{"id":7210,"date":"2024-09-18T20:02:28","date_gmt":"2024-09-18T20:02:28","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/09\/18\/18-09-2024-wenige-persoenlichkeiten-haben-die-beziehungen-zwischen-christen-und-juden-in-der-wuerttembergischen-landeskirche-in-vergleichbarer-weise-gepraegt\/"},"modified":"2024-09-18T20:02:28","modified_gmt":"2024-09-18T20:02:28","slug":"18-09-2024-wenige-persoenlichkeiten-haben-die-beziehungen-zwischen-christen-und-juden-in-der-wuerttembergischen-landeskirche-in-vergleichbarer-weise-gepraegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/09\/18\/18-09-2024-wenige-persoenlichkeiten-haben-die-beziehungen-zwischen-christen-und-juden-in-der-wuerttembergischen-landeskirche-in-vergleichbarer-weise-gepraegt\/","title":{"rendered":"18.09.2024 \u201eWenige Pers\u00f6nlichkeiten haben die Beziehungen zwischen Christen und Juden in der w\u00fcrttembergischen Landeskirche in vergleichbarer Weise gepr\u00e4gt\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.elk-wue.de\/\" \/><\/p>\n<div id=\"c52778\">\n<header>\n<h2 class=\"b_is-headline\">\u201eWenige Pers\u00f6nlichkeiten haben die Beziehungen zwischen Christen und Juden in der w\u00fcrttembergischen Landeskirche in vergleichbarer Weise gepr\u00e4gt\u201c\u00a0<\/h2>\n<h3>Zum Tod von Pfarrer Dr. Hartmut Metzger\u00a0\u00a0<\/h3>\n<\/header>\n<p>Stuttgart. \u201eWenige Pers\u00f6nlichkeiten haben die Beziehungen zwischen Christen und Juden in der w\u00fcrttembergischen Landeskirche in vergleichbarer Weise gepr\u00e4gt, wie ihm das im Lauf seines Lebens gelungen ist \u2013 auch noch lange nach seinem Eintritt in den Ruhestand.\u201c So w\u00fcrdigt Jochen Maurer, landeskirchlicher Pfarrer f\u00fcr das Gespr\u00e4ch zwischen Christen und Juden, den w\u00fcrttembergischen Theologen und Kirchenrat Dr. Hartmut Metzger, der am 10. September im Alter von 92 Jahren verstorben ist. Von 1968 bis zu seinem Ruhestand 1997 war Metzger in der w\u00fcrttembergischen Landeskirche f\u00fcr den christlich-j\u00fcdischen Dialog zust\u00e4ndig, f\u00fcr den er sich auch in seiner Zeit als Leiter der kirchlichen Bildungsst\u00e4tte Kloster Denkendorf ab 1972 intensiv engagierte.\u00a0<\/p>\n<p>Im Folgenden finden Sie eine ausf\u00fchrliche W\u00fcrdigung des Lebens und Werks Dr. Hartmut Metzgers durch Jochen Maurer:\u00a0<\/p>\n<p>\u201eAm 10. September 2024 ist Kirchenrat Pfarrer Dr. Hartmut Metzger in T\u00fcbingen verstorben. Wenige Pers\u00f6nlichkeiten haben die Beziehungen zwischen Christen und Juden in der w\u00fcrttembergischen Landeskirche in vergleichbarer Weise gepr\u00e4gt, wie ihm das im Lauf seines Lebens gelungen ist \u2013 auch noch lange nach seinem Eintritt in den Ruhestand. \u00a0<\/p>\n<p>Geboren im Dezember 1931 erlebt er als \u00e4ltestes Kind eines Lehrerehepaars Kindheit und Jugend in Wei\u00dfbach am Kocher, sp\u00e4ter in Wannweil. Stark war der Einfluss der NS-Ideologie, die auf Gehorsam und Gefolgschaft abzielte. Der umfassende, totalit\u00e4re Anspruch auf bedingungslose Unterwerfung des Einzelnen und seiner Rechte ist eine Pr\u00e4gung, die Metzger mit den Angeh\u00f6rigen der Jahrg\u00e4nge teilt, die durch diese Schule gegangen sind. Und konstitutiv f\u00fcr das, was die Nazis als deutsch definierten, war die Feindschaft gegen J\u00fcdinnen und Juden.