{"id":7263,"date":"2024-09-30T13:08:04","date_gmt":"2024-09-30T13:08:04","guid":{"rendered":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/09\/30\/das-brot-christi-kommt-aus-dem-kaiserstuhl-ekd\/"},"modified":"2024-09-30T13:08:05","modified_gmt":"2024-09-30T13:08:05","slug":"das-brot-christi-kommt-aus-dem-kaiserstuhl-ekd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/krankenhauspfarramt.de\/index.php\/2024\/09\/30\/das-brot-christi-kommt-aus-dem-kaiserstuhl-ekd\/","title":{"rendered":"Das &#8222;Brot Christi&#8220; kommt aus dem Kaiserstuhl \u2013 EKD"},"content":{"rendered":"<p> <br \/>\n<\/p>\n<div>\n<p>Endingen\/Weinheim (epd). Ob Krusten-, Radler- oder Jubil\u00e4umsbrot &#8211; jedes Brot von Matthias Schwehr hat eine Geschichte. Der B\u00e4ckermeister und Brotsommelier aus Endingen im s\u00fcdbadischen Kaiserstuhl erz\u00e4hlt mit Leidenschaft: \u201eIch h\u00e4tte mir nie tr\u00e4umen lassen, was man als kleiner B\u00e4cker vom Land mit Brot alles erreichen kann\u201c, sagt er dem Evangelischen Pressedienst (epd) beim Besuch der 1898 gegr\u00fcndeten B\u00e4ckerei vor dem Internationalen Tag des Brotes am 16. Oktober. Weit \u00fcber den 9.000-Einwohner-Ort bekannt wurde er durch sein \u201eBrot Christi\u201c: ein Fladenbrot aus Wasser, Mehl und Salz, wie es wohl zu Zeiten Jesu gegessen wurde.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div id=\"\">\n<p>Im Rahmen einer Projektarbeit f\u00fcr die Akademie des Deutschen B\u00e4ckerhandwerks in Weinheim machte sich Schwehr auf die Suche nach dem Rezept: \u201eEs hat mich gereizt, herauszufinden, wie Brot damals geschmeckt hat, wie es gebacken wurde.\u201c F\u00fcndig wurde er beim Historischen Institut der Universit\u00e4t Mannheim, dem Museum f\u00fcr Brot und Kunst in Ulm, dem Liturgischen Institut in Trier, der Erzdi\u00f6zese Freiburg sowie dem Zentralrat der Juden in Berlin.<\/p>\n<p>Die Bibel mit rund 270 Fundstellen f\u00fcr \u201eBrot\u201c lieferte wichtige Informationen. Brot als das grundlegende Nahrungsmittel im Vorderen Orient bedeutet in der Heiligen Schrift sowohl schlicht \u201eNahrung\u201c als auch \u201eVerbindung mit Christus\u201c. Es war Lebensgrundlage und Opfergabe. Die Speisungsgeschichten, bei denen Jesus Brot vermehrt, mahnen zu teilen.<\/p>\n<p>Heute liegt zum Erntedankfest (6. Oktober) in vielen Kirchen sinnbildlich ein &#8211; oft kunstvoll verzierter &#8211; Brotlaib auf dem Altar. An diesem Tag danken Christen Gott f\u00fcr die Gaben der Sch\u00f6pfung, es geht um das Teilen und den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und mit Lebensmitteln.<\/p>\n<p>Besondere Bedeutung erhalte das gebrochene Brot beim letzten Abendmahl, wenn Jesus in der Bibel spreche: \u201eDas ist mein Leib\u201c (Lukas 22, 19), sagt Oberkirchenrat, Matthias Kreplin von der Evangelischen Landeskirche in Baden in Karlsruhe. \u201eAus der Abendmahltradition wird Jesus selbst das Brot, mithin das &#8218;Brot des Lebens&#8217;\u201c, erkl\u00e4rt der Theologe.<\/p>\n<p>Doch wie sieht es denn nun aus, das \u201eBrot Christi\u201c von Matthias Schwehr? Der B\u00e4ckermeister zeigt einen runden, 250 bis 300 Gramm schweren Fladen, in der Mitte ein kleines Loch, Einkerbungen wie f\u00fcr Tortenst\u00fccke. In Pompeij sei in einem alten Ofen ein verkohltes Exemplar gefunden worden, sagt Schwehr: \u201eDie Einkerbungen waren dazu da, es leichter brechen zu k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"\">\n    <!-- Test for teaser --><br \/>\n    <!--Val: 1 --><\/p>\n<p>                    \t    <!