{"id":7115,"date":"2024-08-21T12:58:32","date_gmt":"2024-08-21T12:58:32","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/08\/21\/der-terror-ist-noch-immer-an-koerper-und-seele-spuerbar-ekd\/"},"modified":"2024-08-21T12:58:35","modified_gmt":"2024-08-21T12:58:35","slug":"der-terror-ist-noch-immer-an-koerper-und-seele-spuerbar-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/08\/21\/der-terror-ist-noch-immer-an-koerper-und-seele-spuerbar-ekd\/","title":{"rendered":"\u201eDer Terror ist noch immer an K\u00f6rper und Seele sp\u00fcrbar\u201c \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div id=\"\">\n<div class=\"article--meta article--meta__border clearfix\">\n<p>                                    <time datetime=\"21.08.2024 12:00\" class=\"article--time\">21.08.2024<\/time><\/p>\n<p>                                     <strong class=\"article--type primus--overline\">Pressemitteilung<\/strong><\/p>\n<picture class=\"article--source-image image\"><source srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png\"><!--<source srcset=\"\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_141x39.png 1x, \/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_282x78.png 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets\/20170622_ekd-Quellenlogo_141_rdax_423x118.png 3x\">--><\/p>\n<p>    <\/source><\/picture>\n<\/p><\/div>\n<h2 class=\"article--sub-headline primus--sub-headline\">EKD-Auslandsbisch\u00f6fin erinnert am Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gr\u00fcnden der Religion an Leidensweg der Jesiden<\/h2>\n<\/p><\/div>\n<div id=\"\">\n<p>Zum \u201eInternationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gr\u00fcnden der Religion oder des Glaubens\u201c am morgigen Donnerstag, 22. August, erinnert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) insbesondere an den Leidensweg der Jesiden, der vor zehn Jahren in Sinjar im Nordirak begann. Ab August 2014 wurden die Angeh\u00f6rigen der religi\u00f6sen Minderheit durch die Terrororganisation \u201eIslamischer Staat\u201c (IS) systematisch verfolgt, vertrieben, versklavt und ermordet.\u00a0<\/p>\n<p>Nachdem der IS Massaker an mehr als 5000 m\u00e4nnlichen Angeh\u00f6rigen ver\u00fcbt hatte sowie H\u00e4user, D\u00f6rfer, Felder und die gesamte Infrastruktur der Siedlungen zerst\u00f6rte hatte, erwarteten die Frauen und M\u00e4dchen weitere Gr\u00e4ueltaten. EKD-Auslandsbisch\u00f6fin Petra Bosse-Huber sagt: \u201eF\u00fcr Jesidinnen folgten Jahre eines unvorstellbaren Martyriums in der Gewalt des IS. Sie wurden gedem\u00fctigt, vergewaltigt, zum Verkauf angeboten \u2013 weil Jesiden in den Augen der Islamisten Ungl\u00e4ubige sind, die kein Lebensrecht haben. Und weil die IS-K\u00e4mpfer die Jesidinnen als ihre rechtm\u00e4\u00dfige Kriegsbeute betrachteten, mit der sie machen konnten, was sie wollten.\u201c Etwa 7000 Frauen und M\u00e4dchen wurden Opfer dieser systematisch ver\u00fcbten Gewalttaten &#8211; noch immer gelten 2700 von ihnen als vermisst.<\/p>\n<p>Auch die christlichen Gemeinden, die seit den ersten Jahrhunderten nach Christus in der Ninive-Ebene beheimatet sind, wurden zu Opfern von Massenflucht und Vertreibung w\u00e4hrend der IS-Herrschaft. Gegen Jesiden jedoch richtete sich der systematische Vernichtungswille der Islamisten, der die komplette Ausl\u00f6schung der jesidischen Minderheit, ihrer Religion und ihrer Kultur zum Ziel hatte.<\/p>\n<p>Die Vereinten Nationen haben die Verbrechen an den Jesiden als V\u00f6lkermord anerkannt, der Deutsche Bundestag hat sich dem im Januar 2023 angeschlossen und betont, sich mit Nachdruck zum Schutz jesidischen Lebens in Deutschland und ihrer Menschenrechte weltweit einzusetzen. Von etwa einer Million Jesiden weltweit lebt die gr\u00f6\u00dfte jesidische Diaspora mit etwa 250.000 Angeh\u00f6rigen in Deutschland. Ungef\u00e4hr 280.000 Menschen befinden sich noch immer in Fl\u00fcchtlingslagern im Nordirak. Nun werden die Camps jedoch geschlossen, ohne dass es tats\u00e4chliche Fortschritte zum Wiederaufbau in der Herkunftsregion gibt.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eWer zur\u00fcckkehrt, steht vor zerschossenen H\u00e4usern und blickt auf vom IS verminte Felder. Die Menschen entbehren jeder Lebensgrundlage. Dazu kommt die Angst, ehemaligen Peinigern wieder zu begegnen, denn sowohl IS-Mitglieder als auch Nachbarn, die mit ihnen kollaboriert haben, leben weiterhin in der Region. Wie soll hier Zukunft m\u00f6glich sein?\u201c, so die Auslandsbisch\u00f6fin. Dazu komme, dass das Grenzgebiet Sinjar, zwischen dem Irak, Syrien, der T\u00fcrkei und dem Iran gelegen, nach wie vor ein Konfliktfeld zwischen verschiedenen Parteien und deren jeweiligen Interessen sei. F\u00fcr R\u00fcckkehrer biete es keinerlei Sicherheit \u2013 aber gerade die sei f\u00fcr die Opfer eines V\u00f6lkermordes erste Bedingung f\u00fcr eine Zukunft.<\/p>\n<p>Bisch\u00f6fin Bosse-Huber betont: \u201eVor diesem Hintergrund sind Abschiebungen von Jesiden, bei denen auch Familien getrennt werden, nicht zu rechtfertigen. Deutschland hat mit der Anerkennung des Genozids explizit Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernommen, die Opfer zu sch\u00fctzen. Auch wenn der IS als besiegt gilt, ist der Terror noch immer an K\u00f6rper und Seele sp\u00fcrbar, ist die Gefahr nicht gebannt. Insofern ist es nur folgerichtig, dass es einen bundesweiten Abschiebestopp f\u00fcr Jesiden geben muss und eine dauerhafte Bleiberechtsregelung gefunden wird.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Hannover, 21. August 2024<\/p>\n<p>Pressestelle der EKD<br \/>Annika Lukas<br \/>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21.08.2024 Pressemitteilung EKD-Auslandsbisch\u00f6fin erinnert am Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gr\u00fcnden der Religion an Leidensweg der<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7110,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7115"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7115"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7115\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7116,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7115\/revisions\/7116"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7110"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7115"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7115"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7115"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}