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Das zu erkennen und einen neuen Weg einzuschlagen, gelang Hartmut Metzger nach der Befreiung vom Nationalsozialismus nach und nach. Ein erster Schritt auf diesem Weg war der Konfirmationsunterricht, den er im Alter von 16 Jahren versp\u00e4tet besuchte und der ihm eine neue Perspektive er\u00f6ffnete: Bibel, Glaube, die existentielle Verortung darin \u2013 und in der evangelischen Kirche. Er nahm ein Theologiestudium auf, zun\u00e4chst in T\u00fcbingen, sp\u00e4ter in Wien, wo er mit einer Doktorarbeit \u00fcber Kierkegaard promoviert wurde.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Metzger tritt eine erste Stelle als Religionslehrer am Johannes-Kepler-Gymnasium in Bad Cannstatt an. Mit einer seiner Klassen besucht er 1960 die Synagoge; Herbert Kahn, der damalige Religionslehrer der j\u00fcdischen Gemeinde in Stuttgart, ist der Gespr\u00e4chspartner. Aus dieser Begegnung entwickelt sich sp\u00e4ter eine lebenslange Freundschaft \u2013 eine der Beziehungen, die die wesentlichen Triebfedern der Umkehr f\u00fcr Hartmut Metzger wurden. Herbert Kahn (1917 &#8211; 1991), geb\u00fcrtig aus Wollenberg im Kraichgau, war mit 21 Jahren nach dem Novemberpogrom im KZ Dachau dem Hass und der Gewalt der Nazis ausgesetzt gewesen, aber trotzdem offen f\u00fcr diese jungen Deutschen. Kahn empfahl einen Besuch in Israel \u2013 nach dem Abitur im Fr\u00fchjahr 1962 sollte dieser stattfinden. Der zeitgeschichtliche Kontext ist wichtig: 1961 hatte der Eichmannprozess stattgefunden, ein Jahr sp\u00e4ter im Juni wurde das Urteil vollstreckt.\u00a0<\/p>\n<p>Vor der Aufnahme diplomatischer Beziehungen der jungen Bundesrepublik zum nur wenig \u00e4lteren Staat Israel 1965 war es aber unumg\u00e4ngliche Voraussetzung, dass eine Einladung ausgesprochen wurde; Bundespr\u00e4sident Heuss setzte sich daf\u00fcr ein. Ziel war Schawei Zion, eine landwirtschaftliche Siedlung n\u00f6rdlich von Haifa: \u201eHeimkehrer nach Zion\u201c bedeutet der Ortsname \u00fcbersetzt: Die schw\u00e4bischen Juden, die 1938 die Rexinger Heimat verlassen mussten, um ihr Leben zu retten, wollten keine Fl\u00fcchtlinge sein! Weitere Freunde f\u00fcrs Leben wurden Leopold Marx, geb\u00fcrtiger Stuttgarter; der B\u00fcrgermeister Rechtsanwalt Dr. Scheuer, geb\u00fcrtiger Heilbronner, Theodor Heuss\u00b4 Mitsch\u00fcler und Weltkriegsversehrter; Jakob Fr\u00f6hlich und Werner Neuflie\u00df, der die Jahre 1943 bis 1945 in Theresienstadt \u00fcberlebt hatte. Sechs Wochen, vor allem Arbeit auf den Feldern: Die Cannstatter Abiturienten mussten sich erst Akzeptanz verschaffen, erleben dann aber die Bereitschaft der israelisch-schw\u00e4bischen Gastgeber, sich auf die G\u00e4ste einzulassen. Dies trotz der existentiell erlebten Zur\u00fcckweisung und Verfolgung, trotz der deutschen Verbrechen \u2013 ein gro\u00dfes Geschenk des Vertrauens.