{"id":6785,"date":"2024-04-18T12:28:05","date_gmt":"2024-04-18T12:28:05","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/04\/18\/verleihung-der-anerkennungsmedaille-fuer-internationale-solidaritaet-an-die-deutsche-evangelische-kirche-ekd\/"},"modified":"2024-04-18T12:28:08","modified_gmt":"2024-04-18T12:28:08","slug":"verleihung-der-anerkennungsmedaille-fuer-internationale-solidaritaet-an-die-deutsche-evangelische-kirche-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/04\/18\/verleihung-der-anerkennungsmedaille-fuer-internationale-solidaritaet-an-die-deutsche-evangelische-kirche-ekd\/","title":{"rendered":"Verleihung der Anerkennungsmedaille f\u00fcr internationale Solidarit\u00e4t an die Deutsche Evangelische Kirche \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Milit\u00e4rputsches von 1973 hat die chilenische Regierung \u00fcber das Au\u00dfenministerium beschlossen, Anerkennungsmedaillen an Personen und Institutionen zu verleihen, die Tausende von Chilenen, die ins Exil gehen mussten, unterst\u00fctzt, gesch\u00fctzt und aufgenommen haben.<\/p>\n<p>Mit der Verleihung dieser Medaillen soll die internationale Solidarit\u00e4t gew\u00fcrdigt und gleichzeitig die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit derer gew\u00fcrdigt werden, die sich in einer au\u00dferordentlich komplexen Periode der chilenischen Geschichte f\u00fcr das Leben eingesetzt haben.<\/p>\n<p>Nach dem chilenischen Milit\u00e4rputsch nahmen sowohl Ost- als auch Westdeutschland eine gro\u00dfe Zahl chilenischer Einwanderer und Fl\u00fcchtlinge auf. Die Solidarit\u00e4tsarbeit verschiedener Organisationen, parteinaher Gruppen, Gewerkschaften, Universit\u00e4ten und kirchlicher Einrichtungen, darunter die Deutsche Evangelische Kirche, war ein zentraler Bestandteil im Umgang mit verfolgten und im Exil lebenden Chilenen.<\/p>\n<p>Ihre Bem\u00fchungen erm\u00f6glichten die Bereitstellung zahlreicher Stipendien und Arbeitspl\u00e4tze sowie Notunterk\u00fcnfte und Unterst\u00fctzung, die alle f\u00fcr die soziale Integration und die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation unserer Staatsangeh\u00f6rigen und ihrer Familien unerl\u00e4sslich waren.<\/p>\n<p>Die deutschen Protestanten emigrierten 1860 nach Chile und engagierten sich mit der Zeit in der Arbeit mit der marginalisierten Bev\u00f6lkerung. Eine besondere Erw\u00e4hnung verdienen jedoch zwei Mitglieder dieser Kirche, wenn es um den Schutz der Menschenrechte nach dem chilenischen Milit\u00e4rputsch geht: Pastor Helmut Frenz und Pastor Armin Ihle.<\/p>\n<p>Pastor Frenz kam 1965 nach Chile und war unmittelbarer Zeuge der Verfolgung politischer Gegner nach dem Milit\u00e4rputsch. In den folgenden Tagen leitete Pastor Frenz die Gr\u00fcndung der &#8222;Nationalen Kommission f\u00fcr Fl\u00fcchtlingshilfe&#8220; (CONAR), die die rechtlichen, spirituellen und sozialen Bed\u00fcrfnisse von Tausenden von Fl\u00fcchtlingen unterst\u00fctzte, darunter viele, die aus Brasilien und Uruguay kamen.<\/p>\n<p>Pastor Frenz war auch an der Gr\u00fcndung des &#8222;Komitees f\u00fcr den Frieden&#8220; (Comit\u00e9 Pro Paz) beteiligt, einer \u00f6kumenischen Einrichtung, der er mitvorstand.<\/p>\n<p>Leider wurde er am 5. Oktober 1975 w\u00e4hrend einer Reise nach Genf vom Pinochet-Regime mit einem Wiedereinreiseverbot nach Chile belegt.<\/p>\n<p>1974 wurde Helmut Frenz vom Hohen Fl\u00fcchtlingskommissar der Vereinten Nationen f\u00fcr seine Arbeit in Chile mit dem Nansen-Fl\u00fcchtlingspreis ausgezeichnet. 1976 wurde er Generalsekret\u00e4r von Amnesty International in der Bundesrepublik Deutschland, 2007 erhielt er die chilenische Staatsb\u00fcrgerschaft.<\/p>\n<p>1966 wurde Pastor Armin Ihle als Gesandter der Evangelischen Kirche von Westfalen nach Rio Negro im chilenischen Patagonien entsandt. Nach dem Milit\u00e4rputsch zog er nach Buenos Aires, Argentinien, von wo aus er viele Jahre lang Fl\u00fcchtlingsarbeit f\u00fcr die vom Pinochet-Regime Verfolgten leistete.<\/p>\n<p>Er war aktiv an der Gr\u00fcndung der argentinischen Fl\u00fcchtlingskommission (CAREF) im Oktober 1973 beteiligt, einer Organisation, die ihre Arbeit bis heute fortsetzt und Tausenden von politisch Verfolgten, Fl\u00fcchtlingen und Exilanten unter anderem aus Argentinien, Chile und Uruguay geholfen hat.<\/p>\n<p>Daher ist es eine Ehre f\u00fcr unsere Regierung und f\u00fcr diese Botschaft, der Deutschen Evangelischen Kirche in Person von Pr\u00e4latin Dr. Anne Gidion, Bevollm\u00e4chtigte des Rates der Deutschen Evangelischen Kirche bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europ\u00e4ischen Union, diese Medaille der internationalen Solidarit\u00e4t zu \u00fcberreichen.<\/p>\n<p>Die chilenische Regierung und das chilenische Volk sind der Deutschen Evangelischen Kirche sehr dankbar f\u00fcr die Solidarit\u00e4t, die sie so vielen Chilenen entgegengebracht hat. Dies wird ein wichtiger Teil des historischen Ged\u00e4chtnisses unseres Landes bleiben.<\/p>\n<p>Berlin, April 2024.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. 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