{"id":6883,"date":"2024-05-16T11:48:51","date_gmt":"2024-05-16T11:48:51","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/05\/16\/kirchen-besorgt-ueber-raeumung-von-kirchenasylen-ekd\/"},"modified":"2024-05-16T11:48:53","modified_gmt":"2024-05-16T11:48:53","slug":"kirchen-besorgt-ueber-raeumung-von-kirchenasylen-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/05\/16\/kirchen-besorgt-ueber-raeumung-von-kirchenasylen-ekd\/","title":{"rendered":"Kirchen besorgt \u00fcber R\u00e4umung von Kirchenasylen \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Hannover, Bonn (epd). Die evangelische und die katholische Kirche haben sich besorgt \u00fcber vermehrte R\u00e4umungen von Kirchenasylen in Deutschland ge\u00e4u\u00dfert. \u201eEs ist in der j\u00fcngsten Vergangenheit nun bereits mehrfach zu Aufl\u00f6sungen von Kirchenasylen gekommen. Diese Entwicklung bereitet uns gro\u00dfe Sorge\u201c, sagte der Fl\u00fcchtlingsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christian St\u00e4blein, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch die katholische Deutsche Bischofskonferenz nehme die aktuell vermehrten R\u00e4umungen von Kirchenasylen besorgt zur Kenntnis, sagte Sprecher Matthias Kopp.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=\"\">\n<p>Nach Angaben der \u00d6kumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche gab es seit Juli 2023 sieben R\u00e4umungen, R\u00e4umungsversuche oder R\u00e4umungsandrohungen von Kirchenasylen in Deutschland. Zuletzt hatten Beh\u00f6rden in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2020 ein Kirchenasyl aufgel\u00f6st. Am Dienstag war bekannt geworden, dass Polizei und Landesbeh\u00f6rden in Niedersachsen im Landkreis Uelzen ein Kirchenasyl in einer evangelischen Gemeinde beendet und eine russische Familie nach Spanien abgeschoben hatten.<\/p>\n<p>\u201eDie Aufl\u00f6sung des Kirchenasyls unter massivem Polizeiaufgebot und Vollstreckung von Zwangsma\u00dfnahmen an einer Familie in einer nachweislich schwierigen humanit\u00e4ren und gesundheitlich \u00fcberaus belasteten Situation wirft deutliche Fragen an den beh\u00f6rdlichen Umgang mit dem Kirchenasyl auf\u201c, sagte der Berliner Bischof St\u00e4blein. Kirchengemeinden machten es sich nie leicht, wenn sie ein Kirchenasyl gew\u00e4hren. \u201eDies ist und bleibt f\u00fcr uns ultima ratio.\u201c St\u00e4blein erkl\u00e4rte, deshalb sei das Gespr\u00e4ch zwischen Kirchen und Beh\u00f6rden so dringlich, damit man zu einem gemeinsamen humanit\u00e4ren Umgang mit Menschen in akuten Notsituationen gelange.<\/p>\n<p>Bischofskonferenz-Sprecher Kopp erkl\u00e4rte, die Bisch\u00f6fe st\u00fcnden zu Fragen des Kirchenasyls regelm\u00e4\u00dfig im Kontakt mit dem Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge und weiteren zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden. \u201eWir werden die Entwicklungen weiter beobachten und in Gespr\u00e4chen mit den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden daf\u00fcr werben, dass die Tradition des Kirchenasyls auch k\u00fcnftig respektiert wird.\u201c Das Kirchenasyl stelle ein letztes Mittel zur Abwendung drohender Menschenrechtsverletzungen oder unzumutbarer humanit\u00e4rer H\u00e4rten dar. Es diene dazu, im Austausch mit den staatlichen Stellen den konkreten Einzelfall erneut zu \u00fcberpr\u00fcfen und verantwortbare L\u00f6sungen zu finden. Wenn Kirchengemeinden oder Ordensgemeinschaften Kirchenasyl gew\u00e4hren, gehe dies mit einem gro\u00dfen pers\u00f6nlichen Engagement einher. Jede R\u00e4umung eines Kirchenasyls bedeute daher f\u00fcr alle Beteiligten eine gro\u00dfe Belastung. Zu einzelnen Kirchenasylf\u00e4llen k\u00f6nne man keine Einsch\u00e4tzung abgeben.<br \/>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover, Bonn (epd). 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