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>1969 wurde Hartmut Metzger mit der Leitung der Ev. Fortbildungsst\u00e4tte Kloster Denkendorf betraut \u2013 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1997 nimmt er diese landeskirchliche Aufgabe wahr, die Mitarbeiterinnen gemeindebezogener Dienste ab 1972 Aus- und Fortbildung gew\u00e4hrte. Die Arbeitsfelder waren etwa die Kindertagesst\u00e4ttenarbeit und die Pfarramtssekretariate. Seinen Ursprung hat hier auch das Denkendorfer Modell, ein Konzept zur individuellen und ganzheitlichen Sprachf\u00f6rderung f\u00fcr Kinder mit Deutsch als Zweitsprache, das 1973 eingef\u00fchrt wurde und bis heute weiterentwickelt wird \u2013 ein kirchliches Pionierprojekt in der sich zur Einwanderungsgesellschaft wandelnden Republik.\u00a0<\/p>\n<p>Der Ortsname Denkendorf hat einen guten Klang \u2013 und das gilt auch noch in einer ganz anderen Sph\u00e4re: Unter orthodox-j\u00fcdischen Israelis, die durch die Vermittlung von Herbert Kahn und Hartmut Metzger seit 1978 regelm\u00e4\u00dfig nach Denkendorf kamen \u2013 und zwar ins Kloster!\u00a0<\/p>\n<p>Das ist mindestens aus zwei Gr\u00fcnden verwunderlich \u2013 und aus einem Grund verst\u00e4ndlich: Ein Kloster steht in besonderer Weise f\u00fcr die monastische, christliche Tradition \u2013 mit allen Aspekten kirchlicher Macht. Darunter hatten J\u00fcdinnen und Juden in Europa oft genug zu leiden. Verst\u00e4ndlich, dass viele von ihnen solche Orte meiden. Zweitens nat\u00fcrlich die deutsche Geschichte: Das Land, in dem im 19. Jahrhundert der Begriff \u201eAntisemitismus\u201c erfunden wurde; von wo aus zwischen 1933 und 1945 die Schoa erst vorbereitet und dann planm\u00e4\u00dfig so radikal wie brutal exekutiert wurde; wo die Hauptt\u00e4ter herstammten und, wie in den letzten Jahren immer deutlicher wird, die vielen, die es geschehen lie\u00dfen, nicht widersprachen oder auch willig mittaten. Viele der Lehrerinnen und Lehrer, teils in Deutschland geboren, die auswandern mussten bzw. fliehen konnten, hatten sich versagt, je wieder deutschen Boden zu betreten.\u00a0<\/p>\n<p>Was sprach nun daf\u00fcr, nach Denkendorf, ins Kloster zu gehen? Sie hatten sich von der Idee gewinnen lassen, in der pietistisch gepr\u00e4gten w\u00fcrttembergischen Landeskirche, in der die Heilige Schrift hochgesch\u00e4tzt wurde, die Kunst des j\u00fcdischen \u201eLernens\u201c von Texten bekannt zu machen. \u201eClose reading\u201c \u2013 genau h\u00f6ren, was jedes Wort zu bedeuten hat; Fragen stellen, um auf das zu sto\u00dfen, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Dieses Konzept hatten Hartmut Metzger mit einigen Weggef\u00e4hrten entwickelt \u2013 es war und ist erfolgreich. Bis heute motiviert die Begeisterung der Lernenden die j\u00fcdischen Lehrenden.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Im Kloster Denkendorf fand Ende Juli 1978 die erste Tora-Lernwoche mit orthodox-j\u00fcdischen Lehrenden zu Texten aus dem Buch Exodus und dem Thema \u201eTora und Bund\u201c statt. Neunzehn Jahre lang war Metzger in Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern aus Israel f\u00fcr die inhaltliche Vorbereitung und Durchf\u00fchrung dieses Programms verantwortlich. Das Konzept der Lernwochen, in dieser Form einzigartig, war gut durchdacht: Einmal in Denkendorf (sp\u00e4ter Bad Boll, aktuell in Stuttgart), im Jahr darauf in Schawei Zion (oder anderswo in Israel) und im dritten Jahr an vier Abenden in w\u00fcrttembergischen Kirchengemeinden. So kam j\u00fcdisches Lernen auch zu den Menschen \u2013 der Kreis der Interessentinnen wurde immer wieder geweitet.