten, ihn aber nicht erkannten. \u201eErst sp\u00e4ter fragten sie sich: &#8218;Brannte nicht unser Herz?&#8217;\u201c<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich werde der tiefe Sinn der biblischen Ostererz\u00e4hlungen verstellt, wenn man die Bedeutung des Lebens und Sterbens Jesu allein mit Begriffen wie Schuld und Vers\u00f6hnung erkl\u00e4re, sagt auch der evangelische Theologe Martin Laube. \u201eEs sind mythische Erz\u00e4hlungen, es steckt also mehr darin, als man begrifflich fassen kann.\u201c<\/p>\n<p>Das sp\u00fcrt wohl auch Faust in Goethes Drama, erschienen an Ostern 1808. Als die Engel \u201eChrist ist erstanden\u201c anstimmen, ist er anger\u00fchrt. Zugleich muss der aufgekl\u00e4rte Gelehrte und Prototyp des modernen Menschen feststellen: \u201eAllein mir fehlt der Glaube.\u201c Erinnerungen an Osterfeste in Kindheit und Jugend wecken in ihm \u201eein unbegreiflich holdes Sehnen\u201c. Den Erwachsenen treibt es wieder hinaus die Natur, und bei seinem Osterspaziergang \u00f6ffnet sich ihm die Welt wieder: \u201eHier bin ich Mensch, hier darf ich&#8217;s sein.\u201c<\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spaziergangswissenschaftler Martin Schmitz von der Kunsthochschule Kassel empfiehlt, das Smartphone beim Osterspaziergang zu Hause zu lassen, um beim mu\u00dfevollen Flanieren<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6764,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6763"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6763"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6763\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6765,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6763\/revisions\/6765"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6764"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6763"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6763"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6763"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}