-- SRC:  --><\/p>\n<aside class=\"article--aside quintus teaser teaser__related rs_skip rs_preserve\">\n<div class=\"teaser--article teaser--content\">\n<figure class=\"teaser--image\">\n                                                    <picture><source media=\"(max-width:935px)\" srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/teaser_erntedank2_rdax_625x352_60s.jpg 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/teaser_erntedank2_rdax_1250x704_60s.jpg 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/teaser_erntedank2_rdax_60s.jpg 3x\"><source media=\"(min-width:934px)\" srcset=\"https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/teaser_erntedank2_rdax_360x203_70s.jpg 1x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/teaser_erntedank2_rdax_720x406_70s.jpg 2x, https:\/\/www.ekd.de\/ekd_de\/ds_img\/assets_1875_x\/teaser_erntedank2_rdax_1080x608_70s.jpg 3x\"><\/source><\/source><\/picture><figcaption\/>\n                                                <\/figure>\n<p class=\"quintus--text teaser--text\">Mit dem Erntedankfest erinnern Christinnen und Christen an den engen Zusammenhang von Mensch und Natur. Gott f\u00fcr die Ernte zu danken, geh\u00f6rte zu allen Zeiten zu den religi\u00f6sen Grundbed\u00fcrfnissen. Traditionell werden in den Kirchengemeinden die Alt\u00e4re zum Abschluss der Ernte mit Feldfr\u00fcchten festlich geschm\u00fcckt.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/aside>\n<div class=\"article--content\">\n<p>Das Loch entstehe durch Teig, der entfernt wurde, um den Fladen dem Priester im Tempel als Dankesgabe &#8211; j\u00fcdisch: \u201eChalla\u201c &#8211; zu \u00fcberreichen. Die Geschichte des \u201eBrotes Christi\u201c erz\u00e4hlt der B\u00e4cker auf Vortr\u00e4gen und bei Verkostungen. Kirchengemeinden bestellten es vor allem zur Osterzeit.<\/p>\n<p>Insgesamt backen Innungsb\u00e4cker in Deutschland mehr als 3.000 verschiedene Brotsorten. Besondere Wertsch\u00e4tzung erfuhr die Vielfalt deutscher Brotsorten mit der Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der nationalen UNESCO-Kommission 2014.<\/p>\n<p>\u201eEine Brezel schmeckt in Schwaben anders als in Bayern\u201c, beschreibt Bernd K\u00fctscher diese Vielfalt. Er ist Direktor der Akademie Deutsches B\u00e4ckerhandwerk in Weinheim und hat 2015 die Weiterbildung von B\u00e4ckermeistern zu Brotsommeliers ins Leben gerufen: \u201eNach Abschluss des ersten englischsprachigen Kurses haben wir 258 Brotsommeliers in 13 L\u00e4ndern.\u201c In der Fortbildung werde neben Wissen, Kultur und Historie von Brot auch Sensorik vermittelt.<\/p>\n<p>\u201eBei der Pr\u00fcfung mussten wir f\u00fcnf Bestandteile herausschmecken, ohne zu wissen, welche\u201c, erz\u00e4hlt Schwehr. Auch Fehler im fertigen Produkt galt es herauszuschmecken. Dazu allerdings musste zun\u00e4chst einmal eine eigene \u201eBrotsprache\u201c her. \u201eEs gab keine sensorisch soliden W\u00f6rter, um den Geschmack und die Konsistenz von Brot zu beschreiben\u201c, so K\u00fctscher. Auf der Homepage der Akademie gibt es eine freundliche \u201eNachhilfe\u201c zur Beschreibung des Brotgenusses mit Worten &#8211; vom \u201eDuft der Krume\u201c \u00fcber \u201eAkzent der Oberfl\u00e4che\u201c bis zu \u201eMundgef\u00fchl\u201c.<\/p>\n<p>Der Titel \u201eBrotsommelier\u201c soll dazu beitragen, Brot wieder zu dem Stellenwert zu verhelfen, den es einmal hatte. Schlie\u00dflich spielte Brot, insbesondere der Brotpreis bei der Bek\u00e4mpfung von Hungersn\u00f6ten, in der europ\u00e4ischen Geschichte von jeher eine Schl\u00fcsselrolle. \u201eEs bringt Menschen zusammen und hat sogar die Gesellschaft ver\u00e4ndert\u201c, sagt K\u00fctscher. \u201eBrot war schon immer mehr als Lebensmittel.\u201c<br \/>\u00a0<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endingen\/Weinheim (epd). Ob Krusten-, Radler- oder Jubil\u00e4umsbrot &#8211; jedes Brot von Matthias Schwehr hat eine Geschichte. 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