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Das Konzept der Tora-Lernwoche: Christen lernen mit und von j\u00fcdischen Lehrenden Texte der f\u00fcnf B\u00fccher Mose und begegnen j\u00fcdischem Leben \u2013 Erkenntnis aus der Begegnung f\u00fchrt am leichtesten dazu, das Zerrbild, das die christliche Tradition von Juden gezeichnet hat, zu pulverisieren. Den Schabbat feiern: Wer miterlebt hat, wie die j\u00fcdischen Lehrenden gemeinsam mit den Lernenden von Freitagabend bis Samstagabend im Kloster den Ruhetag begehen \u2013 der ist kuriert von der M\u00e4r, Juden seien gesetzlich und w\u00fcrden mit der schieren F\u00fclle der Ge- und Verbote Freiheit, Freude und Frieden ganz und gar austreiben. Das Gegenteil ist der Fall!\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Im Sommer 2024 hat in Stuttgart die 47. Tora-Lernwoche stattgefunden \u2013 nur 2020 musste die Lernwoche coronabedingt von Jerusalem nach Stuttgart verlegt werden.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Ein weiteres Stichwort ist wichtig zu nennen: Damit orthodox-j\u00fcdische Lehrende unkompliziert an einer solchen Veranstaltung teilnehmen k\u00f6nnen, muss die K\u00fcche koscher sein \u2013 das hei\u00dft, die Mahlzeiten m\u00fcssen den Anforderungen der Tora entsprechen. Daf\u00fcr braucht es zum einen eine K\u00fcche, in der milchige und fleischige Gerichte getrennt zubereitet werden k\u00f6nnen; au\u00dferdem ist eine Aufsicht n\u00f6tig, die die Kaschrut zertifiziert.\u00a0<\/p>\n<p>Beides war in Denkendorf gegeben: F\u00fcr die Aufsicht \u00fcbernahmen die Lehrenden Verantwortung, dass die K\u00fcche koscher war und die Mitarbeitenden wussten, was zu beachten ist \u2013 daf\u00fcr, dass diese komplexe Aufgabe gut und verl\u00e4sslich erf\u00fcllt wurde, sorgte Doris Metzger. Ein Kloster im Schw\u00e4bischen kann das gew\u00e4hrleisten \u2013 kein Wunder, dass \u201eDenkendorf\u201c bis heute unter den j\u00fcdischen Lehrenden einen fast mythischen Klang hat.\u00a0<\/p>\n<p>Warum aber sollen Christen mit bzw. von Juden Tora lernen? Auch die Mose-B\u00fccher sind Teil der Lutherbibel \u2013 und mehr davon zu kennen, als das erste und Teile des zweiten Buches ist lohnend: Die N\u00e4chstenliebe, die Sorge f\u00fcr die Armen, Waisen und Witwen, die zehn Gebote in doppelter Ausf\u00fchrung \u2013 das alles kann sich zu eigen machen, wer es liest und davon wei\u00df.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Vor allem aber sollte das Tora-Lernen Christen bei der Umkehr helfen \u2013 weg von der Geringsch\u00e4tzung der j\u00fcdischen Gemeinschaft, ihrer Lehre und Praxis durch die Kirche. Weil er selbst so viele j\u00fcdische Freunde gewonnen hatte, legte Hartmut Metzger so viel Wert auf die Begegnung \u2013 bei den Tora-Lernwochen, in zahllosen Studienreisen nach Israel, in der allt\u00e4glichen Arbeit mit den verschiedenen gemeindebezogenen Diensten in der Fortbildungsst\u00e4tte: Wer heute mit fr\u00fcheren Mitarbeitenden aus den verschiedenen Fachbereichen oder der Hauswirtschaft spricht, sp\u00fcrt, wie einpr\u00e4gsam und gewinnbringend die allt\u00e4gliche N\u00e4he zu den j\u00fcdischen G\u00e4sten