{"id":6817,"date":"2024-04-29T17:22:14","date_gmt":"2024-04-29T17:22:14","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/04\/29\/es-ist-geordnet-ihr-koennt-trauern-ekd\/"},"modified":"2024-04-29T17:22:17","modified_gmt":"2024-04-29T17:22:17","slug":"es-ist-geordnet-ihr-koennt-trauern-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/04\/29\/es-ist-geordnet-ihr-koennt-trauern-ekd\/","title":{"rendered":"\u201eEs ist geordnet &#8211; ihr k\u00f6nnt trauern\u201c \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>\u201eDadurch wird das Grabmal erhalten &#8211; und wir k\u00f6nnen dort bestattet werden\u201c, erz\u00e4hlt der evangelische Theologe, der sich schon seit vielen Jahren auch als Autor mit Tod und Trauer besch\u00e4ftigt. Ein Doppelgrab, 30 Jahre Verweildauer, mit Seeblick. Geplant ist eine Erdbestattung: \u201eIch bin neun Monate geworden und will nach dem Tod nicht gleich die schnelle Zerst\u00f6rung des Leibes\u201c, sagt Klaus Dirschauer.<\/p>\n<p>Auf dem Grabmal, einem mehr als 120 Jahre alten Kalksandstein, hat ein Steinmetz bereits die Namen und die Geburtsdaten von ihm und seiner Frau eingemei\u00dfelt: Dr. Klaus Dirschauer, Lore Dirschauer-Volkelt. Dar\u00fcber ein Spruch aus den biblischen Psalmen: \u201eBewahre mich Gott, denn ich traue auf Dich.\u201c Noch ist die Gravur kaum zu erkennen. Wenn die Dirschauers hier bestattet sind, wird sie farblich hervorgehoben, die Sterbedaten werden erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Auf dem Grab breitet sich Efeu aus. \u201eSelbst gepflanzt\u201c, sagt Klaus Dirschauer. \u201eUnd solange wir leben, pflegen wir das auch selbst. Sp\u00e4ter wollen die Kinder das \u00fcbernehmen, das haben sie schon zugesagt.\u201c<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Art der Bestattung haben die Dirschauers bereits gekl\u00e4rt. F\u00fcr das Finanzielle wurden vor langer Zeit Sterbeversicherungen abgeschlossen. Die Todesanzeige ist schon fix und fertig. Eine Liste, die st\u00e4ndig aktualisiert wird, gibt Auskunft \u00fcber diejenigen, die nach dem Tod verst\u00e4ndigt werden sollen.<\/p>\n<p>Und weitere Einzelheiten sind notiert. So w\u00fcnscht sich der 87 Jahre alte Theologe eine Aufbahrung, einen Beerdigungsgottesdienst, den Erdwurf am offenen Grab. Und am Ende einen Leichenschmaus, bei dem es oft hoch hergeht, wenn Anekdoten \u00fcber den Verstorbenen erz\u00e4hlt werden. \u201eDas ist wichtig, damit die Gemeinschaft erhalten bleibt. Das Leben geht ja weiter\u201c, bekr\u00e4ftigt der Pastor im Ruhestand.<\/p>\n<p>Er und seine Frau wollen mit den Vorplanungen ihre Kinder entlasten. \u201eNicht, dass in Zeitnot entschieden werden muss: Wohin mit den Eltern? Es ist alles geordnet &#8211; ihr k\u00f6nnt trauern, darauf kommt es uns an\u201c, sagt Klaus Dirschauer.<\/p>\n<p>Wer das nicht alles selbst organisieren will, kann sich an ein Bestattungsunternehmen wenden und einen sogenannten Vorsorgevertrag abschlie\u00dfen, dar\u00fcber wird am 3. und 4. Mai auch auf der Bremer Messe \u201eLeben und Tod\u201c informiert. \u201eDie wichtigste Frage, die man beantworten kann, ist die Bestattungsart\u201c, verdeutlicht der hannoversche Bestatter Friedrich Cordes. \u201eSoll es eine Erd- oder eine Feuerbestattung werden? Auf welchem Friedhof m\u00f6chte ich beigesetzt werden? Soll es eine Trauerfeier geben? Blumenschmuck? Soll Lieblingsmusik gespielt werden? Kann man alles machen.\u201c<\/p>\n<p>Die Zahl derjenigen, die so vorsorgten, steige st\u00e4ndig, berichtet Christian Stubbe, Vorsitzender des Bestatterverbandes in Bremen. \u201eIn der Hansestadt gibt es durchschnittlich 1.000 Vorsorgen im Jahr &#8211; bei 6.000 Sterbef\u00e4llen. Das ist schon eine ganze Menge.\u201c<\/p>\n<p>Meistens geht es Stubbe zufolge darum, die Kinder zu entlasten, vor allem dann, wenn sie nicht vor Ort lebten. Auch finanziell, beispielsweise \u00fcber angespartes Geld auf einem Treuhandkonto. Seine Erfahrung: Am Ende werde zu mehr als 80 Prozent eine Feuerbestattung gew\u00e4hlt. \u201eDie Erdbestattung ist v\u00f6llig in den Hintergrund getreten, eine pflegefreie letzte Ruhe ist daf\u00fcr umso wichtiger.\u201c<\/p>\n<p>Alexander Helbach, Sprecher der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas in K\u00f6nigswinter bei Bonn, hat mit Blick auf ganz Deutschland zwar keine belastbaren Zahlen, was den Trend zur Vorsorge angeht. Doch auch er best\u00e4tigt, das Thema sei wichtiger geworden. Und er nennt neben der Entlastung noch einen weiteren Grund, warum Menschen zu Lebzeiten ihre Beerdigung planen: \u201eEs geht oft auch um die eigene Gewissheit, dass die Bestattung so abl\u00e4uft wie gew\u00fcnscht.\u201c<\/p>\n<p>Die Besch\u00e4ftigung mit dem eigenen Tod und der Frage, wie wir mit ihm umgehen k\u00f6nnen, das ist Klaus Dirschauer wichtig und geh\u00f6rt f\u00fcr ihn zur \u201eArs moriendi\u201c, zur Kunst des Sterbens. \u201eIch m\u00f6chte mich gerne auf den Abschied vorbereiten, ich m\u00f6chte abschiedlich sterben\u201c, so formuliert er es.<\/p>\n<p>Aber er und seine Frau wollen es auch nicht \u00fcbertreiben mit der Vorbereitung. So sollen im Trauergottesdienst Chor\u00e4le gesungen werden, ja. \u201eAber was genau, das bleibt den Angeh\u00f6rigen \u00fcberlassen\u201c, meint Lore Dirschauer-Volkelt. \u201eSonst\u201c, sagt sie mit einem Augenzwinkern, \u201ew\u00e4re es ja so, als ob die Familie im Gottesdienst nur zu Besuch w\u00e4re\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align:right\"><em>Von Dieter Sell (epd)<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDadurch wird das Grabmal erhalten &#8211; und wir k\u00f6nnen dort bestattet werden\u201c, erz\u00e4hlt der evangelische Theologe, der sich schon seit<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6818,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6817"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6817"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6817\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6819,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6817\/revisions\/6819"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6818"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6817"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6817"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6817"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}