{"id":7089,"date":"2024-07-24T06:19:28","date_gmt":"2024-07-24T06:19:28","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/07\/24\/von-der-kirche-zur-cafedrale-ekd\/"},"modified":"2024-07-24T06:19:32","modified_gmt":"2024-07-24T06:19:32","slug":"von-der-kirche-zur-cafedrale-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/07\/24\/von-der-kirche-zur-cafedrale-ekd\/","title":{"rendered":"Von der Kirche zur &#8222;Caf\u00e9drale&#8220; \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<p>\u00dcberall in Deutschland stehen evangelische und katholische Gemeinden vor \u00e4hnlichen Herausforderungen: Die Zahl der Kirchenmitglieder schrumpft kontinuierlich, die Kosten f\u00fcr den Unterhalt kirchlicher Immobilien steigen. In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, zu der die Gemeinde in Mainz-Drais geh\u00f6rt, soll der Geb\u00e4udebestand bis 2030 um ein Drittel reduziert werden. Zwar stehen vor allem Pfarr- und Gemeindeh\u00e4user auf dem Pr\u00fcfstand, doch auch der Fortbestand mancher Kirche d\u00fcrfte fr\u00fcher oder sp\u00e4ter debattiert werden. Anderswo in der Bundesrepublik haben Bist\u00fcmer und Landeskirchen schon lange damit begonnen, nicht mehr ben\u00f6tigte Sakralbauten aufzugeben.<\/p>\n<p>Mittlerweile gibt es zahlreiche spektakul\u00e4re Beispiele f\u00fcr Umnutzungen: Im nordrhein-westf\u00e4lischen M\u00f6nchengladbach wurde eine Kirche zur Klettersporthalle umgebaut, in Bielefeld k\u00f6nnen G\u00e4ste in einem feinen Restaurant speisen, wo einst die katholische Messe gefeiert wurde. In Liebenau im Landkreis Kassel zog gar eine Gin-Brennerei in die fr\u00fchere Kirche. Allein in dem f\u00fcr Nordhessen zust\u00e4ndigen katholischen Bistum Fulda wurden seit 2020 \u00fcber ein Dutzend Sakralbauten profaniert.<\/p>\n<p>In Mainz-Drais, einem eher wohlhabenden Stadtteil der Landeshauptstadt, wollte die Kirchengemeinde, die auch noch eine zweite Kirche im benachbarten Brennpunktviertel Lerchenberg besitzt, das Geb\u00e4ude nicht einfach verkaufen und abgeben. Weitermachen wie bisher h\u00e4tten die Verantwortlichen allerdings auch nicht gewollt, berichtet Pfarrer Kiworr: \u201eEine abgeschlossene Kirche ist die schlechteste Option von allen.\u201c Die Idee hinter dem Umbau der Kirche zur \u201eCaf\u00e9drale\u201c ist einfach: Der Bau bleibt ein Sakralraum, hier finden im erneuerten Ambiente sogar weiter regelm\u00e4\u00dfige \u201eSofagottesdienste\u201c statt, und auch die Orgel bleibt funktionsf\u00e4hig. Aber daneben sollen viele andere Nutzer Leben in die Mauern bringen &#8211; und Geld in die Kasse.<\/p>\n<p>Insbesondere in Ostdeutschland seien Mehrfachnutzungen von Kirchen schon seit vielen Jahren weit verbreitet, berichtet Elisabeth M\u00e4rz von der Universit\u00e4t Leipzig: \u201eDas Ph\u00e4nomen, die Kirche loswerden zu wollen, ist im Westen viel weiter verbreitet.\u201c Die Theologin untersucht als Mitglied einer interdisziplin\u00e4ren Forschergruppe zusammen mit Kunsthistorikern, Architekten und Fachleuten f\u00fcr Immobilienwirtschaft den Umgang mit Kirchengeb\u00e4uden. Wenn sich Menschen f\u00fcr ihre Kirche engagierten, sei vieles m\u00f6glich &#8211; und zwar nicht nur in Gro\u00dfst\u00e4dten: \u201eKleine Dorfkirchen k\u00f6nnen als Identifikationspunkte wichtig werden.\u201c<\/p>\n<p>Manchmal gelinge es sogar, die Gemeinde vor Ort durch Umnutzungsprojekte wie die in Mainz zu st\u00e4rken. Und selbst historische Kirchen seien nicht prinzipiell tabu f\u00fcr solche neuen Wege: \u201eDas Vorurteil, die Denkmalpflege w\u00fcrde alles verhindern, h\u00f6rt man h\u00e4ufig, es ist aber oft unberechtigt\u201c, sagt M\u00e4rz.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nlich habe sie Schwierigkeiten mit rein kommerziellen Umnutzungen, bei denen eine Kirche \u201enur noch gegen Eintritt\u201c betreten werden k\u00f6nne, sagt M\u00e4rz. \u201eAus meiner Sicht muss der \u00f6ffentliche Charakter ein St\u00fcck weit erhalten bleiben.\u201c Zur Wahrheit geh\u00f6re dabei aber auch, dass die \u00d6ffnung f\u00fcr Kulturangebote oder andere gemeinn\u00fctzige Nutzer in der Praxis meist nicht ausreiche, um den Bau komplett ohne kirchliche Zusch\u00fcsse instand zu halten.<br \/>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberall in Deutschland stehen evangelische und katholische Gemeinden vor \u00e4hnlichen Herausforderungen: Die Zahl der Kirchenmitglieder schrumpft kontinuierlich, die Kosten f\u00fcr<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7090,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7089"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7089"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7089\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7091,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7089\/revisions\/7091"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7090"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}