auch f\u00fcr sie gewesen ist. Immer wieder haben auch Mitglieder der Kirchenleitung diese Atmosph\u00e4re erleben k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>Der Geringsch\u00e4tzung j\u00fcdischer Tradition und Menschen zu begegnen \u2013 das ist in hohem Ma\u00dfe erfolgreich in diesen Jahren in Denkendorf gelungen. Es darf aber auch nicht verschwiegen werden, dass dieser Einsatz seinen Preis hatte: In unserer Kirche gab es auch diese Stimmen: \u201eJuden-Metzger\u201c wurde er hinter vorgehaltener Hand tituliert \u2013 der alte Geist war eben nicht \u00fcberall vertrieben worden. Und so begleitete die Arbeit und sp\u00e4ter auch den Ruhestand die Frage, wie nachhaltig die Fr\u00fcchte dieses Arbeitslebens waren. Wer Hartmut Metzger n\u00e4her kannte, wei\u00df auch von einem Zug der Klarheit bis zur H\u00e4rte, ja Unerbittlichkeit \u2013 und sie traf nicht nur die Gegner bzw. sie erkannte Gegner auch in denen, die \u00e4hnliche Interessen, vergleichbares Engagement hatten. Bedauerlich \u2013 aber menschlich; vielleicht verst\u00e4ndlich sei es durch erfahrene Verachtung, sei es durch die Sorge um das Lebenswerk, an dem so vieles so gut gelungen war.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>So vieles verdanken unsere Kirche, Kolleginnen und Kollegen verschiedener Berufsgruppen, Mitglieder unserer Gemeinden dem Einsatz von Hartmut Metzger und dem Echo, das dieser gefunden hat: Nach Denkendorf hei\u00dft der Rundbrief, der bis heute erscheint und der Kreis, der nach wie vor aktiv ist, sowie die Hilfe, die Projekte in Israel, aber auch in Litauen f\u00f6rdert; da ist die AG Wege zum Verst\u00e4ndnis des Judentums &#8211; und nicht zuletzt ein landeskirchliches Pfarramt f\u00fcr das Gespr\u00e4ch zwischen Christen und Juden, das ich heute ausf\u00fcllen darf.\u00a0<\/p>\n<p>Ich freue mich, dass wir anl\u00e4sslich des bevorstehenden 90. Geburtstag von Hartmut Metzger w\u00e4hrend der Tora-Lernwoche 2021 in Stuttgart auf Anregung der israelischen Freunde einen Empfang f\u00fcr Doris und Hartmut Metzger organisieren konnten \u2013 und beide auch dabei sein konnten.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Hochverdient schlie\u00dflich, dass er 2022 die Otto-Hirsch-Auszeichnung der Gesellschaft f\u00fcr christlich-j\u00fcdische Zusammenarbeit, der Israelitischen Religionsgemeinschaft W\u00fcrttembergs (IRGW) und der Stadt Stuttgart erhalten hat.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Am 10. September ist Pfarrer Dr. Hartmut Metzger nach l\u00e4ngerer Erkrankung verstorben:\u00a0<\/p>\n<p>Mit Doris Metzger, seiner Witwe, mit allen Angeh\u00f6rigen und besonders auch mit den vielen j\u00fcdischen Freundinnen und Freunden, die hier und in Israel um Hartmut Metzger trauern, nehmen wir Abschied &#8211; dankbar f\u00fcr das, was er angesto\u00dfen hat, was aufgrund seines Engagements gewachsen ist an verl\u00e4sslichen Beziehungen, an Vertrauen und Wertsch\u00e4tzung zwischen Juden und Christen. Viele Menschen, Christen wie Juden, verdanken seinem Einsatz viele lebenswichtigen Impulse, Einsichten und Kontakte.\u00a0<\/p>\n<p>In Erinnerung bleibt auch die Entschiedenheit, mit der er das, was er f\u00fcr richtig und n\u00f6tig hielt, eingefordert hat \u2013 das brachte ihm auch aus landeskirchlichen Kreisen Geh\u00e4ssigkeit und Feindseligkeit ein; manchmal dr\u00e4ngte sie ihn \u00fcbers Ziel hinaus.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Wer heute h\u00f6rt und sieht, wie offen sich antij\u00fcdische Haltungen und Meinungen Ausdruck verschaffen und wie vehement gerade auch Falschbehauptungen vertreten werden, lernt freilich solche Entschlossenheit auch zu achten und die Personen, die sie vertreten.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliche Begegnung mit j\u00fcdischem Leben, mit j\u00fcdischen Menschen bildet mehr als jedes Studium \u2013 es ruft uns in die Verantwortung, f\u00fcr die Wahrheit, f\u00fcr die einzutreten, die zu Unrecht angegriffen werden.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Sch\u00f6n \u2013 und sicher auch Menschen wie Hartmut Metzger zu verdanken \u2013 dass wir zurzeit eine ansehnliche Zahl von Stimmen haben, die genau das tun.\u00a0<\/p>\n<p>Sein Andenken sei zum Segen \u2013 m\u00f6ge seine Seele eingebunden sein in das B\u00fcndel der Lebendigen (2. Sam 25,29), wie die j\u00fcdischen Freunde sagen.\u201c\u00a0<\/p>\n<p><strong>\u00dcber Dr. Hartmut Metzger in K\u00fcrze\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Von 1968 bis zu seinem Ruhestand war Metzger in der w\u00fcrttembergischen Landeskirche f\u00fcr den christlich-j\u00fcdischen Dialog zust\u00e4ndig, f\u00fcr den er sich auch in seiner Zeit als Leiter der kirchlichen Bildungsst\u00e4tte Kloster Denkendorf ab 1972 intensiv engagierte. In diesem ehemaligen Kloster schuf er \u00fcber Jahre einen Ort, an dem Juden und Christen sich begegnen, mit- und voneinander lernen und ein neues Verh\u00e4ltnis zueinander gewinnen konnten. Ebenfalls leitete er \u00fcber viele Jahre den Denkendorfer Kreis f\u00fcr christlich-j\u00fcdische Begegnung e.V. 2022 erhielt er die Otto-Hirsch-Medaille, die von der Stadt Stuttgart, der Israelitischen Religionsgemeinschaft W\u00fcrttembergs (IRGW) und der Gesellschaft f\u00fcr Christlich-J\u00fcdische Zusammenarbeit (GCJZ) f\u00fcr besondere Verdienste um die interreligi\u00f6se Zusammenarbeit vor allem zwischen Christen und Juden verliehen wird.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Nach dem Theologiestudium und der zweiten theologischen Dienstpr\u00fcfung 1961 war Metzger zun\u00e4chst als Pfarrer in Stuttgart Bad Cannstatt t\u00e4tig, bevor er 1968 die Leitung von Kloster Denkendorf \u00fcbernahm, die er bis zu seinem Ruhestand 1997 innehatte.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<br \/>Dan Peter\u00a0<br \/>Sprecher der Landeskirche\u00a0<\/p>\n<p><strong>Hinweise:<\/strong> Bilder von Dr. Hartmut Metzger und Dr. Jochen Maurer finden Sie im Pressebereich unserer Webseite.\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWenige Pers\u00f6nlichkeiten haben die Beziehungen zwischen Christen und Juden in der w\u00fcrttembergischen Landeskirche in vergleichbarer Weise gepr\u00e4gt\u201c\u00a0 Zum Tod von<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7210"}],"collection":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7210"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7210\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}